Fazit (Archivversion)

Stillstand heißt Rückschritt – auch beim ABS. Moderne
Systeme regeln dank komplexer Steuerung feinfühliger.

Nie mehr ohne! Wenn man es kurz
machen möchte, kann es kein anderes Resümee geben, nachdem man elf ganz unterschiedliche Motorräder unter schwierigsten Bedingungen brachial verzögert hat. Denn das, was ein versierter Fahrer vielleicht einmal zufällig hinbekommt,
zaubern die Antiblockiersysteme praktisch
im Vorbeigehen auf den Asphalt. Na ja, so ganz nebenbei ist es dann doch nicht.
Es gehört schon eine Menge Wissen und
viel Erfahrung dazu, um ein ABS so abzustimmen, dass es nicht nur komfortabel und für den Fahrer beherrschbar, sondern auch möglichst effektiv regelt.
BMW zeigt mit der neuen R 1200 R, wie man beides unter einen Hut bekommt, während Honda mit seinen beiden Systemen zwar von den reinen Verzögerungswerten nur im Mittelfeld landet, im Regelkomfort aber Spitzenklasse ist. Doch auch alle anderen Blockierverhinderer – selbst der von Yamaha – zeigen, dass ABS auf dem Motorrad im Grunde unverzichtbar ist. Oder es zumindest in Zukunft sein wird, wenn möglicherweise sogar ausgemachte Sportmotorräder angesichts der immer leichteren, kompakteren und leistungsfähigeren Systeme ohne ABS bald unverkäuflich sein dürften.
Wer das als Bevormundung empfindet, mag an Valentino Rossi denken. Ohne Antischlupfregelung geht der begnadete Gasgeber nicht mehr auf die Piste. Genau das ist bei BMW für die R 1200 R in Vorbereitung. Die Hardware ist schon drin.

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