Die Teststrecke (Archivversion)

Val die Fassa heißt auf Ladinisch, einer in diesem Tal gesprochenen und dem Rätoromanischen ähnlichen Sprache, das enge Tal. An dessen oberstem Ende bildete Canazei den Start- und Zielpunkt des diesjährigen Alpenmasters. Der Vorteil: Die 1800-Seelen-Gemeinde liegt direkt am Fuß der populären Sella-Runde. Die 105 Kilometer lange Teststrecke der Alpenmasters-Vorrunde folgt zunächst jedoch dem Flüsschen Avisio, bis kurz nach dem Ortsende von Canazei der Fedaia-Pass moderat ansteigt. Nach anfänglichen Serpentinen zieht sich die Straße immer flüssiger an den Felswänden entlang. Die Passhöhe charakterisiert ein Stausee mit zwei, nach Westen und Osten errichteten Staumauern.

Die anschließende, über lange Distanzen 15 Prozent steile Abfahrt, hat es vor allem die ersten Kilometer nach der Kuppe in sich. Der Belag ist spiegelglatt und mit höchster Vorsicht zu genießen. Vom östlichen Fuß des Fedaia, kurz vor Caprile, biegt die Route über eine kurzen Anstieg nach Lana zum Falzarego-Pass ab. Die Kombination von attraktiven Kurven und tollen Aussichten macht diesen Pass zu einem Highlight der Runde. Direkt auf der immer von vielen Motorradfahrern besuchten Passhöhe biegt links die Straße zum Valparola-Pass ab. Der Pass selbst gleicht einer felsübersäten Hochebene, auf der eine ehemalige Festung (www.cortinamuseoguerra.it) an die Schrecken des Ersten Weltkriegs erinnert. Die anschließende Abfahrt schlängelt sich nach zunächst engen Serpentinen gegen Ende immer offener in Richtung Corvara.

Direkt am Ortsausgang der Wintersport-Hochburg winden sich enge Kehren durch Kuhweiden zum niedrigsten der bisher befahrenen Pässe, dem Campolongo-Pass . Die Steigung bleibt dennoch moderat, die folgende Abfahrt nach Arraba auch. Zeit, um Konzentration für das zweite Highlight der Testrunde, die Auffahrt zum höchsten aller Dolomiten-Pässe, dem Pordoijoch zu sammeln. In 33 zunächst sehr engen Kehren windet sich die Straße den Berg hoch. Vor der Abfahrt hinunter zum Ausgangsort Canazei lohnt auf der Passhöhe auf alle Fälle eine Fahrt über weitere 700 Höhenmeter – allerdings mit der Seilbahn. Die Aussicht vom Felsplateau des 2950 Meter hohen Sass Pordoi ist bei gutem Wetter grandios und wird höchstens von einem übertroffen: der Vorfreude auf die nächste Motorradtour in den Dolomiten.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote