Ducati Monster Die Attraktivität der <br /> Monster liegt nicht nur <br /> in ihrem Äußeren

Die Zielsetzung der ersten Ducati 900 Monster war klar definiert. »Wir wollen den Japanern in Zukunft mit großen Stückzahlen Konkurrenz machen. Dazu müssen wir aber viel stärker als bisher
aus unserer jetzigen Marktnische, dem
Bereich Sportmotorrad, heraus, um auch Motorradfahrer mit zivileren Vorlieben mit unserem Angebot erreichen zu können«, verkündete Ducati-Motorenpapst Massimo Bordi anlässlich der Monster-Präsentation im Jahre 1993.
So weit die Theorie. In der Praxis stellte sich schnell heraus, dass mit den zivileren Vorlieben lediglich die aufrechte und entspannte Sitzposition gemeint sein konnte. Der damals schon 76 PS und 77 Nm mobilisierende Zweizylinder war nämlich kein Kind von Traurigkeit und verschaffte der Monster im Zusammenspiel mit dem Ducati-typischen Gitterrohrrahmen sehr sportliche Tugenden. Letzteren hatten die Techniker abgesehen von zusätzlichen Streben und einem angeschweißten statt verschraubten Rahmenheck vom 888-Superbike übenommen, ebenso die Schwinge samt Federbein und Wippenhebelei.
So war es denn auch keine Seltenheit, dass Monster-Fahrer häufiger auf dem Hinterrad oder mit dem Knie am Boden gesichtet wurden. Wobei die recht sportliche Auslegung dem Erfolg dieser Baureihe nicht im Weg stand. Im Gegenteil.
Die relaxte Sitzposition, das puristische Design und der kräftige Ducati-Twin mit dem typischen Gänsehaut-Bollern traf
mitten ins Herz. Die Nachfrage war derart groß, dass die 900er-Monster Stammhalter einer ganzen Familie wurde. Von der 600er über die 800er bis hin zur S4R, mit 113 PS aus dem wassergekühlten 996-Triebwerk die stärkste Monster, bietet die Modellpalette inzwischen für jeden Geschmack das Passende.
Die aktuelle 1000 S knüpft optisch und technisch an die Ur-Version an. Und unterscheidet sich mit 10595 Euro erstaun-
licherweise auch nur wenig von deren
damaligen Preis (17990 Mark). Wie die 900er von 1993 verfügt 1000er über überaus sportliche Attribute. Wieselflink räubert sie durch Kurven aller Radien.
Das Fahrwerk ist sehr stabil sowie handlich zugleich und bietet im Gegensatz zu früheren Modellen sogar – bis auf die Druckstufe am Federbein – voll einstellbare Federelemente. Dazu passt der nominell 84 PS starke Zweizylinder, der auf dem Prüfstand meist mehr drückt und die Italienerin kraftvoll aus den Ecken katapultiert. Ebenso kräftig packt die Brembo-Bremsanlage mit den 320 Millimeter großen Scheiben zu. Abgerundet wird das Ganze – wie es sich für eine lebende Legende
gehört – von einem zeitlosen Styling, das bis auf die kleine Cockpitverkleidung und leicht geänderte Endschalldämpfer dem des Ur-Modells entspricht.

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