Edel-Tuning für Triumph Tiger (Archivversion)

Silberlöwe

Egal, ob »Silberlöwe«, also Puma, oder Königstiger, diese Tuning-Triumph ist eine besondere Spezies, wirkt drahtig und sehnig, allzeit sprungbereit. Das liegt nicht nur am streifenlosen, silbernen Sonder-Lack, polierter Schwinge oder gekapptem Frontkotflügel. Die Firma J + A nennt ihre Züchtung wegen des kleinen 17-Zoll-Vorderrads einen Supermoto-Umbau. Und der steht der stämmigen Tiger bestens.
Beide Räder kombinieren Original-
Naben mit verstärkten Drahtspeichen und breiteren Felgen. Darauf ruhen breite Gummipfoten, 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17. Eintragungsfähig sind diverse Sportreifen, die tourensportlichen Bridgestone BT 020 harmonieren prima mit dem modifizierten Fahrwerk. Progressiv gewickelte Gabelfedern und das höhenverstellbare Federbein, alles von Wilbers, vermitteln mehr Rückmeldung, sprechen sauberer an und sind sogar komfortabler. Einfach, weil sie trockene, harte Stöße besser verdauen.
Kein Vergleich mit der Serien-Tiger, die ihren Dompteur bequem, aber ein wenig gefühllos ums Eck trägt. Wie verwandelt sticht die getunte Version durchs Kurvendickicht: zielgenauer, straffer und direkter. Das Handling ist trotz 242 Kilogramm
Lebendgewicht famos, einzig um die Mittellage gebärdet sich die Kreatur ein wenig störrisch und kippt verzögert ab. Egal, denn selbst auf Rennstrecken wurde dieses Exemplar schon gesichtet, die Fußrasten sind ordentlich angeschliffen.
Das Herz der Raubkatze stammt inklusive aller Innereien und Krümmer aus der Daytona – erkennbar am silbernen Kleid. Von den verheißenen 147 PS bleiben auf dem MOTORRAD-Prüfstand nur 111 PS übrig, und im Vergleich zur Serientiger büsst die Tuningvariante zwischen 5000 und 8000/min deutlich Leistung ein. Offenbar atmet der Dreizylinder durch die kleine Airbox weniger frei, liefert allerdings ganz unten im Drehzahlkeller wie auch obenheraus mehr Druck als das Original.
Der erstarkte Triple pfeffert wie besessen aus den Ecken, hängt hoch konzentriert am Gas. Zumal die Endübersetzung kürzer gewählt wurde, das Kettenritzel
hat 18 statt 19 Zähne, das Kettenrad 49 – drei mehr als üblich. Locker dreht der
Motor bis 10500 Touren, im sechsten Gang rennt der Silberlöwe bis Tempo 230. Dabei bleibt der Geradeauslauf stabil
genug, wohl auch eine Folge der um
2,5 Zentimeter abgesenkten Frontpartie, welche zwar die Fahrwerksgeometrie in Richtung »handlich« verschiebt, aber mehr Gewicht nach vorn bringt.
Wütend verbeißen sich die Achtkolben-zangen von Spiegler in die schwimmend gelagerten Bremsscheiben. Beim Anhalten sollte man ständig auf der Hut sein,
möglichst nur mit einem Finger am
Hebel ziehen und niemals im Kreisverkehr.
Ansonsten gibt sich die Großkatze lammfromm und alltagstauglich, steht sicher auf dem gekürztem Seitenständer und hat alle Mutationen in den Zuchtpapieren vermerkt. Und die immerhin 820 Millimeter hohe, zweiteilige Bagster-Sitzbank taugt selbst für Beutezüge auf Langstrecken. tsr
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J + A-Triumph Tiger Supermoto-Umbau (Test Compact) (Archivversion) - umbauteile und kosten

Preise (ohne Montage)
Felge vorne 3.50 x 17 409 Euro
Felge hinten 5.50 x 17 511 Euro
Wilbers-Gabelfedern 91,50 Euro
Wilbers-Federbein 511 Euro
Spiegler-Superbike-Lenker 48 Euro
Spiegler-Achtkolben-Bremsanlage
(bestehend aus zwei Gussscheiben,
zwei Achtkolben-Bremszangen
inkl. Adaptern und Bremsbelägen) 1994 Euro
Austausch-Gebrauchtmotor
aus Triumph Daytona oder
Sprint RS/ST ab 1300 Euro
Tacho-Anpassung 252 Euro
Sonderlackierung aller Lackteile 970 Euro
Bagster-Sitzbank 250 Euro
Silberne Sport-Scheibe 117 Euro
Schwinge polieren 159 Euro
Kurzes Frontschutzblech 370 Euro
Auspuffabdeckung mit Schriftzug 200 Euro
Schalldämpfer 281 Euro
Seitenständer gekürzt 61 Euro
Komplettfahrzeug auf Anfrage

Hersteller
J + A Zweirad GmbH,
Bahnhofstraße 11, 51588 Nümbrecht,
Telefon 02293/6044, www.ja-zweirad.de

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