Finale: AMD-Custombike-Europameisterschaft Echt Artcore

Wie, die fahren nicht? Aber sicher doch! Ein Blick hinter die Kulissen einer anderen Welt.

Foto: Gargolov
Phönixhalle Mainz, Sonntag, 30. März 2008: Im Rahmen der Custom Chrome Dealer Show findet die Europameisterschaft im Custombike-Bau statt. 55 Firmen aus 16 Ländern treten mit 100 Bikes gegeneinander an. Wobei antreten sich lediglich auf den Showeffekt bezieht. Die Motorräder – manch einer spricht auch von Skulpturen – sind wie auf einer Messe aufgereiht und werden nach technischem Aufwand, Idee und Ausführung benotet. Juroren: jeder anwesende Bike Builder plus ein 16-köpfiges VIP-Team aus Journalisten, Ex-Weltmeistern und Spezialisten aus der Industrie. Die extremsten Interpretationen der Spezies Custombike tummeln sich in der Kategorie Freestyle.

Hier ist erlaubt, was gefällt. Repräsentiert wird das technisch Machbare, gemixt zum besten Showeffekt. Voraussetzung: Der Motor muss anspringen, Schaltung, Kupplung, Lenkung und Bremse sollten funktionieren, denn letztlich ist die Weltmeisterschaft in Sturgis eine Ride-in-Bike-Show – die Strecke vom Halleneingang bis zur Bühne muss fahrend zurückgelegt werden. Dumm, wenn man dort als Europa-Repräsentant nicht fahren könnte. Eingesetzt werden meist luftgekühlte 45-Grad-V2 der Firmen REV-Tech, SS sowie TP – eigenständige Motoren mit identischen Aufnahmen der Harley-Evolution-Serie.

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Foto: Gargolov
Zwölf-Zoll-Felgen mit 360er-Schlappen, Einarmgabeln, variable Luftfederung sowie Verbundbremssysteme und Luftfederelemente sind nur die Spitze des Eisbergs technischer Leckerbissen, die durch enorm hohe Fertigungsqualität und tadelloses Finish glänzen. Um die Bikes möglichst „clean“ wirken zu lassen, sind Bremssysteme, Hydraulik, Bowdenzüge oder Elektrik oft geschickt in die Rahmenteile integriert. Freestyle-Bikes sind Einzelstücke, bei denen TÜV-Beamte Atemnot und Fans Herzklopfen bekommen. Trotzdem: Auch bei den TÜV-fähigen Custombikes sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt (siehe Interviews mit den deutschen Szenegurus Marcus Walz und Fred Kodlin auf den Folgeseiten). Wie sich solch ein Monstrum auf der Straße verhält, werden Sie demnächst in MOTORRAD lesen.

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