Die Maschinen der MOTORRAD-Leser (Archivversion) Voll schräg

Napier, die im Art-Deco-Stil errichtete Stadt auf der Nordinsel Neuseelands, beeindruckt die Besucher in erster Linie durch ihre Bauwerke. Beim Bummel über die Promenade am Pazifik kann man vor dem Strandbad aber zudem ein imposantes Gefährt entdecken: das Trike von Ian Clayton. Es wirkt auf den ersten Blick wie ein schrilles Showmobil, doch für den 43-jährigen Kiwi ist es nicht nur Spaßgerät, sondern auch Transportmittel. Jeden Tag fährt er damit zur Arbeit – 20 Kilometer hin, 20 zurück.Das Trike hat Clayton selbst entworfen und eigenhändig zusammengebaut. »Bei dieser Gelegenheit«, so der Manager der Grünanlagen am Strandbad, »habe ich das Schweißen gelernt.« Das Vorderrad stammt von Harley, es wird von einer Springer-Gabel geführt. Das Rahmenheck entnahm er einem alten VW-Bus. Der Motor hat ebenfalls seine Wurzeln beim Konzern aus Wolfsburg, doch Clayton peppte den biederen 1600er-Boxer ordentlich auf: Dank einschlägiger Tuningteile aus den USA bringt es das ehemalige Käfer-Triebwerk nun auf 2276 cm3 und 227 PS. Im dritten Gang beschleunigt das blau-gelbe Geschoss auf gut 150 km/h, den vierten Gang hat Clayton vorsichtshalber noch nicht ausgefahren. Dafür kann er mit anderen Zahlen wie der Bauzeit (dreieinhalb Jahre), den Kosten (umgerechnet etwa 11000 Euro), dem Gewicht (647 Kilogramm) und weiteren technischen Daten aufwarten.Bleibt die Frage, wie er gerade auf ein Trike als Fahrzeug für die alltäglichen Besorgungen und für Ausflüge am Wochenende gekommen ist. »Ich wollte kein Auto, meine Frau kein Motorrad, also haben wir uns auf drei Räder geeinigt«, erklärt Clayton. Selbst-verständlich hat er das Gefährt mit einem Sitz für die werte Gattin ausgestattet und mit Gepäckablage und Topcase einigermaßen reisetauglich gemacht. Ganzjährig oben offen zu fahren ist dank des milden Klimas Down under ohnehin kein Problem.

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