EICMA Neuheiten: Moto Guzzi, BMW, Husqvarna Neuheiten der EICMA 2012 von Moto Guzzi, BMW und Husqvarna

Auf der diesjährigen EICMA stellten Moto Guzzi, BMW und Husqvarna ihre neuen Modelle für das Jahr 2013 vor.

Foto: Schümann

Moto Guzzi California 1400 Touring

Fürwahr große Worte: Als „epischen Wendepunkt“ bezeichnet Moto Guzzi die Präsentation der neuen California. Wäre ja schön, wenn man nach Jahrzehnten voller Irrungen und Wirrungen in Mandello del Lario endlich wieder eine klare Linie fände. Dort, wo seit 1921 Motorradlegenden entstanden. Etwa die California von 1971, abgeleitet von den amerikanischen Polizeimaschinen, die Guzzi als erster ausländischer Hersteller an das LAPD (Los Angeles Police Department) liefern durfte. Die chromblitzende 750er-Ur-California erwarb sich bald auf der ganzen Welt einen legendären Ruf. Und nun kommt eine Maschine, die in die Fußstapfen des Klassikers treten könnte.


Optisch modern, doch mit klassischen Elementen. Technisch innovativ, doch weiter von dem urtümlichen V-Twin angetrieben. Der wurde intensiv überarbeitet, schöpft satte 120 Nm aus gewaltigen 1380 cm3. Den pulsierenden Charakter soll der V-Zwo nur im Stand behalten, in Fahrt sollen die Schwingungen dank einer ausgeklügelten elastischen Motoraufhängung verschwinden. Wie die kleine V7 hat nun auch der 1400er eine einzelne Drosselklappe. Ein sanfter Gleiter soll die California werden - aber alles andere als weichgespült. Und so viel darf man vor der ersten Fahrt (bereits in der nächsten MOTORRAD-Ausgabe) behaupten: Sie sieht in natura wirklich begeisternd aus.

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Foto: Moto Guzzi

Daten
Motor: Öl-/luftgekühlter Zweizylinder-90-Grad-V-Motor
Hubraum: 1380 cm³
Leistung: 71 kW (96 PS) bei 6500/min
Drehmoment: 120 Nm bei 2750/min
Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Ø 320/282 mm, Sitzhöhe 720 mm, Gewicht vollgetankt 337 kg, Preis 19600 Euro (Custom: 17950 Euro).

Fazit des Testchefs, Gert Thöle: "Endlich eine Guzzi, die an die glorreiche Vergangenheit anknüpft. Ein fettes Motorrad - im positiven Sinn."

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Foto: MRD

BMW F 800 GT

Nun ja, so richtig GT oder Gran Turismo wird die schlanke und relativ leichte Mittelklassemaschine wohl nicht werden. Aber die neue Modellbezeichnung ist Programm. In Abkehr vom ST für Sport Touring gestalteten die BMW-Designer die Verkleidung üppiger, stellten seitliche Luftleitflächen für besseren Wind- und Wetterschutz etwas weiter nach außen; auch der untere Teil der Verkleidung wurde so geformt, dass die Füße des Fahrers
möglichst gut vor Wind und Spritzwasser geschützt werden. Die Ergonomie für Fahrer und Beifahrer und die Sitzbank wurden für mehr Komfort überarbeitet. Praktischerweise erhöhte sich die maximale Zuladung um elf auf 207 kg. Der quirlige Parallel-Twin, ein echter Gleichläufer, erhielt eine Leistungskur, die ihm fünf PS mehr eingebracht hat. Erhalten blieb in der GT der von der ST bekannte -Antrieb über Zahnriemen als guter Kompromiss zwischen einem wartungsfreien Kardan und der leichteren, aber pflegeintensiven Kette.

Leichtere Räder sorgen für besseres Handling. Neben dem Gepäcksystem sind Sonderausstattungen wie ESA, ASC oder Reifendruckkontrolle erhältlich, ebenso eine dicker gepolsterte Komfortsitzbank.

Daten
Motor: Wassergekühlter Zweizylinder-Reihenmotor
Hubraum: 798 cm³
Leistung: 66 kW (90 PS) bei 8000/min
Drehmoment: 86 Nm bei 5800/min
Brückenrahmen aus Aluminium, Telegabel, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Ø 320/265 mm, Sitzhöhe 800 mm, Gewicht vollgetankt 213 kg, Preis k. A.

Fazit unseres Redakteurs, Ralf Schneider: "MOTORRAD-Leser kennen den Classic Boxer schon von den Fotos. Schön, dass er nächstes Jahr kommt."

Foto: MRD

Studie: Husqvarna Baja

Steve McQueen machte die Husky Cross 400 einst zur Stilikone. Daran will Husqvarna heute anknüpfen und greift Designelemente von einst wieder auf. Die Baja gilt offiziell noch als Studie, erscheint aber bereits sehr ausgereift. Ihr flüssigkeitsgekühlter Einzylinder ist der bekannte 650er-BMW-Single. Das 19 Zoll große Drahtspeichen-Vorderrad steckt in einer Upside-down-Gabel, der 17-Zöller hinten wird von einer Zweiarmschwinge mit Zentralfederbein geführt. Der Auspuff ist scramblermäßig hochgelegt, der Rundscheinwerfer erinnert etwas an die selige Yamaha XT 500.

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