Fahrbericht Buell Lightning XB12Scg (Archivversion) Tiefstapler

Seit zehn Jahren ist Buell auf dem deutschen Markt vertreten, und die Amis werden nicht müde, legen laufend neue Varianten ihrer individuellen V2-Maschinen auf.
So wie die Lightning XB12Scg. Das Kürzel »cg« steht für »Center of Gravity«, Schwerpunkt. Und nicht allein der liegt niedrig. Die von MOTORRAD gemessene Sitzhöhe beträgt lediglich 77,5 Zentimeter.
Möglich machen dies wenige Änderungen gegenüber der Standard-Version. Denn der Tiefstapler trägt eine um 22 Millimeter flachere Sitzbank, ein gekürztes neues Federbein
hinten und eine kürzere Gabel von Showa mit
41 statt 43 Millimeter dicken Standrohren. Das war’s. Trotzdem sitzen Kurzbeinige kompakt und sicher im gedrungenen Low-Bike. Menschen mit langen Haxen ernten dagegen einen recht spitzen Kniewinkel, zumal die Fußrasten weit hinten liegen.
Dramatischer sanken bei der Scg die
Federwege: vorn von 120 auf nur noch 74 Millimeter, hinten von 129 auf deren 90. Kein Wunder, dass sie daher keine Komfort-Kutsche ist. Vor allem das straffe Federbein lässt kurze, harte Stöße fast ungefiltert zum Fahrer durch. Auf Buckelpisten mildert erst penible Feineinstellung der Federelemente unsouveränes Gehoppel ein wenig. Auf gutem Asphalt gefällt dagegen die unverwässerte Rückmeldung. Vorsicht allerdings beim Bordsteinklettern: Es liegen gerade mal acht Zentimeter lichte Höhe unterm tief liegenden Auspuff.
Neutraler als in vergangenen Baureihen rollen alle Buell-Modelle des Jahrgangs 2007 auf Pirelli-Reifen, in diesem Fall Diablo in
Sonderkennung »T«. Handlich, aber nicht nervös fällt die knapp 210 Kilogramm leichte XB12Scg in Schräglage, belohnt herzhaftes Kurbeln am Gasgriff mit flotter Fortbewegung. Ganz schön fett, die Drehmomentwelle des 1200er-Zweizylinders, dem jetzt wie in allen Buell-Modellen zusätzliche Öffnungen in der inneren Luftfilter-Abdeckung mehr Luft zum Atmen verschaffen.
In der Tat hängt der Stoßstangen-Oldie fein am Gas, dreht frei aus. Auch wenn das Test-
exemplar Aussetzer im Leerlauf zeigte oder selbiger mitunter zwischen 1500 und 2000 Touren hängen blieb. In sämtlichen Buell-Maschinen arbeitet nun eine leistungsgesteigerte Ölpumpe. Nur auf einen Katalysator lassen uns die Amis weiter warten, selbst die neueste Lightning erfüllt bloß die veraltete Abgasnorm Euro 2, da ist bald eine größere Säuberungswelle erforderlich.
Niedriger wurde zwar der Sitz, nicht aber der Preis. Die Lightning XB12Scg kostet inklusive Nebenkosten und noch 16 Prozent Mehrwertsteuer immerhin 11109 Euro. tsr

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