Die Motoren (Archivversion)

B-King
Suzuki setzt beim Macho-Bike aufs etablierte und leistungsfähige Reihenvier­zylinder-Konzept, das mit einer extra Por-
tion Hubraum auch in Sachen Drehmoment brachiale Werte auf die Straße stemmt.
Umgerechnet auf einen Liter Hubraum (spezi­-fisches Drehmoment und Leistung, siehe ganz links) setzt der dohc-Motor mit 109 Nm und
137 PS Triumph und Yamaha schachmatt.
Zu­dem erlaubt das kurzhubigste Kraftpaket im Vergleich mit bis zu 11000/min eine spritzige Drehfreudigkeit und beschert somit das breiteste nutzbare Drehzahlband. Dieser Spagat gelingt auch deshalb, weil die verhältnismäßig großen 44er-Drosselklappen pro 335 cm³ Zylindereinheit und die voluminösen Doppelschalldämpfer günstige Strömungsverhältnisse bei hohen Drehzahlen erlauben.

MT-01
Einen ganz eigenen Weg geht Yamaha.
Mit je 835 cm3 großen Einzelhubräumen, schlanken 40er-Saugrohren und einer langhubigen Motorauslegung ist das ohv-Aggregat auf den großen Knall aus dem Keller ausgerichtet. Entsprechend reißt der V2-Hammer schon bei niedrigsten Drehzahlen
an der Kette, bricht jedoch ab 4500/min eben­-so kraftlos in sich zusammen. Der Grund: Zwischen den vier Ventilen und der unten liegenden Nockenwelle verrichten ellenlange Stoßstangen (siehe Foto oben), wartungsfreie Hydro-Stößel und schwere Gabelkipphebel ihre Arbeit nur bei moderaten Drehzahlen deutlich unter 6000/min zuverlässig. Kein Wunder, dass die maximale mittlere Kobengeschwindigkeit trotz des langhubigen Motorkonzepts mit
20,71 m/s im absolut grünen Bereich liegt.

Rocket III
Nicht nur die Zylinderzahl, auch das dohc-Konzept ist klares Indiz für den Kompromiss, mit dem Triumph das Thema Dampfma­schine angeht. Um sich die pingelige Suche nach Drehmoment zu ersparen, wählten die Engländer den besten Weg und machten
beim Hubraum Nägel mit Köpfen. Drei Kolben verdrängen satte 2294 cm3 und drücken
dabei so viel Drehmoment auf die Kurbelwelle, dass man die Naturgewalten durch eine
Regelung bei der Zünd/Einspritzelektronik benutzerfreundlich in die Schranken weisen musste. Der Überfluss an Dehmoment erlaubt es, den Rocket-Dreizylindermotor in ein wahr­-lich fettes Metallgerüst zu gießen. Was der Dynamik scheinbar keinen Abbruch tut. In
3,4 Sekunden katapultiert sich das 361-Kilo­-gramm-Trumm von 0 auf 100 km/h.

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