Fahrbericht Harley-Davidson Road King (Archivversion) Perlen für die Neue

Klassische Schönheiten ziert glänzendes Geschmeide am besten. Etwa White Gold Pearl mit Pewter-Pearl-Applikationen. Was bietet der 2009er-Jahrgang sonst noch?

Für 715 Euro Aufpreis ist farblich alles im Lack. Wichtiger als der schöne Schein der aufpreispflichtigen Zweifarb-Lackierung sind jedoch die inneren Werte. Die 2009er-Road King ist optisch vom aktuellen Modell kaum zu unterscheiden, in puncto Fahrwerk aber fast eine Neuentwicklung. Rahmen und Räder sind komplett neu. Das stählerne Rohrwerk mit nun angeschraubtem Rahmenheck soll laut Datenblatt um 67 Prozent steifer ausfallen als das bisherige.

Vorne übernimmt ein von 16 auf 17 Zoll gewachsenes Rad die Führungsaufgaben, hinten wuchs die Reifenbreite der eigens für die 2009er Touring-Reihe entwickelten Dunlop D 407 um 40 Millimeter auf stattliche 180 Millimeter. Mit dem Ergebnis, dass die Road King auch bei Topspeed unerschütterlich und pendelfrei geradeaus läuft. Darüber hinaus haben Handling und Kurvenstabilität im Vergleich zur Vorgängerin deutlich zugelegt. Das ist gut für den Fahrspaß und schlecht für die ausladenden, neu positionierten Trittbretter, welche die Schräglagenfreiheit laut Pressetext um ein Prozent (!) erhöhen sollen. Nicht genug, um dauerhaft von Bodenkontakt verschont zu bleiben.

Für erhöhte Fahrsicherheit ist das jetzt serienmäßige ABS zuständig. Es ermöglicht Bremswerte, die durchaus im genre-üblichen Rahmen liegen, allerdings nicht rekordverdächtig sind. Das trifft ebenso auf die Fahrleistungen zu, woran auch das stattliche Gewicht von 373 Kilogramm seinen Anteil haben dürfte. Denn trotz verkürzter Sekundärübersetzung und stattlichen 131 Nm Drehmoment geht es zwar durchaus souverän, aber nicht wirklich agil voran.

Der 1585 cm3 große V2 blieb unverändert, an der Peripherie wurde jedoch heftig entwickelt. So zappelt der vordere Zylinder an einer modifizierten Aufhängung, die Gasgriffstellung wird elektronisch übertragen, und die gewaltige Auspuffanlage hat ein neues Layout. Der Krümmer des hinteren Zylinders läuft nicht mehr über, sondern unter dem Getriebe zum Endtopf, so dass des Beifahrers Wade weniger unter Abwärme leiden muss. Die neu geformte Sitzbank bietet mehr Platz und sorgt trotz recht straffer Federungsabstimmung für mehr Komfort bei der Besatzung. Durch die Fahrwerksüberarbeitung hat die Road King enorm an inneren Werten gewonnen. Die äußeren stehen bei Harley ohnehin nie zur Debatte.

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