Die Zeit läuft (Archivversion)

Der Vergleich von Rundenzeiten ist im Moto Cross nicht unproblematisch: Strecken verändern sich oft innerhalb eines Tages, jeder Fahrfehler zerstört die Runde. Und schließlich braucht man seriöse Fahrer, topfit und erfahren - keine Kamikaze-Piloten. Gefahren wurden jeweils vier bis fünf gezeitete Runden, dazu ein bis zwei Einführungsrunden, in die Wertung kamen die besten zwei Törns. Zum Verständnis: Die Strecken sind Beispiele, die Ergebnisse nicht beliebig übertragbar. Auf schnellen, griffigen Strecken können andere Maschinen vorn sein. Der erste Parcours war Beauvoisin, südlich von Avignon gelegen. Eine technisch schwierige, weitläufige Strecke mit steilen Auf- und Abfahrten. Die Piste präsentierte sich in mäßigen Zustand, zwar hart und trocken, aber wenig gepflegt und mit schmaler Ideallinie. Leistung ist hier durchaus gewünscht, entscheidend ist wegen des rutschigen Untergrunds aber die Dosierbarkeit. Eine Paradedisziplin der sanft agierenden Yamaha, die hier stets die schnellsten Zeiten erreichte. Zudem glänzt die YZ mit neutralem Fahrwerk und messerscharfem Lenkverhalten. Die KTM ist dran, bleibt im Schnitt jedoch eine gute Sekunde dahinter. Die Husaberg profitiert in den technischen Sektionen zwar von ihrem Gewicht, macht den Vorteil durch den hart laufenden Motor aber zunichte. Im Gegensatz dazu stellt die ziemlich holperige, knochige Strecke in Tarascon hohe Anforderungen an das Fahrwerk und das Handling. Der Grip ist hier gut, enge Kehren und unzählige Tables halten den Fahrer in Trab. Auch hier ist die YZ top, sie kann sich sogar mehr als drei Sekunden von den Verfolgern absetzen. Die KTM kann der Yamaha aus zwei Gründen kaum folgen: Einerseits biegt sie nicht ganz so pfeilschnell um die engen Ecken, andererseits fehlt es beim Beschleunigen hier und da an Traktion. Das ist auch das Problem der Husaberg, deren bockiges Fahrwerk den Fahrer malträtiert. Die Husky mag das enge Geläuf einfach nicht.

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