Design als Herausforderung Der BMW-Boxer im Sportgewand

Design als Herausforderung: der BMW-Boxer im Sportgewand

Schon beim Vorläufer der R 1100 S hatten David Robb und sein Design-Team die Finger im Spiel: Mit der vielbeachteten Sportler-Studie, die 1994 den IFMA-Stand von BMW schmückte (siehe MOTORRAD 23/1994), startete der neue Boxer seine erste sportive Gratwanderung. Gleichzeitig animierte sie Marketing-Leute und Techniker, noch intensiver über einen flotten Zweizylinder nachzudenken. Erstere entdeckten dabei ein beachtliches Potential, hoffen mittlerweile gar auf 30 Prozent Käufer von anderen Marken. Letztere markierten Eckdaten, die Robb tatsächlich ein bis dato ungewohntes Aufgabenfeld eröffneten: So sportlich war, mal abgesehen von Schorsch Meiers TT-Renner, wohl noch keine BMW.Woraus zwingend eine Design-Linie folgen mußte, mit der die gesamte Motorradszene angesprochen werden kann und die gleichzeitig als Aushängeschild für BMW taugt. »Aus jeder Perspektive BMW«, präzisiert Rob, »erwachsen, aber deutlich athletischer als die RS.« Um die beinahe geduckte, zum Sprung bereite Grundhaltung zu realisieren, verlegten die Designer den optischen Schwerpunkt weit nach vorn. Überhöhten ihn noch dadurch, daß die Verkleidung in ihrem hinteren Bereich recht massig ausfällt. »So konnten wir gleichzeitig einen erstaunlich guten Wetterschutz realisieren«, betont Robb. Im Heckbereich der S herrscht dagegen die unendliche Leichtigkeit: Wohl selten gestattete eine BMW so offene Durchblicke. Sogar der Schlitz in der Abdeckung des Soziusplatzes ist bewußt plaziert, »weil wir keinen massiven Höcker-Eindruck wollten«. Unter dem kleinen Plastikhäubchen läßt sich übrigens ein Rucksack verbergen, in Gestalt und Farbe hübsch aufs Bike abgestimmt. Selbstredend wird sich auch der Fahrer als wandelndes S-Accessoire verkleiden können - passende Helme und Kombis sind bereits in Arbeit.Zurück zur S: Eine echte Vespentaille verbindet massigen Vorbau und filigranes Heck. Horizontal verläuft eine Trennung zwischen Technik unten und Karosse oben. Ein Motorrad der Gegensätze. Und eines, das von vorn bis hinten technische Kompetenz und Wertigkeit signalisieren soll, vom Verstellknopf für die vordere Dämpfung bis hin zu den Sozius-Haltegriffen. »Sie sollen wirken wie ein technisches Detail«, sagt David Robb, »und nicht wie ein rein funktionaler Anbausatz.“

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