Die Roller des Jahres 2005

Leistung zählt

Roller sind praktisch, handlich, niedlich und bequem. Zum Angasen gibt es schließlich
Motorräder, oder? Ja, aber nicht nur. Die Wahl der Roller des Jahres 2005 zeigt, dass auch Rollerfahrer zunehmend Wert auf Leistung und sportliche Gene legen.

Zum zehnten Mal tat die MOTORRAD-Schwesterzeitschrift roller – Das Scooter-Magazin, was auch MOTORRAD macht: Sie fragte ihre Leser, welche Roller sie am besten finden. Die Resultate zeigen, dass Rollerfahrer gar nicht so anders ticken als Motorradfahrer. In der 50er-Klasse stehen mit dem eingespritzten Zwei-
takter des neuen Aprilia SR 50 R Factory Sport und Hightech ganz vorn. Bei den 125ern begeistert der Peugeot Jet Force mit Kompressor. Und bei den Großen siegt der Stärkste und Luxuriöseste – Suzukis Burgman 650 Executive. Nur bei den City-50ern belegt die klassische Vespa Platz eins. Zum besten Roller von allen wurde dagegen der Sieger der Sportler gewählt: der Aprilia SR 50 R Factory.
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Sportroller bis 50 cm³

Schon sein Vorgänger, der Aprilia SR 50 LC Di-Tech, war vier Jahre hintereinander auf den Sieg bei den Sport-50ern abonniert. Der Ende 2004 präsentierte Nachfolger SR 50 R Factory setzt diese Erfolgsserie nicht nur fort, sondern noch einen drauf: Er sammelte mit 32,4 Prozent fast doppelt so viele Stimmen wie sein Vorgänger und konnte sich als »Bester Roller von allen« im Urteil der
Leser sogar vor den luxuriösen Suzuki Burgman 650 Executive setzen. Während Peugeots Dauerbrenner Speedfight seinen zweiten Platz halten konnte, machte der runderneuerte Piaggio NRG Power Purejet einen Sprung nach vorn. Pech für den soeben renovierten Konzernkollegen Gilera Runner 50: Zur Wahl stand noch das alte Modell.

Cityroller bis 50 cm³

Was ein Aprilia kann, gelingt einer Vespa schon lange: Nämlich den ersten Platz bruchlos ans Nachfolgemodell weiterzureichen. Das heißt LX und unterscheidet sich von der im Vorjahr erstplatzierten ET2 nur bei genauerem Hinsehen.
Weniger rundlich wirkt die Blechkarosserie, die Spiegel sind verchromt, der Gepäckträger entfiel. Auf den folgenden beiden Plätzen regiert wie im Vorjahr der Komfort. Auch der extravagante Aprilia Mojito, eine Art Cruiser-Roller im Straßenkreuzer-Design, büßte nichts an Beliebtheit ein. Hondas stilistisch nicht unumstrittener Technologieträger Zoomer (vier Ventile, Einspritzung, G-Kat, Dynastart) schwingt sich vor Piaggios neuem, elegant-unauffälligem Allrounder Fly auf Platz fünf.

Leichtkraftroller bis 125 cm³

Letztes Jahr noch ganz oben auf dem Treppchen, muss sich die Vespa GT 125 L nun mit Platz
drei zufrieden geben – klar distanziert nicht nur vom Peugeot Jet Force 125 Compressor. Das wäre
ja nachvollziehbar, denn so feine Antriebstechnik
hatte noch kein anderer Roller, und derart viel Schub gab es bei einem 125er bislang ebenfalls nicht. Erstaunlicher ist, dass sich auch der Peugeot Speedfight 100 mit luftgekühltem 8,5-PS-Zweitakter an der modernen Vierventil-Vespa vorbeischieben konnte: Sport-Image für wenig Geld, das hat was. Auf den Plätzen feiert mit dem Honda SH 125i ein Großradler Premiere. Auch neu unter den ersten zehn: das Kymco-Sofa Grand Dink und der sportliche Gilera Runner 125 VX.

Roller über 125 cm³

Ähnlich stabil wie bei den City-50ern bleibt die Rangfolge bei den Motorrollern – ein wenig Stühlerücken und drei Neuzugänge, das war’s. Der Burgman 650 Executive siegt. Für ihn stimmten fast exakt so viele Leser wie 2004, während die 200er-Vespa an Zuspruch verlor. Mit dem Runner 200 VXR tritt ein verdienter, aber nicht mehr junger Sportler wieder in den Vordergrund, was in-
sofern erstaunt, als Gilera mit dem Nexus 500 ein viel heißeres Eisen im Feuer hat. Nicht mehr unter den ersten zehn sind Piaggio Beverly 500 und
X9 500 sowie der nicht mehr importierte Aprilia Scarabeo 500. Mit Atlantic 500 Sprint, Leonardo 300 und YP 400 Majesty entschieden sich die
Leser für sportlich-temperamentvolle Alternativen.

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