Die Ahnen-Galerie (Archivversion) Dottore Taglioni und der Einstieg zum Aufstieg

Unvergeßlich hat sich der Königswellen-Twin von 1973 in die Herzen der Ducatisti gefahren. Bereits damals war die Ducati eine der wenigen konsequent auf Sport getrimmten Serienmaschinen der Welt. Ein bretthartes, aber stabiles Fahrwerk, Doppelscheibenbremsen, Halbverkleidung, ein leichter Kunststofftank und zwei offene Dellorto-Vergaser wurden zum Markenzeichen der silbernen Renner aus Bologna. Der Motor entstammt dem Zeichenbrett des langjährigen Ducati-Cheftechnikers Fabio Taglioni. Die besonderen Merkmale: Der Nockenwellenantrieb erfolgte über eine sogenannte Königswelle, die über zwei 90-Grad-Winkeltriebe die obenliegende Nockenwelle in Rotation versetzte. Ein- und Auslaßventil wurden über eine Zwangssteuerung, die sogenannte Desmodromik betätigt. Diese wartungsintensive Ventilsteuerung ist bis zum heutigen Tag Bestandteil aller Ducati-Motoren, von der SS 600 bis zum 996er Superbike. Auch das Gitterrohr-Fahrwerk aus steifen Dreiecksverbänden und dem Motor als tragendem Teil gilt als ein typisches Ducati-Bauelement. 1988 erschien unter Federführung von Ingenieur Massimo Bordi die erste Ducati mit wassergekühltem Vierventilmotor auf Basis der Pantha-Motoren mit Zahnriemenantrieb zu den beiden Nockenwellen. Zuerst belächelt, entpuppte sich das Konzept nach mehreren Modifkationen als schier unschlagbar. Sechs Weltmeistertitel und unzählige Siege krönen den Mythos Ducati.

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