Fazit (Archivversion)

Ein Motorrad, das dir kein Erlebnis verschafft, ist überhaupt nichts wert“, hat ein kluger Mann mal gesagt. Recht hat er. Denn darunter fallen letztlich alle relevanten Motorrad-Wahrnehmungen: wie es sich fährt und anfasst, wie es sich anfühlt und anhört. Und was es am Motorradtreff gilt. Trotzdem hätte vor diesem Test wohl niemand mit einem derart klaren Ergebnis gerechnet. Die Europäer auf den Plätzen eins bis vier, erst dahinter, abgeschlagen die Japaner.
Dass unterm Strich die drehmoment- wie charakterstarke Triumph Speed Triple ihre Glubschaugen knapp vor der KTM hat, ist da schon fast ein Ergebnis am Rande. Sicher ist die Speedy eine würdige Siegerin, doch was ist bloß los mit den Japanern? Bei allem Hang zur Eigenständigkeit über extrovertiertes Design besteht bei ihnen offenbar beim Thema „emotionaler Motorradbau“ Nachholbedarf. Ihre Charakterisierung wie Differenzierung ist weit weniger ausgeprägt, ihr Image weniger gut. Sicher könnte hier auch das Lösen aus der Uniformität des Reihenvierzylinders helfen. Zwar haben die Japaner den Vierzylinder in den letzten 40 Jahren zur Perfektion gebracht und Ikonen mit diesem Konzept geschaffen, doch vielleicht wohnt ein ausgeprägterer Motorradgeist doch eher in Zwei- und Dreizylinder-Motoren.


Platz 1: Triumph Speed Triple
Das überzeugendste Gesamt­paket und ein hoher Erlebnisfaktor verhelfen der Speedy knapp, aber verdient zum Sieg.
27 Punkte

Platz 2: KTM 990 Super Duke
Sportliches Fahrwerk und hitziger, starker Motor. Dazu das brillante, prickelnde Fahrgefühl. Ein toller Auftritt.
25 Punkte

Platz 3: BMW K 1200 R
Wo es Punkte zu gewinnen gibt, sammelt die BMW mit ihren Werten. Trotz kleiner Patzer ein verdienter dritter Platz.
23 Punkte

Platz 4: Ducati Monster S4 RS
Testastretta-Motor, edle Fahrwerkskomponenten, jedoch unausgewogen. Dank Image und Charakter auf Platz vier.
19 Punkte

Platz 5: Honda CB 1000 R
Aufs Wesentliche reduziert. Schlanke, moderne Optik, druckvoller Motor, handlich und Top-Technik. Ein faszinierendes Spielzeug.
16 Punkte

Platz 6: Yamaha FZ1
Sportlicher Vierzylinder, gute Verarbeitung, lange Service-Intervalle. Die Schwächen werden von Image und Design wettgemacht.
15 Punkte

Platz 7: Suzuki B-King
Bärig stark, aber spielerisch zu fahren. Super Fahrwerk, sichere Bremsen, doch schlechtes Image und überzogene Optik kosten Punkte.
12 Punkte

Platz 8: Kawasaki Z 1000
Ordentlicher Durchzug, gute Bremsen, aber insgesamt indifferent und keine würdige Vertretung des alten Mythos.
7 Punkte

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