Die spektakulärsten Transfers

Geoff Duke 1953 Der Doppelweltmeister 350/500 des Jahres 1951 holte 1952 einen weiteren
350er-Titel auf Norton, musste die Halbliter-Weltmeisterschaft aber Gilera-Werksfahrer Masetti
überlassen. Nicht nur ein Unfall, auch die Überlegenheit der italienischen Vierzylinder gegenüber
den britischen Singles waren der Grund, weshalb Duke 1953 zum Verdruss seiner britischen Fans
auf Gilera umstieg. Mit den italienischen Bikes schaffte Duke den Hattrick – die 500er-WM-Titel 1953, 1954 und 1955.
Mike Hailwood 1966 Vier Mal hintereinander hatte »Mike the Bike« von 1962 bis 1965 auf MV Agusta die Krone der Königsklasse erobert und wurde dann von Honda geködert, wo man nach Erfolgen in allen anderen Klassen bislang vergeblich auf den Durchbruch bei den 500ern gewartet hatte. Hailwood holte 1966 und 1967 zwar jeweils den 250er- und 350er-Titel für die Japaner, ließ es auf der 500er aber mit insgesamt acht Einzelerfolgen bewenden. 1968 stieg Honda aus und machte Hailwood zum Zuschauer
– die Vertragssumme wurde ausbezahlt, dafür durfte der Brite auf keiner anderen Maschine antreten.
Giacomo Agostini 1974 Am Ende von neun triumphalen Jahren mit sechs 350er- und sieben 500er-Titeln auf MV Agusta wurde Giacomo Agostini 1973 von seinem jungen Teamkollegen Phil Read besiegt und reagierte auf die Schmach mit einem Wechsel von den italienischen Viertaktern auf die Zweitakter von Yamaha. 1974 holte er dort den 350er-Titel, 1975 gewann er als Krönung seiner Laufbahn die 500er-WM. Ago kehrte später noch einmal zu
MV zurück, aber die Ära der Viertakter im GP-Sport war vorerst abgelaufen.
Marco Lucchinelli 1982 Drei verheerende Jahre lang, von 1979 bis 1981, hatte sich Honda mit
der Viertakt-Fehlkonstruktion NR 500 im Grand-Prix-Sport blamiert, worauf man 1982 ein Einsehen hatte und den Dreizylinder-Zweitakter NS 500
präsentierte. Marco Lucchinelli, amtierender Weltmeister auf Suzuki, wurde für die damals ungeheuerlich anmutende Gage von einer Million Dollar
ins Boot gezogen, blieb den Beweis seiner Fähigkeiten aber schuldig: Fünf fünfte Plätze und ein achter Gesamtrang waren die magere Ausbeute für Honda, Suzuki stellte mit Franco Uncini abermals den Weltmeister. Erst 1983 schaffte Honda den Durchbruch
– mit Freddie Spencer.
Eddie Lawson 1989 In sechs Jahren auf Yamaha hatte »Steady Eddie« drei Mal, 1984, 1986 und 1988, den Titel bei den 500ern erobert, war seines selbstherrlichen Teamchefs Giacomo Agostini dann aber überdrüssig. 1989 kletterte er auf eine Honda, wurde im Team von Erv Kanemoto erneut Weltmeister und blieb für den Rest seiner Karriere Vagabund: 1990 kehrte er mit Kenny Roberts als Teamchef zu Yamaha zurück und verpasste den Titel nach einem unverschuldeten, durch einen ungesicherten Bremsbelag ausgelösten Unfall. Zum Ende seiner Karriere setzte Lawson einen weiteren Paukenschlag und ging zu Cagiva.
Valentino Rossi 2004 1996 in den GP-Sport eingestiegen, setzte das Wunderkind zu einem atemberaubenden Durchmarsch an: 125er-Weltmeister 1997, 250er-Weltmeister 1999, Champion der
Halbliter-Zweitaktklasse 2001 und in den letzten
beiden Jahren souveräner Beherrscher der reformierten Oberstufe mit 990-cm3-Viertaktern. Weil
es nach insgesamt 33 Laufsiegen auf Honda in der MotoGP-Königsklasse nichts mehr gab, was der
beste Fahrer auf dem besten Motorrad hätte beweisen können, brauchte der 24-Jährige dringend eine neue Herausforderung – und öffnete mit seinem Autogramm unter einem Yamaha-Vertrag ein neues, aufregendes Kapitel der GP-Geschichte.

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