Ex-Yamaha-Werksfahrer Peter Johansson zur neuen Viertakt-KTM ––––– (Archivversion) –––»So muß ein Viertakter sein«––

? 1996 wurden Sie WM-Dritter auf der 630er Viertakt-Husqvarna. Danach erlebten Sie in den letzten beiden Jahren die Entwicklung der 400er Werksmaschine von Yamaha hautnah mit. Nach Ihrem Wechsel auf die 520er KTM haben Sie den Überblick über alle Hubraumkonzepte. Worin liegen die Unterschiede im Fahrverhalten?Die Husky stellt die traditionelle Viertakt-Maschine dar. Konventionelles Fahrwerk, leistungsstarker Motor. Gutmütig, aber etwas träge. Die Yamaha fährt sich im Grund genommen wie ein Zweitaktmotorrad. Sie muß ständig auf Drehzahl gehalten werden. Dafür ist sie sehr handlich. Die 520er KTM ist der goldene Mittelweg. Die Kraft kommt aus dem Drehzahlkeller. Das sorgt für satte Traktion und wenig Hektik beim Fahren. Mit der KTM muß ich nur halb so oft schalten wie mit der Yamaha. So muß ein Viertakter sein. ? Das Konzept der Yamaha als richtungsweisendes Motorrad basiert aber ganz klar auf dem Vorteil der geringen drehenden Massen, die die Maschine im Handling überlegen machen. Kann die KTM als 520er in dieser Beziehung mithalten?Ich denke ja, denn der Motor ist nur ein Teil des neuen Gesamtkonzepts. KTM verwendet wie Yamaha auch weitgehend das schlanke agile 250er Fahrwerk. Dessen Anteil an der verbesserten Handlichkeit darf nicht unterschätzt werden.? Wäre es nicht dennoch interessant, die 400-cm³-Version des neuen KTM-Motors zu testen?Nein, 400 cm³ reichen nicht aus, um in der WM auf Dauer vorn mitzufahren. Das größte Problem sind die Starts. Dort ziehen die großen Viertakter und die Halbliter-Zweitakter einfach weg. ? Hat Yamaha dann Ihrer Ansicht nach mit der 400er überhaupt eine Chance auf den WM-Titel?Nein.

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