Die großen Schwestern (Archivversion)

Die beliebte Frage an den Wurst- und Käsetheken dieser Welt stellt sich auch, wenn es um diese Allrounder geht. »Darf’s ein bisschen mehr sein?« fragt Honda mit der CBF 1000 ebenso wie Suzuki mit der Bandit 1250. Und diese Frage sollte man ernst nehmen. Nicht nur, weil die großen Schwestern den kleinen wie aus dem Gesicht geschnitten sind, sondern auch, weil sie nicht so viel teurer sind, wie der Hubraum suggeriert. Exakt 1600 Euro trennen die beiden Bandits, aber auch gemessene 23 PS (108 zu 85 PS). Noch viel wichtiger sind die satten 52 Newtonmeter mehr Drehmoment, welche die Große zu bieten hat und die statt bei 7800/min, bereits bei sagenhaften 3500/min anliegen. Da die kleine Bandit ihren theoretischen Gewichtsvorteil mit 250 zu 254 Kilogramm verspielt, spricht vieles für die große Schwester, auch wenn die 650er mit einer geglückten Übersetzung gegenüber der sehr lang übersetzte der 1250er wieder ein wenig aufholt.
Noch mehr spricht allerdings für die Honda CBF 1000, denn ihr modernes Aggregat toppt den laschen Motor der 600er deutlicher, als alle Messwerte aussagen. 99 Newtonmeter stehen 58 gegenüber, 100 PS treten gegen 75 an. Gefühlt jedoch trennen beide Welten, preislich 1750 Euro.
Bei den SV-Schwestern (die Große ist seit 2006 offiziell nicht mehr im Programm, gebraucht aber günstig zu haben) fällt die Sache fahrdynamisch nicht so eindeutig aus, obwohl nominelle 120 statt 72 PS und 102 statt 64 Newtonmeter locken. Doch der kleine SV-Antrieb wirkt deutlich erwachsener als das 600er-Honda-Aggregat. Dennoch ist auch die 1000er-SV (allerdings ohne ABS) sicher eine Überlegung wert, während man sich bei den Bandit-Sisters durchaus fragen sollte und bei den Honda-Zwillingen unbedingt fragen muss, ob es etwas mehr sein darf.

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