Ducati 999 S (VT) (Archivversion) Ein echter Hammer

Stärker, schneller, leichter, besser, vielseitiger und das ohne Preiserhöhung – Suzuki greift an, meint Ex-GP-fahrer Jürgen Fuchs

Nominell 164 PS bei unter 200 Kilogramm, Topspeed 285 km/h: Wir waren uns einig, dass es viel Verantwortungsbewusstsein und Fingerspitzengefühl braucht, um diese Königsklasse zu bewegen. Und noch mehr, sie zu bauen. De Luft da oben ist sehr dünn!Mit »Gewalt-Tuning« toppt zwar sicher auch ein Hobby- Bastler die Eckdaten der Vorgängerin. Karbonverkleidung, Sportauspuff und eine höhere Verdichtung – fertig ist die Spaßbremse. Denn auf diesem Niveau reicht die kleinste Veränderung, und die Fahrt wird zur Mutprobe. Aber nicht bei der neuen GSX-R 1000. Die Suzuki- Ingenieure besitzen das nötige Fingerspitzengefühl. Bestes Beispiel: der Motor. Er spricht noch besser an, geht seidenweich ans Gas, schiebt bereits im mittleren Drehzahlbereich brachial an und hat oben raus genug Dampf, um selbst die R1 hinter sich zu lassen. Das angesprochene Verantwortungsbewusstsein haben die Techniker bei der Fahrbarkeit bewiesen. Die Befehle über den Gasgriff nimmt unter den Testkandidatinnen nur noch die Ducati derart präzise an. Gegen die Power stemmt sich ein leicht gestrafftes Fahrwerk, dessen Vielseitigkeit überrascht. Gutes Handling auf engen Pässen, hohe Stabilität und Lenkpräzision in schnellen Kurven. Die Dämpfung ist für die Landstraße zwar ein wenig straff, auf der Rennstrecke aber perfekt. Nur mit der Punktlandung beim Ankern gibt´s ein Problem. Dann springt das Hinterrad immer noch ein wenig und vermasselt gelegentlich den Einlenkpunkt. Das dürfte auch der Grund sein, warum die Bremsanlage mit stumpfen Bremsbelägen etwas entschärft wurde.Trotzdem: Suzuki hat ganze Arbeit geleistet. Das muss für den Fahrer gelten, der das gute Stück mit dem gleichen Fingerspitzengefühl bewegen sollte, mit dem es gebaut wurde.

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