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"Viele Teile konstruieren wir selbst am Rechner. Das komplette Motorrad basiert auf CAD-Daten."

Elektro-Motorrad Gauss der Hochschule Darmstadt Darth Vaders Atem

Rund 40 Studenten aus verschiedenen Fachbereichen der Hochschule Darmstadt arbeiten an der Entwicklung dieses Elektro-Sportmotorrads, das erfolgreicher rekuperieren soll als alle bisherigen E-Motorräder.

Das Elektro-Motorrad Gauss wiegt fahrfertig rund 170 Kilogramm und soll über 200 km/h Topspeed erreichen. Die Reichweite wird mit derzeit 120 Kilometer angegeben, im Rennbetrieb dürften es noch 40 Kilometer sein, bis die E-Tankstelle angezapft werden muss. Angetrieben wird das Bike mit einem „luft- und wassergekühltem Permanentmagnet-Synchronmotor“ der 12 Kilogramm wiegt, 60 kW leistet und ein Drehmoment von 220 Nm bereit stellt. Marcel Attila Kiss, Projektleiter: „Es handelt sich hierbei um einen Flugzeugmotor. Er dreht sich als Ganzes um die eigene Achse.“

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Rekuperation als zentrales Thema

Ein zentrales Thema des Gauss-Projekts ist die Rekuperation, also die Rückgewinnung von Energie. Am Vorderrad wird Energie, die beim Bremsen entsteht, „abgegriffen, in elektrische Energie umgewandelt und zum Laden der Batterie genutzt.“ Das Gauss-Motorrad soll diese Bremsenergie umfangreicher nutzen können als bisherige Konzepte. „Wir rekuperieren schon jetzt mehr Energie als jedes andere Elektromotorrad“, sagt Marcel Attila Kiss.

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Wie fährt's?

Beim ersten Stresstest im September 2014 trat das Elektro-Motorrad auf dem Griesheimer Flugplatz an. Attila Kiss beschreibt den Sound als „leises Heulen wie eine Turbine“ oder „starwarsmäßiges Summen“, als höre man Darth Vader einatmen.

Ja, und wie fährt’s? MOTORRAD ist „Gauss“ (noch) nicht gefahren, weshalb wir an dieser Stelle nur den Projektleiter und Piloten zitieren können: „Es fühlt sich gut an. Es verhält sich wie ein richtiges Sportmotorrad, aber der Schub setzt nicht ruckartig, sondern samtweich ein.“

Gauss auf der IAA 2015

An dem Hochschul-Projekt wirken Studenten aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen mit: Industriedesign, Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirschaftsingenieurwesen u.a. sind vertreten. Es begann 2010 mit Kiss‘ Diplomarbeit in Industriedesign, der mittlerweile auch noch seinen Master in Maschinebau macht und voraussichtlich 2016 auch dieses Studium erfolgreich beendet. Für das Projekt „Gaus“ allerdings ist kein Endpunkt festgelegt. Nachfolgende Semester sollen es immer weiter entwickeln.
Auf der IAA 2015 in Frankfurt können sich Interessierte das Elektro-Motorrad Gauss in Halle 4 an Stand B10 anschauen.

Wer mehr Material zu „Gauss“ sehen möchte, beispielsweise wie das Projekt finanziert wird, klickt hier: gauss-project.com und gauss-project.com/files/campus_d_Bericht GAUSS.pdf


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