Denkbar: Wasserstoff-Motorrad (Archivversion)

Das erste Serienauto mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor, der BMW Hydrogen 7, eröffnet die Frage, ob diese Technik auch
fürs Motorrad taugt.

Ja, behauptet Tobias Bernhart, Absolvent der Münchner FH. Immerhin theoretisch hat er in seiner Diplomarbeit – durchgeführt in der Motorenentwicklung bei BMW Motorrad – ein Wasserstoff-Motorrad konstruiert. Größte Probleme: Der nur in Länge und Dicke, aber nicht in seiner Form variable Tank verschlingt viel Platz, ohne Aufladung verliert der Motor deutlich an Leistung, das Gewicht steigt. Prädestiniert für erste Versuche sind kompakte Ein- und Zweizylindermotoren, allerdings scheiden die aktuellen BMW-Boxermodelle aus, weil ihr Triebwerk-Rahmen-Verbund kaum Platz für einen Wasserstoff-Tank lässt. Also griff Bernhart auf die aktuelle F 650-Baureihe zurück. Bei demnächst möglichen 18 Millimeter Tankwand-Dicke wäre hier eine Reichweite von gut 180 Kilometern drin. Dabei hat der Studiosus sogar bedacht, dass der Gesetzgeber keinen fest mit der Struktur eines Fahrzeugs verbundenen Wasserstofftank zulässt. Falls diese Bestimmung durch neue Materialien oder Sicherheitstechniken hinfällig würde, ließen sich in einem Monocoque-Rahmen etliche Liter verstauen. Bislang ungelöst: Es gibt keine Isolierung, die einen Treibstoffverlust durch Erwärmung länger als vier, fünf Tage verhindern könnte. Die Motorleistung lässt sich nur schätzen, ohne Aufladung – hier besteht großes Entwicklungspotenzial – tippt Bernhart auf 23 kW (31 PS). Und das bei 30 Kilogramm Mehrgewicht. Schon besser: Die Gefahren im Umgang mit einem Wasserstoff-Motorrad liegen auf herkömmlichem Niveau.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel