Die kleine und die große Schwester (Archivversion)

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Kein Wunder also, das 690 Duke und 990 Super Duke bei allen Unterschieden auch viel gemeinsam haben. Äußerliche Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen, die größte Übereinstimmung liegt in ihrem quicklebendigen Wesen. Und doch gibt es genau in dieser Hinsicht auch Unterschiede. Der zentrale: Die kleine Schwester kann nicht anders als den Hansdampf in noch so engen Gassen zu spielen, während das Repertoire der Super Duke bei Bedarf auch die gelassenen Stunden auf dem Motorrad abdeckt.

Diese Fähigkeit zur besinnlichen Gangart speist sich natürlich vor allem aus der Souveränität, die der große Motor ver­leiht. In der Spitze stehen gemessene 121 PS den 68 der 690er gegenüber. Viel wichtiger allerdings im täglichen Umgang: Die maximal 69 Newtonmeter, welche die kleine Duke bei 6300/min abliefert, liegen bei der großen Schwester praktisch ab Standgas, nämlich bei knapp 2500/min an, während das Maximum in 103 Newtonmetern bei 7000/min gipfelt. Was das bedeutet, ist klar: Die Super Duke ist immer und überall souverän motorisiert, während die 690er nicht nur irgendwie immer getrieben ist, sondern beim Flanieren wegen ihrer »Unter-3000/min-Inkontinenz« komplett versagt.

Wenn man zusätzlich in Betracht zieht, dass die Super Duke der 690er fahrwerksseitig keineswegs nachsteht, sondern im Gegenteil die transparentere Rückmeldung bietet und in der MOTORRAD-Punktewertung gerade auch in Alltagsbelangen uneinholbar davonzieht, relativieren sich 3500 Euro Preisunterschied. So bleibt letztlich hauptsächlich der Gewichtsvorteil von 43 Kilogramm, der für die 690er spricht. Wer wissen will, wie sich so ein Fliegengewicht in Kombination mit diesem Über-Single anfühlt, kommt an der Duke (oder SM oder SMC) nicht vorbei.

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