Die Designer zu ihren Werken

Foto: Graf
Alexander Makusch, 22
"Das Motorrad für Jugendliche soll meines Erachtens die Gesamtproportionen eines klassischen Motorrads beibehalten, jedoch muss sich die Komplexität des Designs reduzieren. Daher versuchte ich, alle Bauteile so zu vereinfachen und zu gestalten, dass sich die Funktion nicht ä¤ndert, wohl aber das Erscheinungsbild. Das fasziniert die Jugend: komplexe Technik klug und einfach verpackt. Beispiel Apple iPod. Die Radführung über Blattfedern und Nabenlenkung ist wesentlicher Bestandteil der Linienführung, ebenso wie die Oberschale, die sich wie eine Spange über den darunter liegenden Tank wölbt. Aussparungen mit Gittereinsätzen lassen den Korpus leichter aussehen. Drittes maßgebliches Designelement sind die großen, filigranen Räder mit außen liegenden Bremsscheiben."


Stefan Jubbt Rasmussen, 22
"Mein Motorrad ist ein Konzept, das zwei unterschiedliche Fahrpositionen anbietet. Die erste ähnelt der, die man von den Superbikes kennt. Die zweite erinnert an einen Roadster, man sitzt tief in einer Schale. Wenn die Roadster-Position nicht genutzt wird, kann die Schale als Gepäckraum für Shoppingbags, Wakeboard, Skateboard oder Ähnliches herhalten. Dadurch wird das Motorrad viel flexibler, und ich bin sicher: attraktiv für die Jugend."


Matthias Graf, 26
"Das Konzept soll Jugendlichen etwas geben, mit dem sie sich von der Masse abheben können, und etwas, das technisch auf dem neuesten Stand ist. Mein Fahrzeug soll eher Lifestyle-Objekt sein als reines Fortbewegungsmittel. Ich habe versucht, das Erlebnis Motorrad fahren auf die Spitze zu treiben und den Fahrer noch mehr in das Fahrzeug zu integrieren. Er sitzt im Rad und ist Teil des Fahrzeugs. Aufgrund der V-Position der Reifen hat der Fahrer anders als beim konventionellen Einrad ein freies Sichtfeld. Der vordere ‚Schnabel’ dient dazu, das Fahrzeug beim Parken abzustellen. Außerdem hilft er, einen Überschlag zu verhindern, sollte die Elektronik ausfallen. Beim Design war mir wichtig, dass die Karosse sich möglichst harmonisch in den Reifen in seiner perfekten Kreisform integriert. So scheint der Fahrersitz zu schweben, obwohl er fest mit dem Rahmen verbunden ist. Kippbewegungen, welche beim Bremsen und Beschleunigen entstehen, werden bei diesem Konzept genau wie bei einem Segway über Gyroskope, welche ständig die Position des Fahrzeugs errechnen, gesteuert."


Roman Kadler, 23
"Dieses Motorrad verbindet die Freiheit und Bewegungsmöglichkeit eines Fahrzeugs mit dem Image und den Anpassungsmöglichkeiten, die uns Kleidung bietet. Das Styling ist dank auswechselbarer Oberfächenmaterialien schnell an Gelegenheit oder Laune anzupassen. Die Maschine ist weniger reines Fortbewegungsmittel. Sie ist Teil unseres Lifestyles, der beinhaltet, schnell und sicher von A nach B zu kommen. Aber auch: mit Spaß."


Chris Lai
"Der RUNNER wird 2060 von Nike released. Zu diesem Zeitpunkt ist die Fashionszene in London an einem Punkt angelangt, an dem es schwer wird, sich als individuelle Jugendsubkultur zu behaupten. Mit dem Runner wird ein Motorrad für die Jugend herausgebracht, das sowohl Fortbewegungsmittel als auch Fashionprodukt verkörpert."


Igor Vishnevskiy, 25
"Wegen des zunehmenden Verkehrs ist das Fahren unsicherer geworden. Vor allem Motorradfahrern stellt sich die Frage, wie sich das Fahrzeug sicherheitstechnisch verbessern lässt. Deshalb stellt mein Konzept das Thema Sicherheit in den Mittelpunkt. Für mich bedeutet Sicherheit, sich umschlossen zu fühlen. Also habe ich einige Aspekte aus dem Automobilbereich übernommen und in eine Form gebracht, die den Fahrspaß auf dem Motorrad mit sicherem Fahren verbindet. Eine lang gezogene, spirale, von oben betrachtet asymmetrische Bewegung fließt über den gesamten Korpus. Die linke Seite spielt auf die in den 1930ern schon verwendete Halbtropfenform an, die eine gute Aerodynamik bietet. Sitzposition und Bedienungselemente entsprechen denen im Auto. Das spricht die Jugendlichen an, die mit Motorrädern wenig Erfahrung und vielleicht Berührungsängste haben. In seinen Fahreigenschaften ist das Fahrzeug, angetrieben von einem Zweizylinder-Boxer im Hinterrad, aber dem Motorrad verpflichtet. Das Motorrad-Konzept trägt den Namen CAVERE. Das Wort kommt aus dem Lateinischen, und bedeutet so viel wie ‚achtgeben’ und ‚sich hüten."

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