Fahrzeug-Garantien der Motorradhersteller (Archivversion)

Garantiefall, Garantiefalle ...?

Probleme mit dem neuen Bike? Kein Problem, es gibt ja die Garantie. Doch auch die kann Schwierigkeiten bereiten. MOTORRAD sagt, was Hersteller bieten und was es zu beachten gilt.

Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Auf unseren Aufruf in MOTORRAD 1/2008 und unter www.motorradonline.de haben sich viele Leser gemeldet, die schlechte Erfahrungen mit Garantieansprüchen gemacht haben, während positive Rückmeldungen die Ausnahme blieben. Probleme werden nach Schilderungen der MOTORRAD-Leser meist unwirsch abgeblockt, auf hartnäckiges Nachfragen wird süffisant auf den Rechtsweg verwiesen: »Sie können ja versuchen zu klagen!« So gesehen kein Wunder, wenn mit solchen Erfahrungen gesegnete Biker beim nächsten Problemfall sofort mit ihrem Rechtsanwalt im Schlepptau beim Händler auftauchen und ein Beweismittelsicherungsverfahren androhen.

Die Händler indes schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, sobald sie die Wortkombination »Garantie und Gewährleistung« hören: »Wenn der Kunde es darauf anlegt«, erklärt ein großer Händler aus Süddeutschland gegenüber MOTORRAD, »bekommt er natürlich jedes Bike gewandelt!« Und es gebe tatsächlich etliche Leute, die auf der Gewährleistungswelle reiten, um »schnell mal kostenlos Motorrad zu fahren«. Die Zahl derer, die erfolglose Reparaturversuche monieren und anschließend von ihrem Recht Gebrauch machen, die Maschine zurückzugeben, sei in den letzten Jahren stark gestiegen. Dass aber vieles an Garantiearbeiten ohne großes Aufhebens im Rahmen der regulären Service-Intervalle erledigt werde, bekomme der Kunde im Normalfall gar nicht mit.

Evelyn Keßler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät beiden Parteien, einen konstruktiven Dialog zu führen: »Die Chemie beim persönlichen Umgang miteinander muss stimmen.« Und für beide Seiten könne sich eine durchaus gewinnbringende Situation ergeben: »Der Kunde freut sich über einen tollen Händler, der sich für ihn einsetzt, ihm was erklärt und zusätzlich noch mit Werkstatt-Infos versorgt. Der Händler hat einen zufriedenen Kunden gewonnen, der ihn gerne wieder aufsucht, um Inspektionen durchführen zu lassen, Reifen zu wechseln oder Ersatzteile und Zubehör zu kaufen.«

Auf den folgenden Seiten hat MOTORRAD alles Wissenswerte zum Thema »Garantie und Gewährleistung« inklusive aller Serviceleistungen der einzelnen Motorradmarken zusammengestellt.
Anzeige

Gewährleistung, Garantie, Kulanz (Archivversion) - Was Bedeutet das?

Garantiert mobil bleiben und sich kulant zeigen. Ein kleiner Führer durch den Begriffsdschungel.
Gewährleistung:
Gesetzlich verbriefter Anspruch auf ein mangelfreies Motorrad, kommt durch Abschluss des Kaufvertrags automatisch zustande und gilt zwei Jahre. Knackpunkt ist die sogenannte Beweislastumkehr: In den ersten sechs Monaten wird per Gesetz angenommen, dass der Mangel schon beim Kauf vorhanden war und vom Verkäufer beseitigt werden muss. Tritt ein Mangel erst später auf, muss der Kunde beweisen, dass dieser bereits bei der Übergabe existierte.

Fahrzeuggarantie:
Freiwillige Leistung des Herstellers, die eine Funktionsfähigkeit über einen bestimmten Zeitraum (meist zwei Jahre) zusichert. Die Leistungen werden in der Garantieurkunde genau beschrieben. Um einen Garantieanspruch geltend zu machen, muss der Käufer aber diverse Vorschriften des Herstellers einhalten (Inspektion, Vertragswerkstatt), die in der Urkunde aufgelistet sind.

Mobilitätsgarantie:
Mittlerweile von etlichen Motorradmarken angeboten, gleichen einer Versicherung. Gegen Zahlung einer Jahresprämie kann der Motorradfahrer bei Unfall, Panne oder Diebstahl diverse Leistungen wie einen Abschleppservice, ein Ersatzfahrzeug, Übernachtungskosten oder sogar einen Rücktransport des Fahrzeugs aus dem Ausland in Anspruch nehmen.

Kulanz:
Nirgendwo vertraglich geregelt. Kein Anspruch ableitbar – selbst wenn sich der Hersteller gegenüber anderen Kunden kulant gezeigt hat. Hier handelt es sich um eine gütliche Übereinkunft von Käufer und Verkäufer, bei der vor allem sachliche Argumente und Kompromissfähigkeit entscheiden.

Das können Kunden erwarten (Archivversion) - Schrauben oder Geld?

Nichts ist ärgerlicher als Probleme mit dem neuen Motorrad. Um zu seinem Recht zu kommen gilt es, einige Dinge zu beachten.
Tritt ein Mangel am neuen Motorrad auf, hat der Besitzer laut gesetzlicher Gewähr-leistung das Recht auf Reparatur, im schlimmsten Fall sogar auf eine Ersatzlieferung, sprich ein neues Motorrad. Bleibt der Mangel trotz zweimaliger Reparatur bestehen oder tritt er auch beim Ersatz-Bike auf, kann der Kunde auf eine Preisminderung bestehen oder vom Kaufvertrag zurücktreten. Alle Ansprüche sollten stets schriftlich formuliert werden. Hilfe bieten die Landes-Verbraucherzentralen, die Musterbriefe im Internet (www.verbraucherzentrale.de) zum Download bereitstellen.

Tipp: Schäden oder Mängel sollte der Käufer fotografisch dokumentieren, sich wichtige Zusagen des Händlers schriftlich geben lassen. Selbst Prospekte, in denen Produkteigenschaften beworben werden, sollte man aufheben. Sie können bei einer gerichtlichen Einigung Gold wert sein.

Hersteller (Archivversion)

Aprilia
Während die Modellpalette vom kleinen Roller bis zum Automatik-Bike NA 850 Mana mit den üblichen zwei Jahren auskommen muss, beträgt die Garantiezeit für die Tuono 1000 und RSV 1000 ganze vier Jahre, allerdings auf 50000 Kilometer begrenzt. Für alle Modelle ab 650 cm³ ist beim Neukauf eine einjährige Mobilitätsgarantie inklusive. Zusätzlich gibt es für die Roller des Hauses ab 50 cm3 ein zweijähriges Pannenschutzpaket.

BMW
Die Bayern statten ihren Fuhrpark mit keiner Garantie aus. Stattdessen gewähren sie eine sogenannte »erweiterte Gewährleistung«, bei der die Beweislastumkehr erst nach zwei Jahren anstelle der gesetzlichen sechs Monate greift. Optional wird für das 3. und 4. Jahr eine Garantieerweiterung angeboten. Erstbesitzer einer neuen BMW haben Anspruch auf eine unbefristete Mobilitätsgarantie im Pannenfall. Dazu gibt es weitere Schutzbriefe mit Serviceleistungen bei Diebstahl oder Unfall, die auch für Gebrauchte gültig sind.

Buell
Der sportliche Harley-Ableger gibt dem Besitzer einer neuen Buell eine ein-jährige Mobilitätsgarantie mit europaweiter Pannen- und Unfallhilfe mit auf den Weg, die gegen Aufpreis (74,02 Euro/Jahr) verlängerbar ist. Standard ist bei Buell eine Zwei-Jahres-Garantie. Längere Garantiezeiten sind ebenfalls möglich. Diese werden jedoch nur individuell über die jeweiligen Vertragshändler angeboten, bei denen auch die Preise zu erfragen sind.

Ducati
Ab Werk besitzen Ducatis eine Zwei-Jahres-Garantie. Optional lassen sich aber alle Modelle mit einer auf drei Jahre erweiterten Garantie ausstatten. Die Preise sind nach Modellgruppen gestaffelt. Das Aufstocken kostet bei Zweiventilern unter 800 cm³ 220 Euro, bei Zwei- und Dreiventilern über 800 cm3 330 Euro und für die Vierventiler 440 Euro. Inklusive ist beim Neukauf einer Ducati eine zweijährige Mobilitätsgarantie, die bei Panne, Unfall oder Diebstahl greift.

Harley Davidson
Für den Milwaukee-Steel ist auf Kundenwunsch einer längere Garantiezeit als die üblichen zwei Jahre erhältlich. Das Angebot und die preisliche Aus-gestaltung werden dabei dem jeweiligen Harley-Davidson-Vertragshändler überlassen. Inklusive ist beim Neukauf eine einjährige Mobilitätsgarantie mit europaweiter Pannen- und Unfallhilfe,die allerdings nur in Verbindung mit der H.O.G.-Mitgliedschaft (69 Euro/Jahr) verlängerbar ist. Kosten: 60,76 Euro pro Jahr.

Honda
Die übliche Garantiezeit von zwei Jahren lässt sich bei Honda in Zusammenarbeit mit einem Partner-Versicherungsunternehmen wahlweise um zwölf oder 24 Monate verlängern. Die Preise sind nach kW-Leistung gestaffelt und bewegen sich zwischen 129 und 249 Euro. Zusätzlich werden diverse Garantieoptionen für Gebrauchtmotorräder angeboten. Die Kosten dafür betragen zwischen 144 und 399 Euro im Jahr.

Kawasaki
Das Team Green bietet für seine Modelle aufbauend auf den üblichen zwei Jahren ein Garantie-Upgrade um wahlweise weitere zwölf oder 24 Monate an. Je nach Hubraum und Laufzeit bewegen sich die Kosten zwischen 190 und 295 Euro. Bei Motorrädern, die direkt über Kawasaki finanziert werden, ist die erweiterte Garantieleistung bereits inklusive. Eine Mobilitätsgarantie wird derzeit nicht angeboten.

KTM
Zugelassene Straßen-modelle verfügen über eine Zwei-Jahres-Garantie, inklusive ist eine zweijährige Mobilitätsgarantie, die Hilfe bei Pannen oder Diebstahl zusichert. Die Garantiezeit bei Offroadern mit und ohne Straßenzulassung beträgt in der Regel einen Monat. Längere Laufzeiten haben hier nur die 625 SXC (sechs Monate) und die 950 Superenduro (ein Jahr).

Moto Guzzi
Zusätzlich zu der zweijährigen Ga-rantie gibt es bei der italienischen Traditionsmarke für alle Modelle eine einjährige Mobilitätsgarantie, die bei Panne oder Unfall europaweit mit Serviceleistungen wie Abschleppdienst oder Bereitstellung eines Ersatzfahrzeuges helfen soll. Das Mobilitätspaket ist beim Neukauf einer Guzzi in-klusive. Eine Verlängerung der Garantiezeit ist für die Mandello-Twins indes nicht möglich.

Suzuki
S wie sparsam. Suzuki bietet neben der branchen-üblichen Zwei-Jahres-Garantie keine weiteren Angebote wie eine Garantieverlängerung oder den Abschluss einer Mobilitätsgarantie an. Ob es derartige Serviceleistungen für Bandit, Hayabusa und Co. in Zukunft geben wird, ist momentan noch nicht absehbar.

Triumph
Für 110 Euro kann die Garantie von Triumph-Motorrädern über ein Partner-Versicherungsunternehmen auf insgesamt drei Jahre ausgedehnt werden. Über dieses werden auch eine Mobilitätsgarantie für Unfall, Diebstahl oder Panne (15 Euro/Jahr) sowie eine Gebrauchtmotorrad-Garantie (Preise je nach Fahrzeugalter zwischen 122 und 399 Euro/Jahr) angeboten, die auf ein Fahrzeugalter von zwölf Jahren beschränkt ist. Die Rocket III Classic besitzt bei Neukauf drei Jahre Garantie und einjährige Mobilitätsgarantie ohne Aufpreis.

Yamaha
Standard ist bei Yamaha die branchenübliche zweijährige Garantiezeit für alle Neufahrzeuge. Optional können alle Yamahas ab 125 cm3 (ausgenommen sind die Wettbewerbsfahrzeuge WR 250 F und WR 450 F) mit drei Jahren Garantie aus-gestattet werden. Die Verlängerung ist nach Modellen gestaffelt und beginnt mit 140 Euro für die 125er-Klasse. Mittelklassemodelle wie die FZ6 oder XT 660 Z Ténéré liegen bei 175 Euro, große Bikes wie die FJR 1300, YZF-R1 oder MT-01 kosten 202 Euro.

Lesererfahrungen (Archivversion) - In der Garantiefalle?

Jedes Jahr brachte ich meine BMW R 1150 GS Adventure zur Inspektion, zum Jahresservice oder zum Pflegedienst. Nach dreieinhalb Jahren und nur 18500 Kilometern war der Kupplungsnehmerzylinder kaputt. In der Werkstatt wurde mir gesagt, die Reparatur würde 250 Euro kosten. 50 Euro könnte ich als Kulanzerstattung erwarten. Allerdings wäre erst in vier Wochen ein Termin frei. Nach langer Suche fand ich schließlich eine freie Werkstatt, die mir schnell helfen konnte. Die Kosten musste ich selber tragen. Kulanz ist bei BMW nur exklusiv in den Vertragswerkstätten zu bekommen.Dirk Münstermann

Monate nach dem Kauf meines 250er-Rollers ist das aus LEDs zusammengesetzte Standlicht teilweise ausgefallen. Der Händler konnte nichts tun, da das Standlicht fest im Scheinwerfer eingebaut und dieser nicht zu öffnen ist. Der zuständige Importeur lehnte die Gewährleistung ab, da es sich um ein Leuchtmittel handelt und somit ausgeschlossen ist. Schließlich habe ich auf eigene Kosten (250 Euro) den Schein-werfer wechseln müssen.Michael Mann

Bei den ersten Fahrten mit meiner neuen Honda CB Sevenfifty musste ständig die Kette gespannt werden. Der lapidare Kommentar in der Werkstatt: nicht so heizen! Schließlich fand ich die Lösung. Das Ritzel war ab Werk falsch herum montiert – statt des breiten wies der schmale Bund zum Motorgehäuse. Folge: Erhöhter Verschleiß, die Kettenflucht stimmte nicht, und zu allem Elend war das Motor-gehäuse angeschliffen. Mein Händler war voller Einsatzfreude und wollte das Problem mit Honda regeln. Von dort war leider nur zu hören, dass Kettensätze von der Garantie und Gewährleistung ausgeschlossen sind. Außerdem gäbe es durch das angeschliffene Gehäuse keine Beeinträchtigung der Funktion. Und wenn mir das nicht passen würde, könne ich ja den Rechtsweg wählen – so der zuständige Sachbearbeiter.Uwe Fischer

DIe plastikverkleidung unterhalb der Sitzbank meiner Honda Varadero 1000 hat sich innerhalb der Garantiezeit von Schwarz in unansehnlich verändert. Der Händler wollte dies mit der Ver-wendung eines aggressiven Putzmittels erklären – was definitiv nicht zutrifft. Daraufhin habe ich den Sachverhalt Honda in Offenbach geschildert. Auf eine Antwort warte ich heute noch.Stefan Rastetter

Meine Kawasaki ZX-9R hatte laufend Ölverlust am Schalt-gestänge. Drei Mal wurde der Simmer-ring ausgewechselt. Nach genauer Prüfung fand man schließlich eine Lunkerstelle im unteren Motorblock, durch die das Öl austreten konnte. Daraufhin wurde der Motor komplett zerlegt und durch ein neues Teil ersetzt. Ich werde der Marke treu bleiben.André Bohn

Bei meiner Suzuki Bandit 1200 war der Kettenschleifer so montiert, dass die Kette nicht korrekt über den Schleifschutz lief und ihn dabei zerstörte. Ich brachte die Suzuki zu meinem Händler, wo ich sie nach drei Tagen wieder abholen konnte. Als ich die Kette nachspannen wollte, konnte ich die Mutter nicht lösen. Ich musste sie mit der Flex entfernen und sah, dass das Gewinde der Achse gebrochen war. Mein Händler schickte die defekten Teile zu Suzuki. Nach drei Wochen kam die Gutschrift für die Austauschteile.Frank Schulte

Wegen diverser Probleme mit meiner BMW K 1200 GT habe ich mich im September schriftlich an die Service-Abteilung von BMW gewandt. Für November wurde der Besuch eines Service-Technikers angekündigt, der schließlich im Dezember kam. Ob die Probleme mit den Lösungsvorschlägen endgültig behoben sind, wird erst die nächste Saison zeigen. Ich kann nur feststellen, dass BMW nach der Kaufabwicklung kein Interesse mehr an den Kunden hat.Thies Bartels

Bei 30 km/h hatte ich meine BMW R 1200 GS auf den linken Zylinder geworfen. Ein unrunder Lauf ließ auf eine defekte Kerze schließen. Der Händler tauschte alle vier Kerzen ohne Wartezeit kostenlos aus. Das gab 20 Euro für die Kaffeekasse.Helmut Schauf

Nach 12000 Kilometern löste sich der Lack an einer Rahmen-strebe meiner Suzuki GS 500 E. Laut Händler sollte das vom Reinigen mit Hochdruck- oder Dampfstrahlern stammen. Ich drohte ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren an und setzte eine letzte Frist zur Beseitigung der Lackschäden. Erst dann wurden die Mängel ausgebessert.Wolfgang Teuber

Tabuzone Rennstrecke (Archivversion) - Unter Ausschluss der Gewährleistung

Nicht alles, was kaputtgeht, wird ersetzt oder repariert. Ein Blick ins Kleingedruckte zeigt, wo Tücken lauern.
Ganz oben auf der Liste stehen Verschleißteile wie Reifen, Kette, Batterie oder Bremsbeläge. Sie sind von der Garantie ausgenommen. Aber Vorsicht: Wird ein Verschleißteil im Werk falsch eingebaut und verursacht ein Problem, fällt das in die Rubrik »Mangelfolgeschaden« und muss im Zuge der gesetzlichen Gewährleistung ersetzt oder repariert werden. Ein großes Ausschlusskriterium ist der An- oder Einbau von nicht originalen Zubehör- und Ersatzteilen sowie der unsachgemäße Gebrauch der Maschine. Dazu zählt für manche Hersteller auch der Einsatz auf der Rennstrecke. Ob schon ein anderer Auspuff oder ein simples Fahrertraining reicht, dass die Garantie erlischt, sollte deshalb vorab mit dem Vertragshändler geklärt werden. Um Garantieansprüche geltend zu machen, muss das Motorrad gemäß der vorgeschriebenen Inspektionsintervalle gewartet werden. Ausführen darf die Garantiearbeit nur eine Vertragswerkstatt. Dabei dürfen übrigens nur Originalteile verwendet werden – und das sollte der Kunde auf jeden Fall kontrollieren.

Von Fall zu Fall (Archivversion) - Abwicklung transparent

Papierkrieg ade. Über Garantieanträge wird heute blitzschnell am Rechner entschieden.
Bei der Abwicklung von Garantie-fällen ist in der Regel zunächst der Händler gefragt, der entscheiden muss, ob es sich um einen Garantiefall handelt. Eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem Hersteller oder Importeur wird meist nur verlangt, wenn die Verarbeitung («kosmetische Mängel«) kritisiert wird oder eine aufwendige Fehlersuche droht. Unverständlich ist, wenn sich Händler bei der Garantieabwicklung unwillig zeigen. Die Anträge werden online beim Hersteller eingereicht und sind meist binnen einiger Stunden entschieden. Selbst die Gutschrift für Material und Arbeitszeit kann sich der Händler ausdrucken. Bei den meisten Marken ist eine Garantiearbeit wie ein normaler Werkstattauftrag zu sehen, der anständig vergütet wird.

So klappt es garantiert (Archivversion) - Fünf Tipps

Bei Problemen in den ersten sechs Monaten nicht auf die Garantie, sondern auf die gesetzliche Gewährleistung berufen. Damit hat man vor allem rechtlich die besseren Karten.

Prospekte beim Kauf aufheben, alle Zusicherungen schriftlich geben lassen, Schäden fotografisch dokumentieren und Zeugen hinzuziehen. Damit ist man bei einem möglichen Streitfall gut gewappnet.

Hilfe und Argumente (etwa bei Problemhäufungen) lassen sich zudem sehr effektiv in Internetforen recherchieren.

Bei schwieriger Abwicklung Kontakt mit dem Hersteller/Importeur aufnehmen und sich einen anderen Vertragshändler empfehlen lassen.

Sachlich Argumentieren, pauschale Anschuldigungen vermeiden. Die Chemie zwischen Händler und Kunde muss stimmen. Denn bei der Abwicklung entscheidet nicht zuletzt der Nasenfaktor.

Gebrauchte mit Garantie (Archivversion) - Schutz für die Alte

Nichts ist unmöglich. Für stattliche Jahresprämien gibt es auch eine Garantie fürs Gebraucht-Bike.
Mittlerweile werden immer mehr Gebrauchtmotorräder mit Garantie angeboten. Allerdings gilt hier ebenfalls, das Kleingedruckte genau zu studieren. Gebrauchtmotorrad-Garantien sind im Prinzip wie eine Versicherung aufgebaut: Gegen Zahlung einer stolzen Prämie (jährlich bis zu 400 Euro) ist das Fahrzeug gegen bestimmte Schäden abgedeckt. Dabei ist gründlich zu prüfen, für welche technischen Baugruppen tatsächlich im Schadensfall ein Garantieanspruch besteht und an welche Bedingungen die Abwicklung geknüpft ist (spezielle Wartungsvorschriften oder Werkstattbindung). Wer das Gebraucht-Bike beim Händler kauft, hat wie beim Neufahrzeug Anspruch auf die gesetzliche Gewähr-leistung. Einziger Unterschied: Der Zeitraum kann auf ein Jahr verkürzt werden. In den ersten sechs Monate liegt auch hier die Beweislast beim Händler.

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote