Die Technik der Bahngespanne

Erst vor drei Jahren wurden für Bahngespanne Mehrzylindermotoren bis 750 cm3 aus der Großserie freigegeben, um eine preisgünstige Alternative zu den ausgereizten und wartungsintensiven, rund 70 PS starken Einzylinder-Viertaktmotoren zu schaffen. Trotz der Mehrleistung kommen die rund 115 PS leistenden Vierzylinder bei den nur vier Runden dauernden Rennläufen aber nicht so richtig aus dem Quark. Was was zum einen am hohen Gewicht liegt, gut 180 Kilogramm der Vierzylinder zu 120 Kilo der Einzylinder, und dem fehlenden Drehmoment. Als Treibstoff ist für die Einzylinder Methanol vorgeschrieben, während die Vierzylindermaschinen von handelsüblichem, bleifreiem Benzin befeuert werden. Die Rahmengeometrie und Sitzposition der Bahngespanne sind rigoros auf Linkskurven getrimmt. So drückt sich das Seitenwagen mit einem auffallend großen Sturz, bis zu 25 Grad, in den sandigen Boden und auch die Räder am Motorrad sind nach links geneigt, wobei das Vorderrad bis maximal 75 Millimeter nach links aus der Spur eingebaut ist. Anhand dieser variablen Einstellmöglichkeiten lassen sich die Gespanne je nach Strecke und Bodenbeschaffenheit im Fahrverhalten optimieren.Vorn federt meist eine geschobene Kurzschwingen-Gabel, bei der einfache Gummibänder die Federung übernehmen. Hinten dagegen ist die Schwinge starr aufgehängt. Bremsen sind im Bahnsport generell verboten, um Auffahrunfälle durch eine nicht einkalkulierbare Verzögerung des Vordermanns so weit wie möglich zu vermeiden, denn die Sicht der Piloten ab Platz zwei ist durch den aufgewirbelten Staub gleich null. Wer Lust hat, sich im Gespannfahren auf der Bahn zu üben, kann sich unter www.i-g-b.org bei einem organisierten Schnupperkurs anmelden.

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