Editorial (Archivversion) BMW im Supersport- Rausch

Vor zwanzig Jahren stand BMW für vieles, nur nicht für sportliche Motorräder. Das hat sich inzwischen gründlich geändert. Aber nun setzen die Münchner noch eins drauf. Nach vielen Pseudo-Sportlern wie der R 1200 S oder der K 1200 S kommt jetzt eine echte Supersport-Maschine.

Ob die Münchener wissen, was sie da tun? Ob ihnen wirklich bewusst ist, wie hart die Konkurrenz gerade in diesem Segment ist? BMW wird mit der S 1000 RR in den Erbhöfen der großen vier japanischen Hersteller wildern. Die 1000er-Supersportler dienen allen Vieren als Aushängeschilder ihrer technischen Kompetenz, ihrer Schaffenskraft und ihrer Leidenschaft. Sie werden nicht tatenlos zusehen, wie sich ein fünfter Hersteller in diesem Segment festkrallt.

Zumal BMW ihnen im Enduro- und Tourerbereich bereits kräftig zugesetzt hat. Die R 1200 GS fährt nahezu konkurrenzlos, die großen R 1200 RT und die K 1200-Baureihe liegen ebenfalls gut im Rennen. Die japanischen Hersteller entwickelten für diese Segmente einfach zu wenig.

Das wird ihnen bei den Supersportlern nicht passieren. Für sie ist es eine Frage der Ehre, den besten 1000er-Supersportler zu bauen. Und darin üben sie sich schon 20 Jahre.

Bleibt zu hoffen, dass BMW seine Stammkundschaft nicht vernachlässigt. Dass die Entwicklungs- und Führungsmannschaft im Supersport-Rausch nicht den normalen Boxer-Freund vergisst. Der, der bei Wind und Wetter viele Kilometer auf seiner Maschine genießt, mit ihr in den Urlaub fährt und ihr immer treu bleiben wird.

Herzlichst Ihr
Michael Pfeiffer

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote