Fahrbericht Gilles-Suzuki GSX-R 1000 GT (Archivversion) Suzi Blue

Eigentlich fehlt es der Suzuki GSX-R 1000 an nichts. Nicht am Handling, nicht an bissigen, standfesten Bremsen und schon gar nicht an Power. Aber nichts ist so gut, dass man es nicht noch besser machen könnte. Und so trägt die GSX-R 1000 GT von Gerhard Gilles edles Fräsgut in beeindruckender Fülle. Vom filigranen Kettenspanner über einstellbare Rasten und Lenker bis hin zu Gabelbrücken mit variablem Offset.
Weil sie nicht nur gut aussehen, sondern auch noch besser
auf der Rennstrecke funktionieren soll, spendierte ihr Gilles Stoßdämpfer und Gabelumbau von Öhlins, außerdem für besseres Handling leichtere Schmiederäder von Galespeed. Und den ohnehin potenten Vierzylinder ließ er in den Hallen von LKM bei Hennes Löhr zu Kräften kommen. Alles mit TÜV-Segen, versteht sich. Klar ist somit die Bestimmung der GSX-R 1000 GT: schnell sein, am liebsten auf Rennstrecken. Der Prüfstein: die anspruchsvolle GP-Piste von Valencia. Obwohl aufgrund der trickreichen Passagen eher für flinke 600er prädestiniert, schlägt sich die GSX-R auf
diesem Terrain blendend.
Der Vierzylinder büßt im LKM-Trimm zwar bis 10000/min etwas an Leistung ein, dennoch hat man im Kurvengeschlängel stets ausreichend Druck am Hinterrad. Und darüber entfesselt
der Reihenvierer ein wahres Feuerwerk. Er dreht wie angestochen
und lässt mit 187 PS das Serien-Aggregat weit hinter sich. Das
Schöne daran: Der mittels aufwendiger Kopfbearbeitung und entsprechendem Mapping aufgepeppte Reaktor hält von 11000/min bis zum Begrenzer bei rund 13000/min permanent über 180 PS und eine schön flach verlaufende Leistungskurve parat. Klasse.
Passend dazu das Fahrwerk: Die straffe Gabel und das sehr straffe Federbein sorgen dafür, dass die Gilles-Suzuki mit fantastischer Stabilität über den Kurs fegt sowie mit toller Rückmeldung vom Vorderrad und glänzendem Grip-Gefühl am Hinterrad aufwartet. Heftig durchrissene Schräglagenwechsel meistert sie
mit unbedingter Stabilität. Schnelle Bögen nimmt die GSX-R im Sturm, lässt sich dank der leichteren Räder und des mittels variablen Einsätzen um vier Millimeter reduzierten Offsets auch noch einen Tick leichter einlenken als die Serie. Sie macht es ihrem Piloten leicht, die passende Linie zu finden und diese zu halten.
Allerdings erkauft sich die Suzuki den Gewinn an Stabilität
in Kurven und an Handlichkeit mit leichten Einbußen in der Gerade-
auslaufstabilität. Beim Beschleunigen am Kurvenausgang und anschließendem Gasaufreißen über eine lange Gerade wirkt die Gilles-GSX-R spürbar nervöser und unruhiger in der Lenkung. Eventuell würde es schon Besserung bringen, mittels einer län-
geren Kette das Hinterrad zu Gunsten maximalen Radstands in der Schwinge ganz nach hinten zu bringen.
Dafür entschädigt die Gilles-Suzuki mit erstklassiger Bremsstabilität. Die Anlage liefert bei geringen Handkräften enorme Verzögerung und einen konstanten Druckpunkt. So lässt sich die Bremse fein dosieren und ermöglicht es, bis weit in die Kurve hinein zu bremsen. Die verstellbaren Rasten fordern langbeinigen Piloten zwar einen engen Kniewinkel ab, auf der anderen Seite setzt so selbst bei extremen Schräglagen nichts auf. Und genau die passen zur Gilles-GSX-R 1000 am besten. abi

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