Die Maschinen der MOTORRAD-Leser (Archivversion) Total NORMAL?

Fotos: Michael Ahlsdorf

Es begann alles an einem frostigen Herbsttag 1995 in Waren/Mecklenburg: Dirk Fanslau kniete vor zwei ausgedienten AWO-Motoren und überlegte sich, wie man sie wohl am besten miteinander verbinden könnte. Seine beiden Kumpels, Ingo und Mike, hielten ihn zuerst für verrückt, machten aber in den folgenden Monaten begeistert bei der AWO-Vereinigungsgeschichte mit.Verwendet wurde so ziemlich alles, was für wenig Geld aufzutreiben war. Die meisten Teile fanden sich im über viele Jahre angesammelten, hauseigenen Warenlager. Bis auf eine Felge, deren Herkunft wohl nie eindeutig geklärt werden kann, wurden nur Teile aus Ost-Produktion verwendet.Eine Eigenbau-Doppelzündanlage mit versetzter Zündfolge hält die Vibrationen der parallel laufenden Kolben in Grenzen und ermöglicht Drehzahlen bis 6500/min. Ein sogenanntes »Hacker-Getriebe« aus der allerersten AWO-Generation überträgt die »brachialen« Kräfte an den fetten Hinterradschlappen, der zwar bis 210 km/h zugelassen ist, aber wohl niemals nur annähernd in diesen Geschwindigkeitbereich vorstoßen wird. Da hätte wohl auch der TÜV was dagegen - zu dem sich Dirk erst gar nicht begibt. Die Chance, eine Straßen-Zulassung für den AWO-Twin zu bekommen, tendiert gegen null, und der finanzielle Aufwand würde allein schon den Materialwert bei weitem übersteigen.Über die Lösung des Kernproblems, die Verbindung der beiden Motoren, schweigen sich Dirk und seine beiden Kumpels beharrlich aus. »Hat eine ganze Menge Material und Kurbelwellen gekostet - und verdammt viel Überlegungsbier.“

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