Doppelt besser? (Archivversion)

Untenliegende Nockenwellen gibt es zwar auch noch (Harley), üblich sind heute aber obenliegende, und zwar entweder in einfacher (ohc) oder zweifacher (dohc) Ausführung. Bei ohc-Motoren baut der Zylinderkopf flacher, außerdem gestaltet sich der Antrieb einfacher. Kipphebel übertragen den Nockenhub auf die Ventile. Das nötige Spiel wird über Schräubchen eingestellt. der Kipphebel arbeitet meist mit einer Übersetzung, der Nockenhub ist dann kleiner als der Ventilhub. Der Nachteil ist die indirekte Übertragung und die höhere beschleunigte Masse durch die schwingenden Kipphebel. Daher bestimmt bei ohc-Motoren der Ventiltrieb meist das Drehzahllimit. Drehzahlfester sind dohc-Motoren, bei denen nur Ventile, Federn und Tassenstößel nebst Einstellplättchen beschleunigt werden. Die Tassenstößel nehmen Seitenkräfte auf, ohne sie auf das Ventil zu übertragen. Zum Einstellen des Spiels müssen die Nockenwellen meistens ausgebaut werden. Die direkte Übertragung des Nockenhubs auf das Ventile sorgt für exakte Steuerzeiten bis in höchste Drehzahlregionen. Die beiden Wellen brauchen allerdings nebst ihrer Lagerung viel Platz über den Ventilen, außerdem ist der Platzbedarf für den Antrieb der beiden Wellen größer als bei der ohc-Anordnung.

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