Fahrbericht Wunderlich-BMW R 1200 GS Adventure (Archivversion) Hoch-Staplerin

Nach dem Motto: »Gutes kann man immer noch verbessern«, hat sich BMW-Spezialist Wunderlich der GS 1200 Adventure angenommen. Ein TÜV-konformer Umbausatz fürs Vorderrad von 19 auf 21 Zoll soll nicht nur der Geländetauglichkeit und Lenkpräzision zugute kommen, sondern auch die Reifenauswahl erweitern. Neben dem kompletten Vorderrad zählen Bremsleitungen, ein offroadtauglicher Kotflügel sowie eine höhenverstellbare, untere Gabelbrücke zum Umrüst-Kit. Letztere, so das Versprechen von Wunderlich, verbessere die Radführung spürbar, und durch ihre Verstellmöglichkeit kann sie auch für 19-Zoll-Räder genutzt werden.
Zwei Zoll entsprechen rund fünf Zentimeter. Und die machen sich schon beim Aufbocken bemerkbar: Beide Räder berühren den Boden, wenn die 1200er auf dem Hauptständer thront. Schlecht bei Radwechseln. Die ausgelobten Vorteile
des größeren Rads kommen lediglich auf
Löcherpisten und in grobem Gelände zum Tragen. Beim Einbiegen in einen Kreisverkehr oder in ganz enge Serpentinen benötigt der Wunderlich-Umbau indes einen etwas größeren Bogen als das Serienpendant. Das oft und zurecht gelobte neutrale Fahrverhalten der GS wird dadurch ein
wenig angekratzt. So ist das 21er-Rad nur
für diejenigen, die ihre GS vorwiegend in Rallye-Manier über die Pisten der Welt scheuchen möchten, eine echte Alternative.
Für jeden Adventure-Treiber empfehlenswert hingegen ist das voll einstellbare Wilbers-Federbein. Es spricht sensibel an und bietet vor allem in jenem Dämpfungsbereich enorme Reserven, in dem das
Original längst schwächelt. Ebenfalls sehr positiv fiel die Verwendung des so genannten Performance Controllers auf. Ein leicht einzubauendes Gerät, das es erlaubt, die Einspritzmenge zu variieren. Der Boxer
der Testmaschine überzeugte mit sehr
guten Rundlaufeigenschaften, hing spritzig am Gas und wirkte über den gesamten Drehzahlbereich viel agiler als ein von der Seriensoftware gefütterter Motor. Nachteile: geringfügig höher Verbrauch (je nach Einstellung) und Erlöschen der Betriebserlaubnis, denn ein TÜV-Gutachten gibt
es dafür nicht. Vorteil: 30 Tage Rückgaberecht bei Unzufriedenheit. rh

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