Die Spielregeln

Das Offroad-Master ist kein Vergleichstest im üblichen Stil. Vielmehr handelt es sich eher um eine Art Wettbewerb mit dem Ziel, unter definierten Bedingungen die schnellste Sportenduro herauszufiltern. Auch wenn die Ergebnisse nicht auf jeden Fahrer und jeden Einsatzzweck zu übertragen sind, so geben sie dem Sportfahrer eine Menge Hinweise über das Potenzial der Maschinen. Rundenzeiten standen hier eindeutig im Vordergrund. Für schnelle, aussagekräftige Zeiten sind erfahrene, trainierte Piloten unbedingte Voraussetzung. Jede der sieben beteiligten Zeitschriften stellte einen Fahrer (siehe Kasten Seite 125). Die Einladung zum Master Enduro ging an alle Hersteller, Absagen kamen von Husqvarna und VOR. Gleiche Reifen für alle schafften vergleichbare Startbedingungen, Bridgestone lieferte dazu einen ganzen Lastwagen voll mit ED 660 A/661. Die Klasseneinteilung erfolgte nach einem Schema, das bereits in einigen Ländern praktiziert wird und wohl bald internationaler Standard wird: 125er-Zweitakter werden mit 250er-Viertaktern zusammengefasst, 250er-Zweitakter treten gegen 400er-Viertakter an, die große Klasse ist offen für Zwei-/Viertakter über 250/400cm3. Getestet wurde zunächst auf der Crosstrecke in Bellpuig, eine schnelle, beinharte GP-Piste mit großen Sprüngen und Tables. Danach zog der Tross in Richtung Pyrenäen auf ein abwechslungsreiches Endurogelände mit vielen unterschiedlichen, schwierigen Passagen.Das Reglement: Auf der Crosstrecke fahren die sieben Piloten nach dem vorhergehenden Training zum Kennenlernen der Strecke mit jeder Maschine eine Einführungsrunde, danach folgen zwei gezeitete Runden, von denen die bessere gewertet wird. Auf der Endurostrecke wird -selbstverständlich ebenfalls nach ein paar Trainingsrunden - mit jedem Motorrad eine Runde auf Zeit gefahren. Im Falle einer Unregelmäßigkeit - Sturz, kapitaler Fahrfehler, abgewürgter Motor - bringt eine Zusatzrunde ein aussagekräftiges Ergebnis. Alle Testfahrer müssen außerdem die Maschinen in einem umfangreichen Bewertungsbogen beurteilen. Der Durchschnitt der Einzelbeurteilungen aller sieben Fahrer ergibt die Endnote für jede Maschine. Bei der Platzierung spielten folgende Parameter eine Rolle: die beste Einzelzeit aller sieben Fahrer, dazu die Zahl der Testfahrer, die mit dem Modell ihre persönliche Bestzeit fuhren, außerdem die Durchschnittzeit aller Fahrer mit dem betreffenden Modell und schließlich die Endnote jedes Fahrzeugs. Die Zeiten der Endurostrecke wurde mit 70 Prozent gewichtet, die der Crosstrecke mit 30 Prozent. Gut, dass heutzutage ausgetüftelte Excel-Programme freundlicherweise einen Teil der Rechenarbeit übernehmen.

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