Entdrosselung Yamaha FZ6/FZ6 Fazer (Archivversion)

Korkenzieher

Zu den beliebten Motorrädern der
Saison 2006 zählten ohne Zweifel Yamahas FZ6 und FZ6 Fazer. In der Zulassungsstatistik belegte der 98 PS starke 600er-Vierzylinder-Allrounder in unverkleideter und halbverschalter Variante immerhin den fünften Platz. Wer Anfang 2007 mit dem Kauf dieses Motorrades liebäugelte, musste zunächst eine bittere Pille schlucken. FZ6 und FZ6 Fazer waren nur noch in der einsteigertauglichen 34-PS-Variante oder mit versicherungsgünstigen 78 PS zu haben. Die volle Leistung von 98 PS bleibt dem optisch wie technisch aufgepeppten, neuen Modell FZ6 Fazer S2 vorbehalten.
Ein eklatantes Manko der Drosselung auf 78 PS: Wo andere Hersteller mit hohem Aufwand (Änderung der Nockenwellensteuerzeiten und Reduzierung der Ansaugquerschnitte) ihren Motoren eine leistungsgerechte Charakteristik angedeihen ließen, wählte Yamaha die denkbar simpelste Lösung. Ein Anschlag an den Drosselklappen begrenzt den Öffnungswinkel derselben. Den Rest besorgt eine Änderung im Kennfeld der Zündung.
Das Ergebnis ist seit Erscheinen des Vergleichstests in MOTORRAD 5/2007
bekannt. Tapfer dreht der Vierzylinder bis weit in den fünfstelligen Bereich, ohne spritzig zu wirken. Im höheren Drehzahl-bereich geht er sogar zögerlich ans Gas. Schade eigentlich, läuft doch der Motor
im Teillastbereich schön rund, zeigt sich geschmeidig und kultiviert. Wem das nicht genügte, dem blieb nur die Wahl, auf die 411 Euro teurere Fazer S2 zurückzugreifen.
Die »primitive« Art der Drosselung hat allerdings auch Vorteile: Für 50 Euro können FZ6 und FZ6 Fazer »entkorkt« werden. Ein anderer Gasanschlag und ein an der Zündbox anzubringendes Massekabel (verändert das Kennfeld der Zündung) bescheren den beiden ihre 98 PS und Fahrleistungen, die dem hochwertigen Fahrwerk des sportiven Allrounders angemessen sind.
Geld sparen lässt sich außerdem mit Yamahas Kampagne »Rettet das Sparschwein, Teil 2«, die noch bis zum 31. Juli läuft. Dabei bekommt jeder Kunde beim
Kauf einer FZ6/FZ6 Fazer Original-Yamaha-Zubehörartikel im Wert von 300 Euro gratis dazu. Wer möchte, kann sich ja zum Beispiel gleich die 50 Euro zur Entdrosselung gutschreiben lassen. nk
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Technische Daten Yamaha FZ6/FZ6 Fazer (Archivversion)

Motor: wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Einspritzung, ø 38 mm, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 65,5 x 44,5 mm
Hubraum 600 cm3
Verdichtungsverhältnis 12,2:1

Nennleistung
57 kW (78 PS) bei 11500/min
[72 kW (98 PS) bei 12000/min]

Max. Drehmoment
52 [63] Nm bei 10000/min

Fahrwerk: Brückenrahmen aus Aluminium, Telegabel, ø 43 mm, Zentralfederbein, direkt angelenkt, verstellbare Federbasis, Doppelscheibenbremse vorn, ø 298 mm, Doppelkolben-Schwimmsättel, Scheibenbremse hinten, ø 245 mm, Zweikolben-Festsattel.
Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17
Bereifung im Test Dunlop D 252

Maße und Gewichte: Radstand 1440 mm, Sitzhöhe* 795 mm, Gewicht vollgetankt* 210 (216) kg, Zuladung* 187 (181) kg, Tankinhalt 19,4 Liter.

Garantie zwei Jahre
Farben Schwarz, Silber

MOTORRAD-Messungen (Archivversion)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit2
195 [224] km/h

Beschleunigung
0–100 km/h 4,4 [3,7] sek
0–140 km/h 7,9 [6,2] sek
0–200 km/h – [15,0] sek

Durchzug
60–100 km/h 5,3 [4,8] sek
100–140 km/h 6,6 [5,7] sek
140–180 km/h 13,0 [6,9] sek

Verbrauch im Test
Kraftstoffart Normal
Landstraße Liter/100 km 5,6 [5,0]

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