Dreiklang sucht Harmonie

Schon das akustische Erlebnis ist einzigartig. Das brandneue Benelli Tornado 900-Superbike bringt nämlich melodiösen Dreizylinder-Sound in das eher herbe Konzert aus V2-Traktoren-Donner und Reihenvierergeschrei.Und auch sonst überrascht die Neubelebung der Traditionsmarke Benelli mit originellen Details. Die futuristisch anmutenden Lüfterräder am Heck der Vorserien-Tornado sind bei der Rennmaschine zwar verschwunden. Dennoch bleibt die Benelli-Kühlung ungewöhnlich. Von Schlitzen in der vorderen Verkleidung führen Luftkanäle zum unter dem Sitz platzierten Kühler.Auch der Rahmen der Benelli hat in der Superbike-Welt kein Pendant. Der Brückenrahmen besteht aus Gussteilen für Lenkkopf und Schwingenlagerung, die durch Stahlrohre verbunden werden. Der als tragendes Teil konzipierte 900er-Reihendreizylinder-Motor mit 88 Millimeter Bohrung und 49,2 Millimeter Hub leistet nach offiziellen Angaben bei einer Verdichtung von 12,8 derzeit 165 PS bei 13000/min am Hinterrad. Damit konnte Werksfahrer Peter Godard beim Debüt in Misano zwar nicht, wie von Benelli-Chef Andrea Merloni prophezeit, die Superpole-Qualifikation der schnellsten 16 erreichen. Von Startplatz 27 aber fuhr der Routinier bis gegen Rennmitte auf Rang 16 vor und wurde lediglich von einem defekten Benzinschlauch gestoppt. Und auch nach dem Sturz im zweiten Rennen war die Stimmung nicht allzu schlecht im Benelli-Lager. Denn selbst wenn das Fahrwerk noch nicht perfekt auf den weit vorn liegenden Schwerpunkt der Tornado abgestimmt ist, und die Benelli vielleicht auch deswegen ihre Dunlop-Reifen noch zu stark beansprucht, zeigt der flotte Dreier durchaus ausbaufähige Anlagen.

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