Fahrbericht LKM-Suzuki GSX-R 1000 (Archivversion) Genug ist nie genug

Macht es Sinn, einen Porsche 911 Turbo zu tunen? Konnten wir mit über 170 PS starken Serienmotorrädern rechnen? Wollten wir wirklich wissen, ob Lisa Fitz im Dschungelcamp Würmer isst?
Reden wir nicht über das, was man braucht oder nicht. Reden wir über Leistung. Reden wir über Hennes Löhr. Der
ist unter dem Label LKM immer auf
der Suche nach noch mehr Druck. Und
wird meist auch fündig. Zum Beispiel bei der Suzuki GSX-R 1000. Der ultimative Powerriegel der vergangenen Saison steht mit nominell 164 PS seit Erscheinen der Kawasaki ZX-10R – leistungsmäßig betrachtet – nur noch im zweiten Glied.
Es sei denn, man bringt die Suzuki
in Bonn vorbei. 180 PS an der Kupplung statt der serienmäßigen gemessenen 160 PS – so lautet das Versprechen, wenn Löhr mit seiner TÜV-konformen Kraftkur (siehe Kasten) fertig ist. Und eine Leistungs- und Drehmomentsteigerung über den gesamten Drehzahlbereich.
Kann das sein, angesichts des hohen technischen Niveaus, welches moderne Hochleistungstausender schon ab Werk mitbringen? Die Antwort lautet ja –
und nein. 178 PS an der Kupplung bei 12000/min und damit satte 18 PS mehr als die stärkste bisher von MOTORRAD gemessene Serien-GSX-R drückt die LKM-Suzi auf dem Redaktionsprüfstand. Der andere Teil der Wahrheit: Im unteren und mittleren Drehzahlbereich gehen teilweise über zehn PS und 20 Newtonmeter Drehmoment verloren.
Eine Wahrheit, die sich im Fahrbetrieb wie folgt äußert: Auf der Landstraße schiebt die GSX-R mit Druck, aber nicht mehr ganz so brachial voran. Bis die Drehzahlmessernadel die 9000er-Marke erreicht. Wer dann weiter stehen lässt, dem haut die LKM-Power zumindest in den ersten drei Gängen ohne viel Federlesens den Tank ins Gesicht.
Das beeindruckt, macht allerdings nicht unbedingt schneller. Jedenfalls nicht im von MOTORRAD gemessenen Bereich bis 200 km/h. Weil bei der im Superbike-Replika-Outfit (zahlreiche Umbauten vom Öhlins-Fahrwerk über Phoenix-Räder bis zu Karbon-Verkleidungsteilen) angetretenen LKM-GSX-R beim Beschleunigen das Vorderrad nicht am Boden zu halten
ist und bei der Durchzugsmessung der Serienmotor seine Midrange-Power ausspielt. Jenseits von 240 km/h aber – erst ab diesem Tempo liegt die Hinterradleistung deutlich über dem Serienpendant – geht höllisch die Post ab. Und Tempo 300? Reden wir nicht drüber.

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