Einzylinder (Archivversion) Einzylinder – neuer Trend?

Nimmt man es ganz genau, so besteht der neue Trend zum Einzylinder im Moment noch aus vier Motorrädern, drei im Baukastensystem produzierten BMW-Modellen und der KTM 690 Supermoto. Doch da ist mehr drin. Mit der mo-dernsten Motorenkonstruktion und legalen 64 PS hat KTM die technische Vorherrschaft übernommen. Im Original wirkte die 690 SM auch weniger polarisierend als
auf Fotos, ihre kuriose Auspuffanlage besticht immerhin durch feinste Verarbeitung. Trotz neuer Technik und hoher Qualität bleibt der Preis gleich wie bei der 640 LC4, knapp 8500 Euro.
Es braucht keinen Propheten, um vorherzusagen, dass dieses Modell das erste einer ganzen Reihe darstellt. Neben einer klassischen Enduro soll der 690er bald auch eine(n) Duke antreiben, den Dritten seines Namens. KTM-Marketingchef Hubert Trunkenpolz schließt nicht einmal einen Supersportler auf Basis des neuen Triebwerks aus. Jedenfalls demonstriert er damit die Entschlossenheit der Österreicher, den einzigartigen Fahrspaß zu vermarkten, den kleine, leichte Motorräder bieten.
Wie erfolgreich das gelingt, wird entscheidend vom Preis abhängen. BMW zeigt sich bei diesem Thema noch unsicher. Auffallend häufig fragten BMW-Mitarbeiter die Fachjournalisten nach einem möglichen Verkaufspreis für die neuen G-Modelle Xchallenge (Enduro), Xcountry (rechts im Bild) und Xmoto (Supermoto), und ihren Reaktionen zufolge lagen die meisten Einschätzungen deutlich unter den intern diskutierten Vorstellungen. Wozu kurz und bündig anzumerken ist, dass ein Preis nahe der knackigen KTM-Marke äußerst schwer zu vermitteln wäre. Der Verkaufserfolg der BMW-Einzylinder würde heftig abgebremst. Denn bei aller Sympathie – sie sind zwar clever gemacht, doch nicht so hochwertig verarbeitet und ausgestattet wie die KTM.
Noch ein gutes Stück Weg liegt vor dem Benelli-Einzylinder, der B cross oder auch BX. Sie soll zunächst im Motocross- und Endurosport eingesetzt werden. Die Benelli-Ingenieure wollen auf diese Art mögliche Schwachstellen aussortieren, um dann in einer nächsten Stufe mit einem zulassungsfähigen Einzylinder auf den Markt zu kommen. Diese Strategie ist bewährt, viele Details des KTM-Motors beispielsweise wurden auf solche Weise erprobt. Entscheidend ist die Perspektive Straßentauglichkeit, die Benelli von Anfang an im Auge hatte und die den Unterschied zur Modellpolitik der Japaner darstellt.
Stellvertretend für die anderen sei hier die neue Kawasaki
KLX 450 R aufgeführt. Sie bietet zwar hochmoderne Motorentechnik, die ihre Zuverlässigkeit sogar schon bewiesen hat, derzeit scheint es jedoch keine Bestrebungen zu geben, sie für eine
größere Serie zu nutzen. Nun ja, immerhin hat Yamaha den Ein-
zylinder der XT 660 etwas modellgepflegt.

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