Ducati 1098 und Yamaha YZF-R1 Wo die Liebe hinfällt

Kann man eigentlich Dinge lieben? Gegenständen Gefühle entgegenbringen, obgleich die nie erwidert werden? Wenn ja, dann kann man sie auch hassen. Beides liegt bisweilen sogar ganz dicht beieinander.

Machen wir uns nichts vor. Der Deutsche ist innerlich zerrissen. Einerseits ist er fähig zur Hingabe, wenn ihn Dinge in ihrer Radikalität, ihrer Ursprünglichkeit und ihrem Mut zur Unvollkommenheit berühren. Auf der anderen Seite steht sein unübersehbarer Hang zur Sachlichkeit, zum Rationellen, Abgeklärten. Aufs Bike bezogen bedeutet das: Am liebsten würden wir Ducati fahren – aber kaufen tun wir doch lieber Yamaha. Oder so ähnlich.

Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht. Denn einerseits verkauft Ducati die 1098 in nicht unbeträchtlichen Stückzahlen, was für einen Restbestand erfrischender Unvernunft im Lande spricht. Und andererseits sind die meisten R1-Fahrer vermutlich in vielen Situationen froh, nicht auf einem Renner aus Bologna zu sitzen. Ein Beispiel für eine solche Situation ist: Nach einer kurzen, aber heftigen Etappe auf der Autobahn fängt unvermittelt die Spritwarnlampe an zu leuchten. Danach geht innerhalb kurzer Zeit der Saft aus, weil selbst die üblichen Tankstellen-Abstände zu lang für die kümmerliche Benzinreserve sind. Gewöhnlich passiert so etwas an einer langen Steigung, die nächste Zapfe ist zirka fünf Kilometer entfernt. Da merkt selbst ein Bodybuilder, wie schwer eine an sich federleichte 1098 werden kann.

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