Doppel-X: Evolution statt Revolution (Archivversion)

Das Einspritzermodell (ab 1999) mit geregeltem Kat, Sekundärluftsystem und sehr fülligem Drehmomentverlauf (siehe Diagramm) empfiehlt sich Gebraucht-Interessenten am nachdrücklichsten. Achtung, nicht blenden lassen von der angeblich deutlich höheren Leistung (164 PS) des Vorgängers! Nur wenige Vergaser-Exemplare konnten diesen Nennleistungswert erreichen, und das untere Ende der Serienstreuung liegt bei 155 PS. MOTORRAD und die Schwesterzeitschrift PS ermittelten bei diversen Messungen jedenfalls vergleichsweise große Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Testexemplaren.

Für alle Versionen der Doppel-X gilt: Honda hatte bei der Entwicklung großes Augenmerk auf die Aerodynamik gelegt. Die auffällig schlanke Verkleidung ist im Windkanal geboren, so dass über 280 km/h auch mit „nur“ 150 PS drin sind, Turnübungen hinter der niedrigen Windschutzscheibe vorausgesetzt. Da die Blackbird in Deutschland anfänglich einerseits wegen der Hersteller-Selbstbeschränkung und andererseits wegen günstigeren Versicherungstarifen lediglich mit 98 PS angeboten wurde, viele Fahrer jedoch lieber „offen“ unterwegs sind, unbedingt auf korrekte Eintragungen in den Papieren achten! Auch in der gedrosselten Version läuft die aerodynamische Honda locker über 240 km/h. Wer sich trotz des leichten technischen Vorsprungs des Einspritzers aus Kostengründen nach einem Vergasermodell umtut, sollte auf den 1997 eingeführten ungeregelten Kat der Umwelt zuliebe nicht verzichten: 70 bis 90 Prozent weniger Kohlenwasserstoff und -monoxid, um die Hälfte reduzierte Stickoxid-Emissionen.

Die von Anfang bis Modellende beibehaltene Verbundbremse Dual CBS (siehe Grafik) konnte Gewicht und Leistung im Normalbetrieb jederzeit im Zaum halten, auf der Rennstrecke kann es beim harten Herunterschalten und gleichzeitigem Anbremsen jedoch zu gefährlichen Querstellern kommen, weil die Hinterhand dabei überbremst. Die für 1999 überarbeitete Telegabel spricht zwar besser an, ist mit 43 Millimetern Durchmesser für Sportaktivitäten jedoch unterdimensioniert und unterscheidet sich kaum von der Vorgängerin. Der 2001 eingeführte Digitaltacho teilt zwar das Fan-Lager in modern und klassisch, ist jedoch kaum kaufentscheidend.

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