Die besten Schnäppchen-Bikes

Nobel-Preisträger

Freigebig und großzügig zeigen sich viele Motorrad-Marken, wenn es darum geht, bewährte Modelle mittels diverser Dreingaben noch attraktiver zu machen. Ein preiswürdiges und nobles Vorgehen, meint die MOTORRAD-Jury und prämiert zehn besonders vornehme Kandidaten.

Foto: Triumph
Triumph Speed Triple: Jetzt als Schnäppchen zu haben
Triumph Speed Triple: Jetzt als Schnäppchen zu haben
Für Nobelpreisträger Albert Einstein war die Sache klar: »Inmitten von Schwierigkeiten liegen günstige Gelegenheiten.« Nicht viel anders ist es beim Kauf und Verkauf von Motorrädern. Wenn sich nun ein Super-Sonnensommer seinem Ende neigt und dennoch der eine oder andere Händler den Laden voller Neumaschinen stehen hat, gewinnt das Zitat des genialen Physikers eine ganz neue Bedeutung. Wer sich jetzt ein Herz fasst und für ein bewährtes Motorrad entscheidet, darf vielfach günstige Preise, edle Extras und nützliche Zusatzangebote erwarten.
Die meisten Händler lassen – vor der langen Durststrecke in der kalten Jahreszeit – über Preise mit sich reden. Angst vorm Feilschen ist dabei unbegründet, denn diverse Marken buhlen mit attraktiven Sonderkonditionen um die Käufergunst. Gesenkte Preise und teure Zubehör-Pakete für lau mögen noch auf Studien der Vorjahre beruhen. Hingegen bedurfte es in den Marketing-Labors etwas mehr Denkarbeit, um den Kunden einen zweiten Satz Reifen, kostenlose Sicherheitstrainings, ein MOTORRAD-Jahresabonnement und Gutscheine für Tanken oder Hotelübernachtung zu präsentieren.
Ein wenig Forschen und Vergleichen hilft generell bei der Suche nach dem Nobel-Hobel. So stellt sich insbesondere im Bereich der Supersportler die Gretchen-Frage, ob man auf den erstarkten und
radikaleren Modelljahrgang 2004 wartet oder sich auf ein erprobtes und günsti-
geres 2003er-Modell stürzt. Aktuell wird Aprilia die bisherige RSV mille samt der rassigen R-Version in Ruhestand schicken, Honda trennt sich von der 900er-Fireblade, Kawasaki von der Neuner-Ninja. Bei allem Respekt vor den spektakulären Leistungsgewichten der Nachfolger – eines Tages werden wir vielleicht die prima Alltagsqualitäten der »Alten« vermissen, wie etwa den guten Sitzkomfort vorn und hinten auf der immerhin 143 PS starken ZX-9R. Wo von nun an volle 1000 cm3 dominieren, sparen die auslaufenden Boliden womöglich den einen oder anderen Tausender ein. Ähnliches gilt bei Suzuki für den 2003er-Jahrgang der GSX-R 600 und 750. Doch offiziell nennen die Importeure keine Preisanpassungen für ihre bisherigen Vorzeige-Bikes. Das tut der Händler vor Ort, sofern er noch ein frühverrentetes Modell rumstehen hat. Es kann sich also lohnen, den Händlern der Umgebung einen Besuch abzustatten.
Nach Jahren sinkender Neuverkäufe stehen nicht nur bei Grau-Importeuren, sondern auch bei vielen offiziellen Vertretungen sogar noch 2002er- oder gar 2001er-Modelle herum, quer durch das ganze Motorrad-Spektrum. Je nach Maschinentyp kann es sich dabei um Motorräder handeln, bei denen lediglich Dekors oder Farben nicht mehr aktuell sind,
technisch aber kein Unterschied zur neuesten Variante besteht. Anders sieht es bei nicht abgasgereinigten Modellen aus, die die vor April 2003 gültige Abgasnorm Euro 1 einhalten. Solche Maschinen stehen zeitlich unter Druck, sie müssen bis Ende Juni 2004 zugelassen sein und
dürfen danach nicht mehr neu verkauft werden. Ab Juli 2004 sind dann mit
wenigen Ausnahmen ausschließlich Neu-Motorräder zulassungsfähig, deren Schadstoffwerte die Euro 2 unterschreiten.
So werden so manche Evergreens am Ende des Frühjahrs vermutlich als günstige Gelegenheiten zu haben sein, weil sie an der Euro-2-Hürde scheitern. Konkret fallen etwa bei Kawasaki die Maschinen vom Typ EL 252, EN 500, GPZ 500, KLE 500, KLR 650 und GTR 1000 aus dem Programm, auch die unkonventionellen Drifter VN 800 und 1500 sowie die recht erfolgreiche ZR-7 samt der Halbschalenschwester S werden dann zu Auslaufmodellen. Bei Suzuki kommen die nach Euro 1 homologierten Langgabler VL 125 Intruder, VL 800 Volusia und VL 1500 Intruder LC unter die Räder.
Kaum »Schnapper« lassen sich unter solchen Vorzeichen bei Honda machen, weil der weltgrößte Hersteller schon lange und erfolgreich an seiner Umweltoffensive bastelt. Praktisch alle aktuellen Modelle halten die Euro 2 ein, einzig die CB 500 und CB Seven Fifty fallen raus, ebenso kann man beim Arbeitstier Africa Twin und der F6C aus dem Jahrgang 2003 noch vereinzelt fündig werden. »Dabei handelt es sich aber um vernachlässigbare Stückzahlen«, schränkt Honda-Pressemann Aaron Lang ein.
Bei Preisverhandlungen gilt eine einfache Regel: Wer sein neues Fahrzeug
finanzieren will oder muss, hat meist den vorgegebenen Listenpreis zu blechen. Für sensationell niedrige Finanzierungs-Zinssätze zahlt der Händler nämlich kräftig mit, so dass ihm kaum noch Spielraum für einen Preisnachlass bleibt. Eine elegante Lösung können Vorführmaschinen sein, die zum Teil günstig im Handel stehen, oft mit ganz wenig Kilometern auf der Uhr. Und immer mit vollen zwei Jahren Gewährleistungsansprüchen, versteht sich.
Nicht selten haben Vorführer ein nettes Ausstattungsplus vorzuweisen. BMW zum Beispiel gibt in der so genannten »Co/oL-Aktion« für 300 Euro Zuzahlung einen Warengutschein in Höhe von 1000 Euro für Zubehör oder Fahrerausstattung mit auf den Weg. Wer 500 Extra-Euro aufbringt, darf sich für die dreifache Summe aus dem reichhaltigen Programm bedienen. Einzige Bedingung beim Kauf einer beliebigen Maschine aus dem kompletten Modellprogramm: Sie muss erstmals vor dem 31. August zugelassen sein. Moto Guzzi probte im Sommer einen in der Automobilbranche beliebten Weg: das Aufkaufen von Gebrauchtfahrzeugen über dem aus der Schwacke-Liste abzuleitenden Wert, um das Neugeschäft ankurbeln. Die Guzzi-Händler nahmen Gebrauchte für 1000 Euro über dem empfohlenen Händler-Einkaufspreis in Zahlung.
Dass Geiz richtig geil sein kann, beweist unsere Auflistung von zehn Modellen durch alle Segmente, die nicht billig sind, sondern auf ihre Art günstig und gut, also preiswert im ursprünglichen Sinn. Sozusagen unsere Anwärter für den alternativen Nobelpreis. Denn unterm Strich geht es beim Zweiradkauf nicht um Sparen als Selbstzweck, sondern um die Erfüllung eines Traums. Oder, um noch mal Albert Einstein zu zitieren: »Wann endlich, wenn nicht jetzt?“
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Triumph

Der Nobel-Preis für Wirtschaftswissenschaft geht nach England. Zur Begründung: Triumph hat die Preise vieler Modelle gesenkt, die Sprint ST etwa wurde 740 Euro billiger. Und das ab Ende Oktober erhältliche 2004er-Modell verfügt – wie auch die Tiger – serienmäßig über Trägersystem, in Fahrzeugfarbe lackierte Koffer und Heizgriffe im Wert von über 1000 Euro. Ihr Dreizylinder – durchzugsstark, kultiviert und sparsam – gewann die Antriebswertung im Vergleichstest der Sporttourer. Auch das Fahrwerk lässt auf öffentlichen Straßen wenig Wünsche offen. Dazu kommt die hohe Alltagstauglichkeit, zum Beispiel aufgrund der unerreichten Zuladung von fast 260 Kilogramm. Fare well: Die Sprint RS, halb verkleidete Schwester der ST, wird eingestellt. 150 Exemplare der »Final Edition« kommen in British Racing Green zu uns, inklusive Bugspoiler für 10100 Euro.Was ST und RS am letzten Quentchen Emotion fehlen, das hat die legendäre Speed Triple zuhauf. Einarmschwinge und der klangvolle wie potente 120-PS-Drilling sind identisch, das geile Design mit bildschöner Rahmenkonstruktion ist verführerisch. Sitzposition und Fahrerlebnis sind eine Klasse für sich, die Abstimmung des Fahrwerks ist hart, aber herzlich. Der Landstraßenfeger kostet 650 Euro weniger als ein Jahr zuvor und erhält für 2004 ohne Aufpreis Bugspoiler, Kühler- und Soziussitzabdeckung sowie Windschild. Well done.

Triumph Speed Triple

Reihendreizylinder, 956 cm3, 88 kW (120 PS) bei 9100/min, 100 Nm bei 5600/min, Alubrückenrahmen, Gewicht* 221 kg, Landstraßenverbrauch* 5,0 Liter/100 km, vmax 240 km/h, Preis 10990 Euro. Vergleichstest in MOTORRAD 11/2002. Stärken: Fahrleistungen, Stabilität, Handling*MOTORRAD-Messungen

Yamaha

Yamaha hat seine Händler angewiesen, die 2003er-Modelle von FZS 600 Fazer, YZF-R1 und XJR 1300 zu »besonders attraktiven Preisen« abzugeben. Ferner erhalten alle Käufer einer neuen TDM 900 Gratis-Koffer, die je einen Integralhelm schlucken und gut zur Linie passen. Der Twin der Mitte erhielt in der dritten Generation ab 2002 Einspritzung, G-Kat und Sekundärluftsystem, das 86-PS-Aggregat läuft sauber und sehr sparsam. Dank guten Handlings und prima Bremsen aus der R1 setzte sich der Allrounder im Top-Test gut in Szene – 633 Punkte in MOTORRAD 12/2003.Noch viel souveräner – und ab Modelljahr 2004 ebenfalls mit serienmäßigen Koffern – tritt die FJR 1300 an. Den Vergleichstest in Heft 16/2003 gewann der Power-Tourer mit 722 Punkten, der druckvolle Motor begeistert mit prallem Durchzug, turbinenartigem Hochdrehen und niedrigen Schadstoffwerten. Einzig ein bei hohem Tempo spritsparender sechster Gang fehlt bis heute. Hingegen hat Yamaha beim Thema ABS nachgebessert und bietet seit Modelljahr 2003 ausschließlich die »A«-Version mit einem funktionell der Konkurrenz nachhinkenden Antiblockiersystem an. Ferner besitzt die »Neue« ein Staufach in der Seitenverkleidung und endlich eine gut zugängliche Leuchtweitenverstellung.Wer auf ABS verzichten mag, findet im Handel noch 2002er-Modelle, die neben den Koffern ein Jahresabonnement und ein Routenplaner von MOTORRAD aufwerten. Sie kosten offiziell 13 805 Euro, aber es besteht sicher noch Verhandlungsspielraum.

Yamaha TDM 900

Reihenzweizylinder, 897 cm3, 63,4 kW (86 PS) bei 7500/min, 89 Nm bei 6000/min, Alubrückenrahmen, Gewicht* 223 kg, Landstraßenverbrauch* 4,2 Liter/100 km, vmax 208 km/h, Preis 9755 Euro. Vergleichstest in MOTORRAD 12/2003. Stärken: Verbrauch, Bremsen, Alltagstauglichkeit*MOTORRAD-Messungen

Yamaha FJR 1300

Reihenvierzylinder, 1298 cm3, 105 kW (143 PS) bei 8000/min, 134 Nm bei 7000/min, Alubrückenrahmen, Gewicht* 283 kg, Landstraßenverbrauch* 5,9 Liter/100 km, vmax 245 km/h, Preis 14495 Euro. Vergleichstest in MOTORRAD 16/2003. Stärken: hohe Leistung, Komfort, Kardan, ABS, Alltagstauglichkeit*MOTORRAD-Messungen

Buell

Bleibt alles anders? Diese Frage wirft die Buell zwingend auf. Individuelle Optik, ein auf immerhin 84 PS erstarkter Harley-V-Zwo – natürlich luftgekühlt, Benzin im Rahmen, Öl in der Schwinge, Auspuff unterm Motor. Kaum etwas an diesem Bike geriet konventionell, schon gar nicht die am Felgenbett fixierte Bremsscheibe mit Sechskolbensattel vorn, auch nicht der Zahnriemenantrieb oder die Radikalst-Geometrie mit ultrakurzem Radstand sowie einer extrem steil angestellten Gabel. Das macht die Firebolt zwar nicht zu einem Handling-Wunder, zumal die Serienbereifung nicht sehr geschickt gewählt wurde, aber zu einer faszinierenden und polarisierenden Fahrmaschine. Als Zugabe gibt’s einen zweiten Satz Reifen, der es besser kann, Dunlop D 207 in RR-Spezifikation, und einen Gutschein für ein Sicherheits- oder Renntraining, um die Gummis gleich richtig zu fordern. Obendrein lockt ein Jahresabonnement einer Motorradzeitschrift nach Wahl. Bedarf es dafür noch eines Tipps?

BUELL Firebolt XB9R

V-Zweizylinder, 985 cm3, 62 kW (84 PS) bei 7400/min, 86 Nm bei 5600/min, Alubrückenrahmen, Gewicht* 206 kg, Landstraßenverbrauch* 4,8 Liter/100 km, vmax 209 km/h, Preis 10733 Euro. Top-Test in MOTORRAD 13/2002. Stärken: Verbrauch, Bremsen, Charisma, Schräglagenfreiheit*MOTORRAD-Messungen

Ducati

Va bene, Billigheimer waren Ducati noch nie. Aber die ST 4 S ABS war eine kleine Sensation auf der Intermot 2002. Ausgerechnet die sportliche Marke erweitert ihre Sporttourer-Baureihe um ein Modell mit (abschaltbarem) Antiblockiersystem. Kompliment! Doch bevor das ABS auf griffiger Fahrbahn zu regeln beginnt, droht bereits der Überschlag – siehe MOTORRAD 10/2003. Immerhin spendiert Ducati den 2003er-Modellen für nur 50 Euro Zuzahlung Koffer im Wert von 696 Euro und eine Übernachtung für zwei Personen in einem MotoRoute-Hotel. Der Weg dorthin wird dank des rassigen 90-Grad-V2 und stabilen Fahrwerks kurzweilig.Der 50-Euro-Deal gilt für die ganze ST-Familie: Wer aufs ABS verzichtet, spart 1000 Euro; wem 105 statt 120 PS reichen, zahlt für die ST 4 »ohne S« 2000 Euro weniger. Die zweiventilige, 83 PS starke und sparsame ST 2 kostet offiziell 10150 Euro, doch über Preise sollte noch zu reden sein. Denn alle 2004er-ST, inklusive der neuen ST 3, erhalten eine frischere Optik, bessere Ergonomie, eine dicker gepolsterte Sitzbank und besseren Windschutz.

Ducati ST 4 S ABS

V-Zweizylinder, 996 cm3, 88 kW (120 PS) bei 8800/min, 98 Nm bei 7000/min, Stahl-Gitterrohrrahmen, Gewicht* 234 kg, Landstraßenverbrauch* 5,4 Liter/100 km, vmax 245 km/h, Preis 14250 Euro. Vergleichstest in MOTORRAD 26/2002. Stärken: Fahrleistungen, Bremsen, Reichweite*MOTORRAD-Messungen

Moto Guzzi

Nur äußerlich ein Cruiser – die California EV ist ein klassisches und recht fahraktives Tourenmotorrad mit reichlich Chrom-Zierrat. Um diesen Anspruch zu unterstreichen, gibt es die Cali EV Touring zum Preis der Standard-EV, also für 12750 statt 13350 Euro. Ihr Gratis-Zubehörpaket umfasst lackierte Hepco-Becker-Koffer, Lenkerverkleidung, Heizgriffe und Beinschilde. Der moderate 150er-Hinterreifen und eine gute Schwerpunktlage sorgen für leichtfüßiges Handling. Der charaktervolle und wohlklingende Zweiventil-V2 pulsiert wie eh und je und erfüllt seit dem Modelljahr 2003 mit G-Kat die Abgasnorm Euro 2.Zu wenig Reserven weisen die Sachs-Federbeine für Soziusbetrieb auf, im vollen Tourentrimm sackt die Hinterhand stark ein, das Gefühl fürs Vorderrad schwindet. Vorsicht, wenn noch Uralt-Reifen vom Typ Metzeler ME 33 und 55 aufgezogen sind: Sie sind bei Nässe fast schon ein Sicherheitsrisiko. Vertrauenserweckender, handlicher und zielgenauer rollt die Bella Donna auf Bridgestone BT 45.

Moto Guzzi California EV Touring

V-Zweizylinder, 1064 cm3, 55 kW (75 PS) bei 6400/min, 95 Nm bei 5000/min, Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Gewicht* 268 kg, Land-straßenverbrauch* 4,9 Liter/100 km, vmax 184 km/h, Preis 12750 Euro. Test in MOTORRAD 4/1999 (Basisversion). Stärken: Zuladung, Handling, Tourentauglichkeit*MOTORRAD-Messungen

Suzuki

Tanke schön. Nicht, dass die DL 1000 V-Strom ein Säufer wäre, doch Suzuki spendiert Neukunden dennoch 20 Shell-Tankgutscheine in motorradfreundlicher Stückelung à 12,50 Euro. Macht also für 250 Euro Gratis-Benzin. Den erhalten auch Käufer der erst in diesem Frühjahr auf den Markt gekommenen SV 1000 S. Hier wie dort kommt der ursprünglich aus der glücklosen TL 1000 stammende 90-Grad-V-Zwo zum Einsatz, der in der DL bullige 98 und in der SV feurige 120 PS entwickelt. Die V-Strom versteht sich dabei weniger als Reiseenduro denn als alltagstauglicher Allrounder. Knappe Federwege, Gussräder und fehlender Motorschutz geben eindeutig die Marschrichtung vor. Dank relativ niedrigen Gewichts, lässig-entspannter Sitzposition und eines spritsparenden Overdrives bei 22 Liter Tankinhalt meistert die 1000er kurviges Terrain und Mammutetappen gleichermaßen. Unnötig nur, dass die überdimensionalen Schalldämpfer das Heck mit Nachrüstkoffern auf Pkw-Breite bringen. Schwester SV gibt sich im Fahrbetrieb viel emotionaler, doch stören bei ihr die tiefen Lenkerstummel und mangelnder Sitzkomfort für den Sozius.

Suzuki DL 1000 V-Strom

V-Zweizylinder, 996 cm3, 72 kW (98 PS) bei 7600/min, 101 Nm bei 6400/min, Alubrückenrahmen, Gewicht* 237 kg, Landstraßenverbrauch* 5,1 Liter/100 km, vmax 200 km/h, Preis 9730 Euro. Top-Test in MOTORRAD 7/2002. Stärken: Getriebe, Bremsen, Reichweite*MOTORRAD-Messungen

Aprilia

Kann ein Motorrad, das Aufpreis kostet, ein Schnäppchen sein? Im Fall der Caponord Rally Raid eindeutig ja! Sie bietet für genau 1000 Euro mehr als das Standard-Modell ein imposantes Ausstattung-Plus. Dazu zählen ein zweiter Reifensatz, grobstollige Metzeler MCE Karoo für unbefestigtes Terrain, sowie Zweifarblackierung, Motorschutz aus Alu-Karbon-Mix oder ein konifizierter Alulenker in edel gefrästen Risern. Ein Satz Koffer samt Träger und diverse Schutzbügel steigern die Fernreisetauglichkeit, eine dicker gepolsterte, zweiteilige Sitzbank den Langstreckenkomfort, die dafür aber längere Beine erfordert.Besonderen Mehr-Wert gibt es beim Fahrwerk. Vorn und hinten wurden die Federwege um je 20 Millimeter angehoben, sprechen die Federelemente besser an. An der Rally Raid ist das Sachs-Federbein mit Ausgleichsbehälter komplett einstellbar, die 50-Millimeter-Gabel immerhin in Zug- und Druckstufe. Der unveränderte 60-Grad-V2 von Rotax präsentiert sich mit G-Kat recht gut abgestimmt und für Offroad-Einsatz kürzer übersetzt. Auch wenn fünfeinhalb Zentner Leergewicht nicht unbedingt zu Tiefsandpassagen einladen, der Abenteuer-Nimbus ist unbezahlbar.Und wen dies gar nicht beeindruckt, der kann getrost zur Standard-Version greifen, die ist nämlich 310 Euro billiger zu haben als noch vor einem Jahr.

Aprilia Caponord Rally Raid

V-Zweizylinder, 998 cm3, 72 kW (98 PS) bei 8250/min, 95 Nm bei 6250/min, Alubrückenrahmen, Gewicht* 268 kg, Landstraßenverbrauch* 6,0 Liter/100 km, vmax 220 km/h, Preis 11389 Euro. Fahrbericht in MOTORRAD 13/2003. Stärken: Ausstattung, Federungs- und Sitzkomfort, Handling*MOTORRAD-Messungen

BMW

Gib mir die Kugel: Jetzt kann man sich noch ein potenzielles Sammlerstück und ideales Viertfahrzeug sichern – hohen Auffälligkeitsfaktor inklusive. Denn die C1-Roller werden bereits seit Herbst 2002 nicht mehr produziert. Der Scooter mit Telelever und G-Kat unterliegt dank Hochsicherheitszelle und Gurten nicht der Helmpflicht und ist optional mit ABS zu haben.»Neufahrzeuge« verhökert etwa die BMW-Niederlassung Bonn 35 Prozent unter Neupreis, also ab 3640 Euro, aus Leasingbetrieb zurückkommende Gebraucht-Käfige sogar für den halben Neupreis. Der 200er hat nur 176 Kubikzentimeter, aber mehr Reserven als der kleine, nervensägende 125er-Single, der doch arg laut tönt.

BMW C1 und C1 200

Einzylinder, 125/176 cm3, 15 PS bei 9300/min (18 PS bei 8500/min), 12 (17) Nm bei 6500/min, Alu-Space-Frame, Gewicht* 201 kg, Verbrauch* 4,5 (4,7) Liter/100 km, vmax 106 (112) km/h, Preis 5600/5850 Euro. Test in MOTORRAD 10/2000. Stärken: Sicherheit*MOTORRAD-Messungen

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