Fahrbericht MV Agusta F4 1000 Senna (Archivversion) Für Zwei gute Zwecke

Fünf Prozent von 30144 Euro sind immerhin 1507,20 Euro. Dieser Anteil am Verkaufspreis des exklusiven, auf 300 Exemplare limitierten Sondermodells der F4 1000 wird an die von Ayrton
Senna ins Leben gerufene Stiftung zugunsten notleidender Kinder überwiesen. Das ist der erste gute Zweck dieses Motorrads.
Man kann es verwerflich finden, dass die karitative Tätigkeit sich hier eines ausgesprochenen Luxusspielzeugs bedient. Das dürfte den von der Senna-Foundation unterstützten Kindern jedoch egal sein, und auch das Motorrad hat abschätzige Bemerkungen nicht verdient. Es ist kein Blender, der nur für die Angeber-Flaniermeile geschaffen wurde, sondern eine schnelle und in der Nähe des Leistungszenits auch ganz schön giftige Fahrmaschine. Sie verlangt von ihren Fahrern den vollen Einsatz. Ganz im Sinne ihres Namenspatrons. Dies ist ihr zweiter guter Zweck. Letztlich der Königsweg zu echter Freude am Fahren.
Technisch basiert die MV 1000 Senna auf der jüngst vorgestellten 1000 R mit ihrem leistungsgesteigerten und in der Abstimmung modifizierten Motor. Das Sondermodell erhielt zusätzlich ein superfeines Sachs-Racing-Federbein, bei dem sowohl Druck- als auch Zugstufe im High- und Lowspeed-Bereich einstellbar sind, sowie eine spezielle Marzocchi-Gabel mit geänderter Beschichtung, laut Prospekt die edelste im Programm. Ob es daran liegt, an besonders sorgfältiger Montage oder schlicht an der Aura der Senna, bleibt ihr Geheimnis. Jedenfalls fährt sie ein wenig, aber spürbar besser als die Standard-1000 R, die der Autor einige
Wochen zuvor an gleicher Stelle bewegt hatte. Durch die Parabolica des großen Kurses in Hockenheim, wo die R noch leicht mit dem Heck gerührt hatte, pfeilt die Senna mit den letzten zwei Prozent an Fahrstabilität und lässt sich selbst durch fast schon tropische Temperaturen nicht zu Unterdämpfungssymptomen hinreißen. Dabei ist der gleiche Reifentyp montiert, Pirelli Dragon Supercorsa in der straßenzugelassenen Variante und mit dem Querschnittverhältnis 190/55 am Hinterrad. Sie machen bei der Hitze eine ausgezeichnete Figur, bringen die Leistung der MV noch in voller Schräglage sicher auf die Piste. Zum Glück passt das Set-up des Federbeins auf Anhieb, und der Tester muss sich nicht in den Dschungel der Einstellmöglichkeiten wagen.
Obgleich die Bremsen der Senna wegen der höheren Außentemperaturen und etlicher Runden mehr eher größeren Stress
hatten als die der R, hielten sie tadellos stand. Der Druckpunkt stellte sich nach der ersten scharfen Runde auf eine Position ein, die er dann nicht mehr verließ. Falls der Unterschied von den
Belägen herrührte, was sich im Nachhinein nicht mehr feststellen ließ, empfiehlt MOTORRAD die Spezifikation der Senna. ras

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