Jubiläum hat etwas mit "jubeln" zu tun - und wer würde das beim Anblick dieser Suzuki GSX-R 1000 nicht tun wollen?

Eicma 2009: Suzuki-Stand Suzuki präsentiert sich in Mailand

Folgt man dem Zwei-Jahre-Zyklus, der sich in der vergangenen Dekade als Rhythmus der Neuerungen im Superbike-Segment herauskristallisiert hat, wäre für 2010 eine neue Suzuki GSX-R 600 fällig und die Eicma der richtige Ort, sie zu präsentieren.

Foto: Gori
Jubiläum hat etwas mit
Jubiläum hat etwas mit "jubeln" zu tun - und wer würde das beim Anblick dieser Suzuki GSX-R 1000 nicht tun wollen?

Suzuki gefiel sich in Interviews und Stellungnahmen vor der Eicma darin, in möglichst vielen Worten möglichst wenig zu sagen und so die Gerüchte fröhlich vor sich hinwuchern zu lassen.

Würde nun eine neue GSX-R 600, 750 oder gar 1000 auf der Eicma zu sehen sein oder nicht? Wahrscheinlich eher nicht, da ja in den vielen Worten von "zyklischem Verhalten" die Rede war: In Zeiten schlechter Verkaufszahlen werde die Entwicklung neuer Modelle eingefroren. Erst wenn es wieder aufwärts geht, wolle Suzuki die Pläne aus dem Gefrierfach herausholen.

Entsprechend überraschungsarm war der großzügig geplante Suzuki-Stand mit einer Darstellung des Ist-Zustandes bestückt: Dreimal GSX-R, die 1000er in einer 100-Jahre Suzuki-Jubiläumslackierung, Weiß mit Gold. Daneben und drumherum prangten C 800, M 800, M 1800, GSRs, Bandits noch und nöcher, Gladiusse mit und ohne Zubehör, V-Stromer, Crosser, Hayabusen und B-Kings. Bewährte Ware, sozusagen. Dazwischen Wettbewerbsfahrzeuge aus MotoGP und Motocross-WM, alles schmuck in Szene gesetzt durch die Anwesenheit bildhübscher Damen.

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Foto: Suzuki
Stoff für Fans: Suzuki hat seine Freizeitbekleidungskollektion überarbeitet.
Stoff für Fans: Suzuki hat seine Freizeitbekleidungskollektion überarbeitet.

Dennoch kochte nicht allein das Testosteron, sondern auch die Spannung unter den Besuchern hoch: Das Messeprogramm kündigte nämlich eine Suzuki-Pressekonferenz an - und Konferenzen veranstaltet nur, wer was zu sagen respektive zu zeigen hat.

Die Interessierten drängten sich weit vor der offiziellen Zeit um die Suzuki-Bühne, die dramatische Lichtführung ließ große Geschehnisse erwarten - aber Suzuki blieb trotz des Brimboriums seiner Linie treu: keine wesentlichen Neuerungen oder Überarbeitungen bestehender Modelle für 2010. Von der schon länger durchs Internet wabernden GSX-R 125 war nicht eine Silbe zu hören. Die GSX 1250 F als sechste Bandit-Variante müsse genügen.

Stattdessen werde man jetzt die aktuelle Bekleidungskollektion der Marke vorführen: Offroad-Hemden, Poloshirts, Tank-Tops, Jacken, Hosen, Käppis et cetera in Blau, Gelb und Schwarz. Objekte der Faszination müssen ja nicht immer einen Motor haben. Oder Räder. Oder vier- bis fünstellige Beträge kosten - grade in Zeiten knapper Kassen. Suzuki hat insofern alles richtig gemacht, herzlichen Glückwunsch zu diesem unkonventionellen Messe-Auftritt.


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