Fahrbericht Vater-Suzuki Bandit 1200 »Kit 2“ (Archivversion) Vater-Freuden

Als Bandit-Spezialist hat sich Rainer Vater aus Bondorf (www.motorrad-vater.de) bereits einen guten Namen gemacht. Der bekennende Zweitakt-Fan, Ex-Rennfahrer und Suzuki-Händler hat gerade sein 50-jähriges Berufsjubiläum gefeiert und bezeichnet sich selbst als »lebendes Fossil der Szene«.
Seine vier verschiedenen Leistungskits für die 1200er-Bandit sprechen unterschiedliche Fahrernaturelle an. Der »Vaterkit 1« lässt den 1200er-Banditen einfach nur freier atmen. Dafür sorgen andere Hauptdüsen plus Düsennadeln für die Mikuni-Vergaser. Und eine größere Ansaugluft-Öffnung am Luftfilterkasten: 52 statt 38 Millimeter. Ein neuer Impulsgeber für die Zündung – er bewirkt bis 1500/min mehr Frühzündung – samt zugehöriger Dichtung rundet das finanziell äußerst familienfreundliche Minimal-Tuning ab: 180 Euro bei Selbsteinbau und 240 Euro bei fachmännischer Montage durchs Vater-Team. Diese Atemübungen bekommen alle Bandit 1200 ab Baujahr 2001 auch mit Serienschalldämpfer hin. Hingegen brauchen die Typen von 1996 bis 2000 dafür einen Nachrüstauspuff.
Genau hier setzt der getestete »Vaterkit 2« für 1200er-Banditen aller Baujahre an. Er umfasst zum Preis von 1100 Euro zusätzlich einen prima auf die verbesserten Ansaugbedingungen abgestimmten Auspuff. Dabei handelt es sich um einen 2,5 Kilogramm leichten Titan-Endtopf von SR-Racing inklusive zugehörigem Verbindungsrohr zu den Serienkrümmern. Angenehm dumpf, satt und sonor klingt dieser legal-leise Zubehör-Auspuff. Den ECE-Zulassung und edles Finish gleichermaßen adeln.
Sound ist das eine, Power das andere. Doch da herrscht eitel Sonnenschein. Versicherungsgünstige 98 PS soll die 1200er-Suzuki laut Hersteller auf die Kurbelwelle wuchten, 108 hat MOTORRAD zuletzt an der Kupplung gemessen. Und gar satte 123 PS beim »Vaterkit 2«. Wobei dieser Umbau nicht nur wegen der 15 zusätzlichen Pferdchen in der Spitze begeistert, sondern ebenso wegen des kraftvollen Leistungsverlaufs, den das Triebwerk nun aufweist – Power in jeder Lebenslage.
Schon unten herum bietet das Vater-Kind mehr als ein Serien-Sprössling. Ab 4000/min driften die beiden Kurven dann dramatisch auseinander. Bei mittleren Drehzahlen drückt
die Tuning-Variante lässig und locker zwölf Newtonmeter mehr ab. Das schiebt. Somit empfiehlt sich die bärig-kräftige Vater-Bandit als fast idealer Landstraßenfeger. Zumal der bei Konstantfahrt munter vibrierende Vierzylinder schön sauber und weich ans Gas geht.
Der Leistungs-Kit soll den Benzinverbrauch nicht erhöhen. Wohl aber selbst
in großer Höhe funktionieren. »Das schiebt sogar am Timmelsjoch sauber aus den Kehren heraus, hab’ ich selbst ausprobiert«, freut sich Vielfahrer Vater. Tuning für Tourenfahrer, nicht für Sportler, nennt er seine Maßnahmen. Aber er kann auch anders, wenn der Kunde es wünscht. Im Kit 3 baut er neben den erwähnten Teilen Sport-Nockenwellen mit schärferen Steuerzeiten ein. Die haben das Test-Exemplar aus MOTORRAD 21/2005 auf fette 138 PS
aufgepumpt, also satte 30 mehr als Serie.
Allerdings spielt sich der nochmalige Leistungszuwachs, für den insgesamt 1910 Euro fällig sind, erst weit oben ab. Bis 5000 Touren hält der Kit 2 mehr Dampf parat. Wem genug trotzdem nie genug sein kann, der erhält als finale vierte Stufe einen Übervater mit reichlich Kopfarbeit: bearbeiteten Kanälen wie Brennräumen und erhöhter Verdichtung. Für summa summarum immer noch moderate 2475 Euro, in diesem Fall kommt der Auspuff noch oben drauf. Eiliger Vater... tsr

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