Fahrbericht KTM-Modelle (Archivversion)

KTM und Husqvarna

Mit evolutionären Maßnahmen statt revolutionären Neuerungen will KTM die Standfestigkeit der Offroad-Modelle verbessern.

Die schlechte Nachricht zuerst: Der neue KTM-Viertakt-250er mit zwei Nockenwellen, der in der Werksmaschine die Cross-WM dominiert, wird erst Ende 2005 in Serie gehen. Doch die Österreicher haben die bestehende Reihe von Zwei- und Viertaktern kräftig modifiziert.
Alle Maschinen der EXC- und SX-Reihe bekamen Rahmen mit ovalen Rohren und geschmiedeten Federbeinaufnahmen, um die Steifigkeit und Haltbarkeit zu verbessern. Bei der Gabel verwendet White Power wieder zwei Führungsbuchsen, was das lästige Aufpumpen verhindern und
das Ansprechverhalten verbessern soll. Die gefrästen Gabelbrücken der Crosser erlauben es, durch Drehen des, exzentrischen Schaftrohrs den Versatz zwischen 18 und 20 Millimeter zu variieren. Je nach Strecke kann so mehr Stabilität oder ein besseres Einlenkverhalten gewählt werden. Die Enduros erhielten neue Scheinwerfer sowie ein Multifunktionsinstrument, das sich per optionalem Schalter vom
Lenker bedienen lässt.
Auf die Fahreigenschaften wirken sich die meisten Neuerungen nicht so stark aus, dass man sie ohne direkten Vergleich herausfiltern könnte. Eine KTM hatte schon immer ihren eigenen Charakter, der vor allem durch die PDS-Federung geprägt ist: dynamisch, spritzig, mit einer Ten-
denz zur Nervosität. Das bisweilen heftige Lenkerflattern scheint wegen der steiferen Rahmen und der besser ansprechenden Federung jedoch gezähmt. Zumindest trat es bei der Präsentation auf der harten Crossstrecke im italienischen San Severino nirgends auf. Auffällig sind die geringen Handkräfte der vorderen Bremsen; ihr Biss verlangt Gewöhnung.
Die Zweitakt-Motoren will KTM trotz des derzeitigen Viertakt-Hypes nicht vernachlässigen. Die Österreicher sehen nämlich gute Chancen, neue Enduro-Zweitakter unter bestimmten Auflagen auch nach dem 1. Juli 2005 für Wettbewerbszwecke zulassen zu können. Ein erster Vorstoß bei den zuständigen europäischen Gremien stieß auf Verständnis. Und so kommen die aktuellen 250er und 300er, die ab sofort mit einem Mischungsverhältnis von 1:60 laufen, in den Genuss einer ganzen Reihe von Modifikationen. Die Leistung lässt sich dadurch effektiver umsetzen. Zudem zählen zur Serienausstattung drei unterschiedliche Federn für die Auslasssteuerung, mittels derer der Leistungsverlauf zwischen soft und aggressiv verändert werden kann. Schade nur, dass man vor dem Fahren die Charakteristik wählen muss.
Die Viertaktmotoren wurden ledig-
lich in Details überarbeitet, einzig der anfällige 450er-Crosser erhielt eine steifere Kurbelwelle, einen leichteren Kolben und
verbesserte Ventilführungen. Enduristen sollten nicht außer Acht lassen, dass die 400er-EXC im Programm bleibt. Für die meisten Fahrer sicher der ideale Kompromiss. Auf den Enduro-Pisten der Region Marche macht der leicht beherrschbare, trotzdem kräftige 400er am meisten Spaß. Damit spielt er eine ähnliche Rolle wie der 200-Zweitakter, der ebenfalls das Beste aus zwei Hubraumkategorien vereinigt.
Anzeige

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote