Die Teststrecke (Archivversion) Die Teststrecke

Wie 2005 ist das Stilfser Joch in Südtirol Dreh- und Angelpunkt der MOTORRAD-Testrunde beim Alpen-Masters. Der bereits im Jahre 1825 eröffnete Pass ist eine der höchsten, schwierigsten und abwechslungsreichsten Alpenstraßen. Die 48 Kehren der steileren Ostrampe machten den auf 2758 Meter Meereshöhe führenden Pass legendär. Zählt man alle Kurven, kommt man auf etwa 150 allein auf der Ostseite. Ideales Terrain, um Einlenkverhalten und Neu-
tralität in Schräglage zu testen, die saftigen Steigungen fordern die Motoren. Von der Passhöhe führt deutlich besserer Asphalt in sanften Schwüngen ab- und westwärts. Bald zweigt der Umbrail-Pass in Richtung Schweiz ab. Dessen mitunter
holpriger Asphalt fühlt ABS-Bremsen und Federelementen auf den Zahn. Auf dem folgenden, festgefahrenen Schotterbelag sind hohe Lenkpräzision und Rückmeldung Gold wert. In den Ortschaften des Münstertals offenbaren sich etwaige Lastwechselreaktionen oder Konstantfahrruckeln. Zurück in Italien, dominieren weit geschwungene, gut ausgebaute Straßen. Zwischen dem Ort Prato und dem Hotel Tannenheim in Trafoi liegen weite wie enge Kurven sowie knifflige Schikanen. Schnelles Umlegen der Maschinen ist gefragt. Dabei zeigen sich Schwächen im Handling, mangelnde Schräglagenfreiheit und Aufstellmoment beim Bremsen.
Wer erneut das Stilfser Joch hoch will, bitte sehr. Doch nicht vergessen: Die Straße führt mitten durch den 134000 Hektar großen Nationalpark Stelvio
mit seinen zum Teil sehr seltenen Pflanzen- und Tierarten. In ihm erhebt sich auch der Ortler, mit 3905 Metern höchster Berg Südtirols. Diese groß-
artige Natur nötigt Respekt ab. Das Stilfser Joch
ist eben keine Rennstrecke, wir Motorradfahrer
sind hier lediglich Gäste. Übrigens: Die noch im Jahr 2005 diskutierten Mautpläne sind offenbar
bis mindestens 2010 vom Tisch.

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