Fahrbericht ABP-KTM Duke II (Archivversion) fein gemacht

Mehr Hubraum, Rennauspuff, scharfe Nockenwelle, größerer Vergaser – so die gängigen Zutaten eines Supermoto-Tunings. Mit der Folge, dass sich die Fahrbarkeit der hochgetunten Geräte im mittleren Drehzahlbereich drastisch verschlechtert. Im Gegensatz dazu war es das Ziel von Ralf Welzmüller, Inhaber von ABP aus Dettenhausen (Telefon 07157/620222, www. abp-racing.de), eine Serien-Duke zu optimieren, ohne ihre Leistungscharakteristik übermäßig zuzuspitzen. Das Tuning passt selbstverständlich auch bei allen anderen 625er-KTM-Triebwerken und verschafft Hobbypiloten
ein unproblematisches Aggregat für Super-moto-Rennen. Sogar das tadellose Start-verhalten der Serienmotoren blieb erhalten.
Durch viele kleinere Eingriffe an
wichtigen Teilen gelang es, dem rustikalen Einzylinder eine bessere Laufkultur anzu-
erziehen und gleichzeitig mehr Leistung zu entlocken. Dazu gehören eine Zylinderkopfüberarbeitung mit leichteren Ventilen und weicheren Federn, Feinwuchten der Kurbelwelle, die Anpassung eines Mikuni-Flachschiebervergasers und der Einsatz eines Trockenluftfilters. Eine Auspuffanlage mit geänderter Rohrführung und modifizierten, kräftig tönenden Schalldämpfern erleichtert das Ausatmen. Alles zusammen bringt laut ABP-Prüfstand zehn PS mehr.
Schon ab 60 km/h im letzten Gang
kann der Fahrer zügig das Gas aufziehen, dabei zieht der Single lochfrei und ohne übermäßiges Hacken vorwärts. Bis 8000/
min wird kein Einbruch spürbar, die
Vibrationen halten sich selbst bei hohen
Drehzahlen im Vergleich zu den kernigen Schwingungen des Serientriebwerks in Grenzen. Um nach der Leistungssteigerung eine Überhitzung des Motors zu verhindern, baute ABP einen selbst entwickelten Ölkühler ein und modifizierte die vorhandene Wasserkühlung.
Damit das nun forsch ans Werk gehende Vehikel leichter wieder eingefangen werden kann, wurde die serienmäßige, stählerne Bremsscheibe gegen eine schwimmend gelagerte Gussscheibe getauscht, ansonsten blieb die Bremsanlage inklusive der Beläge unverändert. Diese Kombination erweist sich bereits beim ersten Ankern als guter Kompromiss zwischen zu giftigem und zu stumpfem Ansprechverhalten. Bei mittlerer Handkraft und konstantem Druckpunkt kann die Duke aus jeglicher Geschwindigkeit problemlos und punktgenau verzögert werden. Ein Umbau, der auch für die
anderen Supermoto-Modelle möglich und empfehlenswert ist.
Für den Einsatz auf der Rennstrecke ist die Umrüstung auf Speichenräder sinnvoll. Dank ihrer geringeren rotierenden Massen erleichtern sie das Handling, ihre bessere Elastizität macht sie weniger empfindlich bei derben Schlägen, zum Beispiel in Offroad-Passagen. Zudem eröffnet die breitere Hinterradfelge – sie misst 5,00 statt 4,50 Zoll – eine größere Auswahl an Reifen. Ob einem die Speichenräder so gut gefallen wie die serienmäßigen BBS-Schmiederäder, ist Geschmackssache.
Insgesamt liefert ABP überzeugende Arbeit, der Schwerpunkt liegt auf dem Motortuning, das allerdings nicht TÜV-konform ist. Addiert man die betreffenden Einzelposten, kommen dafür rund 1050 Euro zusammen. Angesichts der gelungenen Abstimmung, die aus vielen einzelnen Maßnahmen und Teilen ein besser funk-
tionierendes Ganzes geschaffen hat, ein angemessener Preis. mjo

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote