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Motorrad des Jahres 2014 Die Sieger der Leserwahl stehen fest

45.707 MOTORRAD-Leser haben gewählt, und die Siegertreppchen zum Motorrad des Jahres 2014 sind besetzt: BMW siegte in drei der acht Kategorien, Ducati und KTM je zweimal, einen Sieg heimste die Piaggio-Gruppe ein.

Motorrad des Jahres 2014

Die MOTORRAD-Leserwahl ist die größte und bedeutendste internationale Leserbefragung der Motorrad-Medienbranche. Zum 16. Mal stimmten die MOTORRAD-Leser in diesem Jahr über das Motorrad des Jahres ab. Die Aktion wurde zeitlich und nach identischer Methode in neun Ländern durchgeführt; insgesamt stimmten 85.274 Teilnehmer ab, davon allein in Deutschland 45.707.

2014 standen 208 Zweiräder aus den Kategorien Tourer, Sportler, Chopper/Cruiser, Enduros/Supermotos, Allrounder, Naked Bikes, 125er und Roller zur Wahl. Jeder Teilnehmer konnte pro Kategorie eine Stimme vergeben - und zwar per Postkarte, die den MOTORRAD-Ausgaben 24 und 26/2013 beilag, sowie online.

Unter allen Teilnehmern waren 117 Preise im Gesamtwert von über 35.000 Euro ausgelobt; an erster Stelle stand natürlich ein Motorrad: Der Gewinner hatte die Wahl zwischen einer BMW R nineT, einer Ducati 899 Panigale und einer KTM 1290 Super Duke R - und er entschied sich für die BMW. Auch die Gewinner aller anderen Preise wurden inzwischen benachrichtigt.

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Foto: Hersteller
1. Platz Tourer: BMW K 1600 GT/GTL.
1. Platz Tourer: BMW K 1600 GT/GTL.

A: Tourer

Dei BMW K 1600 GT hat das Segment der Luxus-Tourer neu definiert. Der 160-PS-Sechszylinder strotzt in jedem Drehzahlbereich vor Kraft, souveräner bietet so viel Leistung kaum ein anderes Triebwerk.

Wem die GT äußerlich dafür etwas zu bieder erscheint, dem bietet BMW das Sondermodell K 1600 GT Sport. Es hat dieselbe technische Basis inklusive der bestens funktionierenden Duolever-Vorderradführung, welche die Vorgänge Lenken und Federn trennt,unterscheidet sich äußerlich aber durch Zweifarb-Lack, schwarz glänzend beschichtete Räder, eine andere Sitzbank und die niedrigere Scheibe, die stufenlos elektrisch verstellbar ist.

Neben den Fahrmodi Rain und Road hat die BMW K 1600 GT auch den Dynamic-Modus serienmäßig. Gegen Aufpreis gibt es zusammen mit dynamischer Traktionskontrolle das adaptive Kurvenlicht, das die in der rahmenfesten Verkleidung integrierten Xenon-Scheinwerfer die Lenkbewegungen mitmachen und somit die zu fahrende Linie stets optimal ausleuchten lässt.

(aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

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Foto: Hersteller
2. Platz Tourer: BMW R 1200 RT.
2. Platz Tourer: BMW R 1200 RT.

Der Reisetourer BMW R 1200 RT ist die dritte BMW, die den neuen Wasserboxer bekommt. Von den Leistungsdaten ist er gleich geblieben, allerdings haben Kurbelwelle und Generator etwas mehr Schwungmasse bekommen, was zu einem weicheren, runderen Lauf führen soll. Gleichzeitig senkt eine längere Übersetzung das Drehzahlniveau, was wie die Schwungmasse zwar etwas auf Kosten der Spritzigkeit geht, lange Autobahnetappen dafür angenehmer gestaltet.

Die Rahmen ist neu, Sitz, Lenker und Rasten sind 20 mm tiefer als bisher. Serienmäßig kann der Fahrer zwischen den beiden Modi Rain und Road wählen, auch die Stabilitätskontrolle ASC ist immer an Bord. Ein Dynamicmodus und eine Anfahrhilfe am Berg ("Hill Start Control") kosten extra. Ebenfalls als Extra bietet BMW einen völlig neu entwickelten Schaltassistenten für die R 1200 RT, der sämtliche Schaltvorgänge ohne Kupplung oder Gasgriffbetätigung ermöglichen soll. Das Cockpit ist ein Farbdisplay mit analoger Tacho- und Drehzahlanzeige.

(aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
3. Platz Tourer: BMW F 800 GT.
3. Platz Tourer: BMW F 800 GT.

Mit ihrem hoch und nahe zum Fahrer platzierten Lenker, der großen, gut schützenden Scheibe, einer rahmenfesten Vollverkleidung, der komfortablen, auch für zwei geeigneten Sitzbank und dem pflegeleichten Riemenantrieb ist die BMW F 800 GT der Tourer der F-Baureihe. Das Kürzel steht dabei für Gran Tourismo.

Ihr drehfreudiger Reihen-Twin hat 5 PS mehr Leistung als etwa in der Enduro. Optional gibt es wie bei den anderen F-Modellen die elektronische Fahrwerkseinstellung ESA für das hintere Federbein und die Antischlupfregelung ASC. Mit 213 Kilogramm ist die BMW F 800 GT einer der leichtesten Tourer auf dem Markt. Die Einarmschwinge hinten darf dabei als optischer Leckerbissen gelten, der in der Mittelklasse durchaus nicht alltäglich ist.

Weitere Pluspunkte sind das zielgenaue Fahrwerk und die hohe Fahrstabilität, die auch mit voller Beladung noch eine recht sportliche Fahrweise mit der GT zulässt. Koffer und Kofferhalter kosten leider extra.

(aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
1. Platz Sportler: BMW HP4.
1. Platz Sportler: BMW HP4.

B: Sportler

HP bedeutet High Performance, Höchstleistung, immer extremer als das Basismodell. So tritt die BMW HP4 an, den Serientestsieger S 1000 RR zu übertrumpfen - und tut es auf Anhieb. Niedrigeres Gewicht, mess- und spürbar bessere Verzögerung, vor allem aber die Segnungen der dynamischen Dämpfungsanpassung DCC, lassen sie die RR um volle 17 Punkte übertrumpfen.

Sie ist schneller, handlicher, einfacher zu fahren und dabei sogar noch komfortabler als ihre Basis. Das DCC erkennt an Parametern wie Drehzahl, Drosselklappenstellung, Geschwindigkeit, Schräglage, Federbewegung und so weiter, wieviel Dämpfung gerade optimal ist, und justiert diese ein. Verschiedene Fahrmodi kombinieren dies mit Einstellungen für das ABS, die Antischlupfregelung und die Motorsteuerung.

Wem das nicht reicht, für den gibt es für 2900 Euro Aufpreis das Competition-Kit mit edlem Karbon-Motorspoiler, einstellbaren Fußrasten, klappbare Brems- und Kupplungshebel sowie Räder in Racingblue metallic.

(aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
2. Platz Sportler: Ducati 1199 Panigale/S/R/Superleggera.
2. Platz Sportler: Ducati 1199 Panigale/S/R/Superleggera.

Superleggera heißt übersetzt superleicht. Aber auch superteuer. Es bedarf einer Menge an Scheinen, um sich die brandneue Ducati-Granate zu leisten. Alternativ gäbe es beim deutschen Ducati-Eigner Audi einen voll ausgestattenen A6 quattro.

Doch die Ducati 1199 Superleggera ist ein Bike fürs Gänsehautfeeling, gefertigt aus Titan, Magnesium und Carbon. Und es wurde weggelassen, was nur geht: 200 PS begegnen 155 Kilogramm, inklusive Traktionskontrolle, Wheelie Control, Motorbremskontrolle, Quick Shifter und  Schräglagensensor. Im Motor arbeiten Kolben im World Superbike-Stil mit zwei Ringen und modifizierte Kolbenböden für eine höhere Verdichtung.

Kehrt mit der Superleggera auch der Erfolg in der Superbike-WM zurück? Schon die 1199 Panigale R mit 195 PS, auf der die Superleggera basiert, ist gespickt mit Zutaten wie Titanpleueln, leichtem Schwungrad, erhöhtem Drehzahllimit und massenweise Carbonteilen - allerdings zum halben Preis.

(aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
3. Platz Sportler: Ducati 899 Panigale.
3. Platz Sportler: Ducati 899 Panigale.

Nicht zum ersten Mal stellt Ducati den großen, bissigen Bikes ein kleineres Pedant zur Seite. Mit der Ducati 899 Panigale starten die Italiener einen Angriff in der Mittelklasse. Die Silhouette gleicht der 1199, aber Antrieb ist der neue 899 Superquadro-Motor mit geändertem Bohrungs-Hub-Verhältnis, weit gespreiztem Leistungsband und einem Drehmoment von 99 Nm.

Der Motor ist ein voll integriertes und tragendes Bauteil im Monocoque-Chassis. Obwohl sie aussieht, als wäre sie von der Rennstrecke ausgebrochen, soll sich die Ducati Panigale 899 als alltagstauglich erweisen. Ein erhöhtes Sitzpolster und eine kürzere Sekundärübersetzung dürften einen Teil dazu beitragen. Die supersportlichen Komponenten überwiegen jedoch bei weitem: Sport-ABS, Traktionskontrolle, elektronische Motorbremse, Ride-by-Wire. Direkt von der Rennstrecke kommt außerdem der Schaltautomat. Er erlaubt ein Hochschalten, ohne zu Kuppeln, bei geöffnetem Gas.

(aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
1. Platz Chopper/Cruiser: Ducati Diavel.
1. Platz Chopper/Cruiser: Ducati Diavel.

C: Chopper/Cruiser

Diavel heißt teuflisch und der Muskelprotz auf zwei Rädern ist ein Höllengerät. Herz der Ducati Diavel ist der Testastretta-Motor von den Superbikes, aber durch geänderte Steuerzeiten des Ventiltriebs und insbesondere der Ventilüberschneidung in zahmerer Form. Während für die maximale Leistungsausbeute die Ventilüberschneidung so hoch wie möglich ist, leistet der Motor in der Ducati Diavel 162 PS.

Der Power-Cruiser gehört mit 770 mm Sitzhöhe zu den niedrigsten Ducs überhaupt und zu den kurvenausgeglichensten seiner Art sowieso. Hinten schindet ein 240er-Reifen Eindruck. LED-Streifen am Heck dienen gleichzeitig als Rücklicht, Bremslicht und Blinker. An der Schwinge ist ein Arm im Gitterrohrrahmen-Look befestigt. Er dient als Kennzeichenhalterung.

Teuflisch abgefahren ist die Diavel Dark mit Soziusbetrieb. Wer es bequemer will, findet beim Händler vielleicht auch noch die Diavel Strada mit erhöhtem Tourenkomfort. Oder auch nur eine einfache Diavel.

(aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
2. Platz Chopper/Cruiser: Moto Guzzi California 1400 Custom.
2. Platz Chopper/Cruiser: Moto Guzzi California 1400 Custom.

Sie ist die neueste und hubraumstärkste Maschine im Moto Guzzi-Portfolio: die California 1400, die in den Varianten Custom und Touring angeboten wird. Gemeinsam haben sie den riesigen V2-Motor, der aus 1380 cm³ Hubraum gemäßigte 96 PS bei 6500/min entwickelt, dafür aber bereits bei 2750 Touren sein maximales Drehmoment von 120 Nm erreicht.

Das bringt ordentlich Druck aus dem Drehzahlkeller, wobei das per Ride-by-Wire-System gesteuerte Triebwerk sich äußerst kultiviert benimmt. Vibrationen gelangen kaum zur Besatzung, das ganz urige V2-Feeling stellt sich kaum ein. Aber wer hätte an einem solchen luftgekühlten Kraftwerk auch einen zusätzlichen Ölkühler, drei anwählbare Motormappings, Traktionskontrolle und Tempomat erwartet?

Die Unterschiede zwischen den beiden Varianten der Moto Guzzi California 1400 sind in der Ausstattung zu finden – erwartungsgemäß kommt die Touring mit Windschild und Koffern daher. Das macht auch den Preis zum Unterscheidungsmerkmal: 17690 Euro werden für die Custom fällig, 19340 Euro für die Touring. Interessant, dass sich zwischen Januar und September 2013 mehr als zwei Drittel der 189 California-Käufer für die teurere Ausgabe entschieden haben.

(aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
3. Platz Chopper/Cruiser: Harley-Davidson Softail Breakout.
3. Platz Chopper/Cruiser: Harley-Davidson Softail Breakout.

Die Harley-Davidson Softail Breakout, das ideale Fluchtfahrzeug für den Ausbruch aus dem Alltag? Der Name soll's suggerieren.

In Wirklichkeit ist sie eher die ideale Flaniermeilen-Harley zum Sehen und gesehen werden. Tief platziert die 2013 neu vorgestellte Breakout ihren Fahrer über dem Asphalt, die Beine in Chopper-Haltung lässig nach vorn gestreckt, die Füße auf die vorverlegten Rasten platziert, die Arme zum tiefen, geraden Lenker gereckt. Dazu passt die flach angestellte Gabel mit dem filigranen, 21 Zoll großen Gussrad in bösem Schwarz. Ebenfalls typisch Chopper ist der kurze hintere Fender.

Eine echte Harley-typische Show ist das vermeintlich fehlende Rücklicht oberhalb der mächtigen 240er-Hinterreifenwalze, das wie bei der Softail Slim und einigen Sportster-Modellen geschickt in den Blinkern versteckt ist. Auf den ersten Blick von den Schwester-Modellen der Softailreihe zu unterscheiden ist die Breakout durch ihre in Schwarz gehaltenen Schalldämpfer.

(aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
1. Platz Enduros/Supermotos: BMW R 1200 GS.
1. Platz Enduros/Supermotos: BMW R 1200 GS.

D: Enduros/Supermotos

Es überrascht nicht wirklich, dass es auch die neue, nun überwiegend wassergekühlte BMW R 1200 GS quasi aus dem Stand wieder auf Platz 1 der Zulassungsstatistik geschafft hat. Auch alle möglichen Tests konnte sie klar gewinnen.

Doch mit den Verkaufserfolgen wuchs zwischenzeitlich auch die Kritik: laute, krachende, manchmal hakende Getriebe, rupfende Kupplungen und extrem schnell verschleißende hintere Bremsbeläge waren die häufigsten Klagen. BMW gab an, alle diese Probleme erkannt und auch behoben zu haben. Rundweg begeistert hat in allen Tests dafür der Boxermotor, dessen Drehfreude gegenüber seinem luftgekühlten Vorgänger noch mal enorm zugelegt hat. Das Fahrwerk besticht in seiner Zielgenauigkeit und Handlichkeit.

In Sachen Ausgewogenheit und Vielseitigkeit galt die große GS bisher schon als unschlagbar. Die Neue fährt sich noch einen guten Tick einfacher und direkter. Mit vier elektronischen Fahrmodi und ASC sollte sie jeder Situation gewachsen sein.

(aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
2. Platz Enduros/Supermotos: KTM 1190 Adventure/R.
2. Platz Enduros/Supermotos: KTM 1190 Adventure/R.

Hand aufs Herz – mit den Offroad-Qualitäten der 1190 Adventure ist es nicht mehr allzu gut bestellt. Denn selbst die vom Esprit grobstolliger Bereifung und unwegsamer Reiserouten beseelten KTM-Produktplaner haben erkannt: Auch bei Reiseenduros spielt die Musik auf der Straße. Den Job der Abenteurerin übernimmt nun das R-Modell. Mit offroadtauglichen Radgrößen (18/21-Zoll), manuell statt elektronisch einstellbaren Federelementen, drei Zentimeter längeren Federwegen, einteiliger Sitzbank sowie serienmäßigem Sturzbügel gibt sich die R burschikoser und technisch unkomplizierter. In der Tat lässt sich mit der rustikalen Ausgabe erheblich zielgenauer und souveräner über unwegsames Terrain brechen als mit der Basisversion. Auch die Federung bietet mehr Reserven. Dennoch sollte man es im Gelände beim kontrollierten Einsatz auf Schotterwegen belassen. In rauem Terrain verwandelt sich das Erdferkel schnell in einen schweren (244 Kilogramm vollgetankt) Keiler. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
3. Platz Enduros/Supermotos: Ducati Hypermotard/SP.
3. Platz Enduros/Supermotos: Ducati Hypermotard/SP.

Die kleine Hypermotard hat zwar weniger Hubraum, ist ihrer Vorgängerin 1100 Evo/SP aber in jeder Beziehung überlegen. Der 821-cm³-Testastretta 11°-Motor überzeugt mit Laufkultur. Dazu kommt das komplett überarbeitete Fahrwerk. Das ABS regelt erstklassig, ebenso die Traktionskontrolle. Beide sind in die drei wählbaren Ride-by-Wire-Motor-Mappings integriert. Die Hypermotard bietet die Modes Sport,Touring und Urban. Die leistungsorientierte, mit geschmiedeten Marchesini-Felgen und Öhlins-Federbein  aufgerüstete Edelversion Hypermotard SP fährt im Race-, Sport- oder Wet-Modus. Trotz der ganzen Neuerungen ist das Funbike aber seiner Supermoto-Ursprünglichkeit treu geblieben: mit großer Bodenfreiheit, schmaler Taille, aber auch der aufrechten und sehr frontorientierten Sitzposition. Die drei Liter mehr Tankinhalt als bisher reichen puristischen Fans nicht nur für die Fahrt um den Block, sondern für einen netten Sonntagsausflug. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
1. Platz Allrounder: Ducati Multistrada 1200 S/Pikes Peak.
1. Platz Allrounder: Ducati Multistrada 1200 S/Pikes Peak.

E: Allrounder

Die Multistrada 1200 S ist das Flaggschiff unter den Ducati-Tourern. Sofort ins Auge stechen die riesigen Koffer auf beiden Seiten und das Topcase. Die kleinste Kiste dient auch gleich als Rückenlehne für den Sozius. Die Lenkerposition ist nur um zwei Zentimeter erhöht, aber das reicht aus, um auf der Komfortsitzbank auch vorne ziemlich aufrecht zu hocken. Über das Motor-Mapping lässt sich der Leistungseinsatz des 145 PS-Antriebs nach Strecke und eigener Laune wählen. Im Urban-Modus werden nur 100 PS herausgekitzelt, es geht aber auch schräg und schnell. Als einzige in der Multistrada-Abteilung läuft die Granturismo auf Extra-Reifen, dem Langlaufkünstler Pirelli Angel GT. Die optisch aufregendere Multistrada 1200 S Pikes Peak verfügt auch über die Familienausstattung, aber vor allem über mehr sportliche Gene als ihre Geschwister zusammen: geschmiedete Felgen, viel Carbon, Sportauspuff und weiße GP-Streifen auf der Lackierung. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
2. Platz Allrounder: Kawasaki Z 1000 SX.
2. Platz Allrounder: Kawasaki Z 1000 SX.

In der Gunst der Käufer liegt die Z 1000 SX mittlerweile auf dem Niveau der nackten Z 1000. Kein Wunder, taugt sie doch gleichermaßen für sehr sportliche Fortbewegung wie auch zum Reisen. Für 2014 legt Kawasaki sogar nach und lässt dem vielseitigen Bike zahlreiche Verbesserungen angedeihen: So spendierte man ihr die Traktionskontrolle(KTRC) mit zwei Fahrmodi, eine straffere Gabelabstimmung, dem Federbein hinten eine härtere Feder und ein Handrad zur Vorspannung. Optionale 28-Liter-Koffer und ein längerer sechster Gang verbessern die Tourentauglichkeit, leichtere Sechsspeichenfelgen die Optik und die Handlingqualitäten. Die Bremsen sind mit neuer Radialbremspumpe und Monoblock-Bremszangen schlicht eine Wucht, und auch der ohnehin schon mächtig anschiebende Motor hat durch diverse Änderungen (Steuerzeiten, Lufteinlass etc.) um drei auf 142 PS zugelegt. Der maßvoll um 200 Euro angehobene Preis dürfte potentielle Käufer (zu Recht) nicht schrecken. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
3. Platz Allrounder: BMW K 1300 S.
3. Platz Allrounder: BMW K 1300 S.

2005 debütierte die erste BMW mit der eigentümlichen Duolever-Konstruktion am Vorderrad und dem stark nach vorne geneigten Vierzylinder mit Trockensumpfschmierung. Durch den Verzicht auf eine Ölwanne unter dem Motor kann dieser tiefer eingebaut werden, was einen niedrigeren Schwerpunkt möglich macht. Auch der Duolever trennt wie der bei den Boxern verwendete Telelever die Aufgaben „federn“ und „führen“ voneinander, weshalb beide mehr als zufriedenstellend funktionieren. Der 1300er Vierzylinder bietet höchste Performance, macht hierbei auch akustisch herzhaft von sich reden. Im mittleren Drehzahlbereich vibriert er aber spürbar. Verzögerung von der brutalen Sorte liefert die teilintegrale Bremsanlage mit serienmäßigem ABS. Das ohnehin brillante Fahrwerk gewinnt zusätzlich durch die Verstellmöglichkeiten auf Knopfdruck, die das optionale ESA bietet. Dieses und weiter Goodies hat die K 1300 S mit HP-Paket serienmäßig: Schaltassistent, Antischlupfregelung, Reifendruckkontrolle, Akrapovic-Schalldämpfer, Heizgriffe, Bordcomputer und diverse Karbonteile. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
1. Platz Naked Bikes: KTM 1290 Super Duke/R.
1. Platz Naked Bikes: KTM 1290 Super Duke/R.

F: Naked Bikes

The Beast tauften die KTM-Werbestrategen die 1290 Super Duke R. Tatsächlich lassen die Eckdaten dieses Motorrads auch keine andere Deutung zu: 180 PS, 144 Nm maximales Drehmoment, 204 Kilogramm vollgetankt – das sind Werte, die es bei einem Naked Bike in dieser Kombination noch nie gab. Kein Zweifel, die Super Duke R muss eine Bestie sein. Doch KTM versteht es mittlerweile, Raubtiere zu zähmen. So schnurrt der mit 1301 cm³ Hubraum dickste aller KTM-V2-Motoren bei moderaten Drehzahlen wie ein sich räkelnder Tiger. Doch wehe, der Dompteur knallt mit der Peitsche. Dann reißt der Big Twin furchterregend an, lässt alles bislang von einem unverkleideten Motorrad je Erlebte vergessen – um letztlich doch vom befürchteten Massaker zu lassen. Denn Traktionskontrolle, ABS und ein Fahrwerk vom Allerfeinsten zähmen die Bestie. Ganz ohne Peitsche. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
2. Platz Naked Bikes. BMW R nineT.
2. Platz Naked Bikes. BMW R nineT.

Der Roadster ist das Jubiläumsmodell zum 90sten Geburtstag von BMW Motorrad - nineT für englisch 90, Ninety, bestes Marketing-Denglisch. Die technischen Zutaten sind weniger modernistisch: Upside-down-Gabel statt Telelever, luft- statt wassergekühltem 1200er-Boxer und eine Reihe von Designelementen aus dem klassischen Motorradbau: etwa durch mittig platzierten Rundscheinwerfer an der Front und parallele Analog-Uhren im Cockpit der völlige Verzicht auf die sonst so BMW-typische Assymetrie, oder die schöne Kombination aus Chrom-Drahtspeichen und schwarzen Felgen. Der nach links gelegte Doppel-Schalldämpfer erlaubt freie Sicht auf die Paralever-geführte Einarmschwinge. Besonderer Gag ist der modular aufgebaute Stahl-Gitterrohrrahmen, der es dem nineT-Fahrer erlaubt, für den besonders coolen Solo-Auftritt auf der Showmeile das komplette Rahmenheck kurzerhand zu demontieren (nicht straßenzugelassen). Die nineT gibt es ausschließlich in Schwarz-Silber. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
3. Platz Naked Bikes: Yamaha MT-09.
3. Platz Naked Bikes: Yamaha MT-09.

Auf der letzten Intermot debütierte ein mit Drahtseilen umsponnener Dreizylindermotor. Dass schon Mitte 2013 die komplett neu konstruierte MT-09 mit besagtem Antrieb als Serienfahrzeug bereitstand, war allerdings eine noch größere Überraschung: Stramme 115 PS, nur gut 190 Kilo und inklusive ABS für gerade mal 8000 Euro (Preis 2013) – wenn das mal die Motorradwelt nicht gehörig aufmischt. Mit der 09 ist die Hochpreispolitik der MT-Reihe passé, die Modelle 01 und 03 sind es ebenfalls. Auf der Eicma 2013 gesellte sich die mit speziellen Komponenten bestückte Variante Street Rally dazu: Scheinwerfer-Verkleidung, Tankabdeckungen, seitliche Startnummernschilder, Windabweiser und Handprotektoren gehören bei ihr ebenso zur Serienausstattung wie eine geradlinig geformte Sitzbank und besonders griffige Fußrasten im Supermoto-Stil – damit man den Triple in ebendieser Art bewegen kann. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
1. Platz 125er: KTM 125 Duke.
1. Platz 125er: KTM 125 Duke.

G: 125er

Diese KTM war die erste 125er mit ABS - wer hätte das gedacht. Nach den Großen folgte konsequent die Kleine, Hut ab! 125 Kilogramm leicht, mit dem typischen Duke-Design aus der Feder von Hausdesigner Gerald Kiska steht die KTM ganz oben in der Verkaufs-Hitliste bei den 125ern. Ein wassergekühlter Viertakt-Vierventiler mit zwei obenliegenden Nockenwellen und Einspritzung im Gitterrohr-Rahmen mit WP-Suspension-Fahrwerk – das geht für um die 4000 Euro nur mit Produktion in Indien bei Bajaj. Und bewährte sich im MOTORRAD-Dauertest. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
2. Platz 12534: KTM RC 125.
2. Platz 12534: KTM RC 125.

Diese KTM war die erste 125er mit ABS - wer hätte das gedacht. Nach den Großen folgte konsequent die Kleine, Hut ab! 125 Kilogramm leicht, mit dem typischen Duke-Design aus der Feder von Hausdesigner Gerald Kiska steht die KTM ganz oben in der Verkaufs-Hitliste bei den 125ern. Ein wassergekühlter Viertakt-Vierventiler mit zwei obenliegenden Nockenwellen und Einspritzung im Gitterrohr-Rahmen mit WP-Suspension-Fahrwerk – das geht für um die 4000 Euro nur mit Produktion in Indien bei Bajaj. Und bewährte sich im MOTORRAD-Dauertest. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
3. Platz 125er: Aprilia RS4 125 SBK Replica.
3. Platz 125er: Aprilia RS4 125 SBK Replica.

Die RS4 von Aprilia eifert ihrer großen Schwester RSV4 nach, vom Design über die Farbgebung bis zum Namen. Technisch ist die kleine Aprilia voll auf der Höhe. Aluminium-Brückenrahmen, Aluschwinge, Upside-down-Gabel, der erste Aprilia Achtelliter-Viertakter überhaupt als wassergekühlter Vierventiler mit zwei obenliegenden Nockenwellen, diese Kombination fährt so schnittig wie sie aussieht, auch wenn die 15 PS stattliche 145 Kilogramm bewegen müssen. Fahrwerk und Bremsen könnten die doppelte Leistung verkraften. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
Platz 1 Roller: Vespa GTS Super 300 i. e.
Platz 1 Roller: Vespa GTS Super 300 i. e.

H: Roller

Vespa bleibt Vespa; das aktuelle Flaggschiff der Flotte heißt GTS 300 i. e. Super Sport. Sie hebt sich durch orangen oder mattschwarzen Lack sowie eine grau gekederte Sitzbank und 200 Euro Mehrpreis von der GTS 300 i. e. Super ab. Bei den Achtelliter-Schwestern beträgt der Unterschied nur 140 Euro. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
2. Platz Roller. BMW C 600 Sport/C 650 GT.
2. Platz Roller. BMW C 600 Sport/C 650 GT.

Die Markteinführung des C 600 Sport 2012 gestaltete sich etwas holprig. Dennoch guckt er selbstbewusst seinen Herausforderungen ins Gesicht An der Ausstattung hat BMW nicht gespart: ABS, Bordcomputer, Parkbremse und G-Kat sind Serie, außerdem ein pfiffiger Faltenbalg, der das Helmfach im Stand vergrößert. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

Foto: Hersteller
3. Platz Roller: BMW C Evolution.
3. Platz Roller: BMW C Evolution.

BMW ist gut dabei, die komplette Zweiradszene aufzumischen – warum dann nicht auch die E-Bikes? Mit dem neuen C Evolution sollte das ein Leichtes sein, lässt man den respektablen Preis einmal außer Acht. Wobei angemerkt sei, dass der Bayern-Scooter bislang das einzige E-Krad ist, dass über Antischlupfregelung und ABS verfügt; das sind gleich zwei Alleinstellungsmerkmale. Nicht zuletzt wegen seines Gewichts liegt der BMW satt auf der Straße, vermittelt viel Souveränität – obwohl oder gerade weil Beschleunigen fast lautlos vonstatten geht. (aus: MOTORRAD-Katalog 2014)

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