Fahrbericht Honda PS 125i (Archivversion) Sushi Napoli

Wie sein preiswerter, sehr erfolgreicher Vorgänger Dylan 125 wird auch der PS 125i im süditalienischen Atessa produziert. Ein wesentlicher Fortschritt gegenüber dem Dylan stammt jedoch aus Japan: die Einspritzanlage plus G-Kat, mit der der Neue nicht nur Euro 3 erfüllt, sondern auch lediglich 2,8 Liter Normalbenzin auf 100 Kilometer verbraucht.
Der wassergekühlte Zweiventiler startet problemlos und nimmt sofort Gas
an. Aus dem Stand weg zieht er kraftvoll und gleichmäßig an, läuft dabei sehr
leise und ohne spürbare Vibrationen. Selbst zackige Ampelstarts absolviert
der PS 125i akustisch völlig unauffällig. Oberhalb von 80 km/h haben die 13,6 PS spürbar gegen den Luftwiderstand zu kämpfen, 115 km/h mit Rückenwind sind aber drin. Das reicht, um mit dem Honda auf Schnellstraßen mitzurollen.
Die geräumige Karosserie bietet auch Großgewachsenen eine bequeme Sitz-
position. Den Komforteindruck fördert die üppige, weich gepolsterte Sitzbank. Sie ist allerdings kein Luxus, sondern Notwendigkeit, da die Federung nur bescheidenen Ansprüchen genügt. Es schlägt und stößt vorne wie hinten. Das ist doppelt schade: zum einen, weil der natürliche Lebensraum eines 125er-Rollers vor allem aus städtischen Löcherpisten besteht, zum anderen, weil man sich mit dem PS 125i auch gerne mal etwas Fahrspaß auf kurvigen Nebenstraßen gönnen würde. Denn das gut-
mütige, präzise Fahrverhalten des Honda macht Lust auf Kurven.
Auf seinen 13-Zöllern fühlt sich der PS 125i sehr neutral an – er lenkt leicht, aber nicht wie von selbst ein, kennt in Schräg-lage keine Kippelei und vermittelt auch
weniger routinierten Fahrern auf Anhieb Vertrauen. Hondas Verbundbremse arbeitet wirksam, lässt sich über den linken Handbremshebel jedoch nur schlecht dosieren. Rechts geht das besser, und so nutzt man den eigentlich als Hilfsbremse konzipierten rechten Hebel gern wie eine vollwertige Vorderradbremse.
Ansonsten ist der PS 125i praxisgerecht ausgestattet: große Spiegel, kräftiger Gepäckträger, Taschenhaken. Ins Helm-
fach passt ein Integralhelm. Der einfache
Tankverschluss ermöglicht kleckerfreies
Betanken. Gut auch das breit strahlende Fern- und Abblendlicht. Rätselhaft indes bleibt, warum feine Nasen nach längeren Strecken ein deutliches Abgas-Aroma in den Klamotten des Fahrers registrieren. rh

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote