Die Dragsterszene in Deutschland (Archivversion)

Was in den USA mehrere hunderttausend Menschen anzieht, ist in Deutschland ein absolutes Minderheitenprogramm. So ist zum Beispiel die skandinavische, holländische oder englische
Dragster-Szene weitaus attraktiver und mit sehr
schnellen Fahrern und Top-Material auch qualitativ
besser bestückt. Doch es gibt in Deutschland eine Veranstaltung, die NitrolympX (25. bis 27. August in Hockenheim), wo alles, was in Europa Rang und Namen hat, eine riesige, sehenswerte Dragster-Party feiert (www.dragster.de). Dort ist in diesem Jahr auch der Destroyer Cup am Start. Wer nicht nur zuschauen, sondern mitmischen möchte, kann sich schon eine Woche vorher selbst in den Sattel schwingen. Am Erscheinungswochenende dieser MOTORRAD-Ausgabe (19./20. August) darf sich bei den »Public race days« (www.thunder-
drome.de) im badischen Motodrom jeder an der Viertelmeile probieren. Für alle, die ihre Leistung dann im Vergleich mit den Profis einschätzen
wollen oder nur als Übersicht für Unbescholtene hier die einzelnen Dragrace-Klassen:
Public Race Bike/Street Twin: alles, was im
öffentlichen Straßenverkehr zugelassen ist, vom Sechs- bis zum Einzylinder. Gültiger Führerschein und Zulassung sind Pflicht, sämtliche Modifikationen müssen eingetragen sein. Lachgassysteme sind verboten. Zeiten: 10,2 bis 11,5 Sekunden.
Modified Twin: deutlich mehr Modifikationen an Motor/Fahrwerk erlaubt wie oben.
Super Twin Topgas: Hier geht die Dragster-Welt richtig los. Bärenstarke V-Twins mit bis zu 2,6 Liter Hubraum und breiten Slicks. Es wird noch handelsüblicher Sprit getankt. Trotzdem: niedrige 8er-Zeiten. Rund 20 deutsche Fahrer.
Super Street Bike: von Lachgas und Turboladern befeuerte Vierzylinder, teilweise aufgebohrt und umfassend modifiziert. Lange Schwingen erlaubt, Wheeliebar und Slicks verboten. Topspeed jenseits der 300 km/h, Zeiten zwischen 7,7 und zehn Sekunden. Zirka zwölf deutsche Piloten.
Pro Stock Bike: Turbo, Nitro, Kompressor, Lach-
gas – alles verboten. Konventionelles Tuning ohne Einschränkung erlaubt. Ebenso wie Slicks und Wheeliebar. Zirka 300 PS, niedrige 7er-Zeiten. Kein deutscher Fahrer.
Super Twin Top Fuel: bis zu 900 PS aus fast drei Liter Hubraum, Nitromethan, alles, was geht. Zeiten um 6,5 Sekunden, Topspeed 340 km/h. Zwei deutsche Fahrer.
Top Fuel Bike: die absolute Königsklasse mit vier Zylindern und Schraubenkompressoren. Verbrauch
pro Lauf zwischen elf und 14 Liter Nitromethan, rund 1000 PS, niedrige 6er-Zeiten, Topspeed über 360 km/h. Kein einziger deutscher Fahrer.

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