Fahrbericht KTM 990 Super Duke R (Archivversion) R-folg

Euro-3-konforme Gemischaufbereitung, um vier auf 18 Liter vergrößerter Tankinhalt, Vorderradbremssättel mit je vier Einzelbelägen sowie marginal flacherer Steuerkopfwinkel – das sind die Ingredienzien, mit denen KTM sein Asphalt-Flaggschiff, die 990 Super Duke, für das Modelljahr 2007 aufpeppt. Klingt nach wenig Aufhebens, bringt aber erstens mehr Ruhe ins gelegentlich kippelige Fahrverhalten, zweitens noch effektivere Frontstopper und drittens ein gutes Stück zusätzlicher Reichweite.
Wobei die provozierend gestylte Österreicherin in der R-Version rückfällig wurde. Unter den diversen Detailänderungen (siehe Kasten oben) revidiert vor allem ein sechs Millimeter längeres Federbein im ansonsten unveränderten Rahmen die Fahrwerksgeometrie und verschiebt mit 67,3 Grad Lenkkopfwinkel (Super Duke in Basisausführung, Modell 2006: 66,5 Grad) und 94 Millimeter Nachlauf (Super Duke 2006: 103 Millimeter) die Eckdaten der R deutlich in Richtung Handlichkeit. Was sich auch auf der Piste niederschlägt.
Denn die Edel-Duke gibt sich als Vollblutracer. Begeisterung über das messerscharfe Handling und den druckvollen – wenn auch beim Lastwechsel recht hart ans Gas gehenden – 120 PS starken V2 wechseln sich mit Zweifeln über die Fahrwerksabstimmung ab. Bringt das rigide Setup mit straffen Federn auf der Rennstrecke Vertrauen und Zielgenauigkeit, dürfte es für den Ritt auf der Landstraße durchaus ein gutes Stück komfortabler sein.
Zum Trost: Das feine Ansprechen der Titannitrid-beschichteten Gabel toppt in der Tat den Auftritt der ohnehin als feinfühlig bekannten Frontpartie der Basis-Super-Duke. Befürchtungen über ein hyperaktives Fahrverhalten sind deshalb unberechtigt. Und der Lenkungsdämpfer von WP Suspension erstickt Highspeed-Zappeln bereits im Keim. Mit 1200 Euro Zuschlag auf den Preis der Basis-Super-Duke von 12748 Euro lässt sich der österreichische Hersteller die überschau-bare Fitnesskur allerdings ungeniert honorieren. Ob’s die Super Duke auch ohne den Zusatz R schafft, den aktuellen Nakedbikes die Messlatte zu legen, zeigt der Vergleichstest im nächsten MOTORRAD-Heft.

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