Dreizylinder im Grand Prix-Sport

Dreizylindermotoren sind keineswegs neu in der Halbliterklasse. Den Anfang machte Mitte der 60er Jahre der Dreizylinder-Viertakter von MV Agusta. Multi-Weltmeister Giacomo Agostini eilte mit dem überlegenen Reihenmotor von Sieg zu Sieg. Ganz im Schatten der großartigen MV Agusta-Werksmaschinen standen die Ende der 60er Jahre vorgestellten Kawasaki-Zweitakter mit drei luftgekühlten Zylindern in Reihe. Immerhin holte Ginger Molloy damit 1970 den Vizetitel. Von ganz anderem Kaliber war die Honda NS 500. Zu Beginn der 80er Jahre, als die Konkurrenz durchweg auf Square Four-Motoren mit Drehschiebereinlaß setzte und Yamaha gerade mit der Konstruktion einer neuen V4-Maschine mit zwei Kurbelwellen begonnen hatte, ging der weltgrößte Motorradhersteller mit einer sensationellen V3-Maschine mit 100 Grad Zylinderwinkel und Membraneinlässen ins Gefecht. Schon 1983 waren der amerikanische Ausnahmefahrer Freddie Spencer und die 140 PS kräftige NS 500 reif genug, Roberts den WM-Titel wegzuschnappen. Bis 1985 stand die NS 500 noch als offizielle Werksmaschine in den Startreihen, hatte inzwischen gegenüber den stark weiterentwickelten V4-Maschinen von Yamaha aber drastisch an Boden verloren. Für Privatfahrer war der Honda RS 500-Production Racer indes noch bis in die 90er Jahre hinein ein attraktives Renngerät. Honda baute den Motor mit zwei stehenden und einem liegenden Zylinder - wie bereits 1953 DKW, deren 350er mit dem ersten Dreizylinder-Zweitaktmotor in der Renngeschichte bestückt war .

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