Der Motor (Archivversion) Ein Blick ins Detail

Der 1125-cm³-V2 wurde völlig neu konstruiert, ist also kein Derivat des ebenfalls bei Rotax gebauten Aprilia RSV 1000-Motors. Entwicklungsvorgabe von Buell war nicht etwa der Hubraum, sondern eine bestimmte Spitzenleistung und Charakteristik. Ausgehend davon berechneten die Motorenentwickler den Hubraum und welche Mindestgröße Getriebe und Kupplung haben müssen. Heraus kamen eben jene 1125 cm³.
Der Hub ist mit 67,5 Millimeter gleich wie bei der Aprilia RSV 1000, was eine Bohrung von 103 Millimetern verlangt. Daraus ergaben sich 72 Grad als engstmöglicher Zylinder­-winkel. Die große Bohrung erlaubt trotz engen 14 Grad Ventilwinkels leistungsfördernd große Ventildurchmesser mit 41,3 Millimetern auf der Einlass- und 35,0 Millimetern auf der Auslassseite. Motorenentwickler Stefan Leiber strebte möglichst geradlinige Fallkanäle auf der Einlassseite an. Der Drosselklappendurchmesser misst gewaltige 61 Millimeter.
Die Ventile werden nicht direkt über Tassenstößel, wie bei der Aprilia, sondern über kurze Schlepphebel gesteuert, was laut Leiber die be­-wegten Massen im Ventiltrieb um 30 Prozent reduziert. Dadurch ver-ringert sich die Ventilfederkraft von 1050 auf 880 Newton. Die Trockensumpfschmierung arbeitet mit zwei Pum­pen, ihr Öltank sitzt vorne unten im Motorgehäuse. Dennoch baut das hoch wirkende Aggregat kompakter und gleichzeitig ein Quäntchen leichter als der Mille-Motor. So wurde der Abstand von Kurbel- und Getriebeausgangswelle dank der versetzt übereinander an­-geordneten Getriebewellen um 25 Millimeter verkürzt.
Um den Massenausgleich kümmern sich drei Ausgleichswellen. Wobei als dritte Welle die der Wasserpumpe dient. Ihr Antriebsritzel ist mit einer Unwucht versehen, die das Massen­-moment, das durch den Pleuelversatz entsteht, ausgleichen soll. Großen Wert legte Leiber auch auf möglichst geringe Schwungmassen, um dem doch sehr großvolumigen Motor Drehfreude anzuerziehen, welche immerhin erst bei 10500/min endet.
Die per Unterdruck aus den Ansaug­-kanälen unterstützte Anti-Hopping-Kupplung wird über einen in den Kupplungsdeckel integrierten Neh­-merzylinder betätigt. Interessant nebenbei: Das Ventilspiel muss nur alle 20000 Kilometer justiert werden.

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